Zwei Frauenfelder Brüder stehen sich vor Gericht gegenüber – wegen einer Tonaufnahme zur Deponieberg-Diskussion in Warth-Weiningen

Ein Streit führte die Brüder Stefan und Roland Geiges vors Bezirksgericht Frauenfeld.

Rahel Haag
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Teile des Deponiebergs in Warth-Weiningen befinden sich ausserhalb des zulässigen Perimeters, diese müssen abgetragen werden.

Teile des Deponiebergs in Warth-Weiningen befinden sich ausserhalb des zulässigen Perimeters, diese müssen abgetragen werden.

(Bild: Andrea Stalder)

Die beiden Brüder streiten schon seit Jahren. «Für mich stellt das finanziell eine grosse Belastung dar», sagt Roland Geiges. Er muss sich am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Frauenfeld verantworten. Sein Bruder, der Frauenfelder CVP-Gemeinderat Stefan Geiges, hatte Anzeige gegen ihn erhoben. Der Vorwurf: Er soll unbefugt Tonaufnahmen angefertigt und dazu angestiftet haben.

«Das stimmt so nicht», sagt Roland Geiges. Anfang Oktober 2018 hatte Stefan Geiges zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Damals ging es um den Deponieberg in Warth-Weiningen, der teilweise abgetragen werden muss. Dieser gehört seinem Bruder. «Ich konnte nicht an der Veranstaltung teilnehmen», sagt Roland Geiges. Er habe aber wissen wollen, was dort besprochen worden war. Deshalb fragte er einen Kollegen, ob er für ihn teilnehmen und ihm anschliessend berichten würde.

«Dass er das Gespräch aufnehmen solle, habe ich ihm nie gesagt.»

Eine Tonaufnahme der Tonaufnahme gemacht

Genau das aber hat der Kollege getan. Mit einem Handy, versteckt in der Brusttasche seines Hemds. Roland Geiges gibt zu:

«Als er mit der Tonaufnahme zu mir kam, habe ich nicht Nein gesagt.»

Weil die Aufnahme nicht digital auf ein anderes Speichermedium übertragen werden konnte, habe er sie abgespielt und hiervon eine eigene Aufnahme gemacht. Das ist rechtswidrig. Roland Geiges sagt dazu: «Wenn ich gewusst hätte, dass man keine Tonaufnahme machen darf, hätte ich es doch nicht gemacht.»

Die Strafanzeige mit einer Strafanzeige gekontert

Was an der Veranstaltung über ihn gesagt worden sei, sei erschreckend gewesen, sagt Roland Geiges. Deshalb habe er gegen seinen Bruder Strafanzeige erhoben. Diese wurde unterdessen aber abgelehnt. «Ich habe es verpasst, Rekurs einzureichen», sagt er, «das war meine Schuld.» Daraufhin hatte Stefan Geiges seinerseits Strafanzeige gegen seinen Bruder erhoben. Er nahm an der Verhandlung aber nicht teil.

Am Ende spricht das Gericht Roland Geiges des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen und der Anstiftung dazu schuldig. Der Vorsitzende Richter sagt:

«Ihr Kollege hat in der Befragung angegeben, dass Sie ihm gesagt hätten, er solle eine Tonaufnahme machen.»

Er wird mit einer Busse von 300 Franken und einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je 80 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren bestraft. Zudem werden ihm die Verfahrenskosten auferlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.