Glosse

Für Wil West genügt das Beste

Südsicht auf die Kunst des Verkaufens an gebeutelte Steuerzahler.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Dem Literaten François de La Rochefoucauld wird das Zitat «Bescheidenheit ist die schlimmste Form der Eitelkeit» zugeschrieben. «Mir genügt das Beste» wiederum soll einst der Schriftsteller Oscar Wilde gesagt haben.

Von welchem der beiden Herren sich die Organisation Standortentwicklung Wil West inspirieren liess, wissen wir nicht. Jedenfalls hat man sich für die Kommunikation nicht einfach den Erstbesten mit Word auf dem Computer und einem Fotohandy geholt.

Für eine halbe Million Franken darf man schon die Besten erwarten. Farner Consulting hat deshalb den Auftrag. Die haben Mandate von TCS und VCS. Vom Verkauf verstehen die also definitiv etwas.

Somit dürfte es auch kein Problem sein, dem Steuerzahler zu verkaufen, dass man sein Steuergeld ausgibt, um ihm etwas zu verkaufen, das er bereits bezahlt hat.

Vielleicht denken wir in unserer Einfachheit aber auch einfach zu wenig weit – und es geht um mehr. Um die Frage beispielsweise, wie man im Jahr 2020 mit einer reinen Industriezone neben einer Autobahnausfahrt ein Konzept aus den 1950er-Jahren als «sorgsamen Umgang mit Ressourcen» verkaufen kann.

Fragen über Fragen. Die eine oder andere wird man uns für eine halbe Million bestimmt beantworten. Die wichtigste Lektion in Public Relations hat man jedenfalls bereits gelernt: Nur keine PR ist schlechte PR.

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