«Mission Sitz Nr. 2»: Die EDU Frauenfeld vor den Gemeinderatswahlen

Mit traditionellen biblischen Werten will die EDU im Frauenfelder Gemeinderatswahlkampf punkten. Vor vier Jahren verpasste der Junior-Partner der SVP den zweiten Sitz knapp. Heuer soll er her.

Stefan Hilzinger
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Die Mehrheit aller Gemeinderatskandidaten auf der EDU-Liste posiert fürs Gruppenbild. (Bild: PD)

Die Mehrheit aller Gemeinderatskandidaten auf der EDU-Liste posiert fürs Gruppenbild. (Bild: PD)

Christian Mader wittert eine Chance. Der 48-jährige Schreiner sitzt seit 2007 als einziger Vertreter der Eidgenössischen Demokratischen Union (EDU) im Frauenfelder Stadtparlament. Wie schon vor vier Jahren lautet die Wahlkampf-Losung der biblischen Wertepartei: «Sitz Nummer 2».

2015 fehlte wenig, heuer nun könnte es klappen. «Aber ...», sagt Mader, «... wir müssen unserer Hausaufgaben machen.» Das bedeutet laut Mader, dass alle Männer und Frauen auf der Liste keine blossen Lückenfüller sein dürfen, sondern sich aktiv um jede Stimme bemühen sollten.

«Das heisst für uns, aktiv auf die Wähler zuzugehen.»

Alle stünden in der Pflicht, ihre Beziehungen aufzufrischen. Zwei, drei Sätze reden, überzeugen. «Das ist Fleissarbeit.»

Mit zwanzig Personen, die alle kumuliert, das heisst doppelt aufgeführt sind, stellt die EDU am kommenden 31. März acht Kandidierende mehr zur Auswahl als vor vier Jahren.

«Leere Zeilen auf einer Liste machen sich nicht gut»

sagt Mader. So hofft er da und dort, dass mehr Stimmberechtigte eine unveränderte EDU-Liste einwerfen, was punkto zweiten Sitzes von grossem Vorteil wäre. «Wir müssen den Sitz aus eigener Kraft holen.»

Nummer 8 - EDU: 20 Kandidaten, sechs mehr als 2015

Christian Mader (Jahrgang 1970), Schreiner (bisher); Andreas Dennenmoser (1979), dipl. Abteilungsleiter NDS HFM; Matthias Guggisberg (1978), Sekundarlehrer; Carmen Fischer (1997), Studentin PH; Christoph Schümperli (1966), Leiter Finanzen/Administration; Belinda Mader (1999), In Ausbildung; Jürg Möckli (1962) selbstständig; Friedrich Treib (1962), Berufsoffizier; Sonja Wirth (1951), Kirchliche Mitarbeiter; Andreas Schori (1958), Dipl. Rettungssanitäter HF; André Fischer (1966), Leiter Gastronomie; Judith Heiniger (1975), Familienfrau/Floristin; Albert Knobel (1948), pens. Masch. Schlosser; Hans Lüthi (1956), IH Fachmann; Karin Schenkel-Fröhlich (1956), Kirchliche Mitarbeit; Martin Kronauer (1948), pens. Primarlehrer; Maria Hofmann (1980), dipl. Pflegefachfrau HF; Katharina Ledendecker, (1971), dipl. Pflegefachfrau HF; Michael Tschumi (1974), El. Ing. FH; Susanna Guggisberg-Gysel (1982), Primarlehrerin/Familienfrau. (hil)

«Gewachsene Werte nicht einfach so aufgeben»

Als Junior-Partner in einer Fraktion mit der SVP hilft die EDU gemäss Wahlarithmetik gewöhnlich dem Seniorpartner. Doch Mader hat gerechnet:

«Wenn jeder auf der Liste drei befreundete Paare überzeugen kann, unsere Liste unverändert einzuwerfen, reicht es für einen zweiten Sitz.»

Inhaltlich vertritt die EDU christlich-biblische Werte. Sie hält ein traditionelles Familienbild hoch. «Wir stehen aber nicht rechts der SVP. Etwa in der Sozialpolitik gar nicht», sagt Mader. Gesellschaftliche Veränderungen liessen sich nicht aufhalten, sagt er. Doch über die Jahrhunderte gewachsene Werte dürften nicht einfach so preisgegeben werden.

In diesem Sinne ist auch das Wahlmotto «Sorge tragen zu Frauenfeld» zu verstehen. Das Plakat zeigt ein herzförmiges Ei mit dem Stadtwappen darauf, das auf Händen getragen wird.

«In Frauenfeld ist uns insbesondere wichtig, dass wir die Finanzen im Griff haben und dass das Gewerbe nicht leidet»

sagt Mader. Zur Stadtentlastung sagt er: «Ohne neue Strassen geht es nicht. Ob es nun aber der Millionen-Tunnel sein muss?»

Doppelt so viele Frauen wie noch vor vier Jahren

Auf der Liste 8 finden sich auffallend viele Personen mit einem sozialen oder pädagogischen Beruf. Der Anteil an Frauen hat die Partei von vier auf acht verdoppelt. Ein bekannter Name ist Christoph Schümperli, der vor vier Jahren in Müllheim als Gemeindepräsident kandidierte.