Merola sichert Thurgau den Sieg

Der HC Thurgau tut sich im Heimspiel gegen Aufsteiger Sierre schwer, gewinnt aber schliesslich 3:2.

Thomas Werner
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Thurgaus Topskorer Kellen Jones (Mitte, gegen Doppeltorschütze Auguste Impose) verbuchte gegen Sierre einen Assist.

Thurgaus Topskorer Kellen Jones (Mitte, gegen Doppeltorschütze Auguste Impose) verbuchte gegen Sierre einen Assist.

Bild: Mario Gaccioli

Der HC Thurgau gewann sein zehntes Heimspiel in Folge und behauptete seinen Platz im Spitzenquartett der Swiss League. Beim 3:2-Erfolg gegen Aufsteiger Sierre konnten die Thurgauer allerdings spielerisch wenigüberzeugen. Der Partie, die vor 2177 Zuschauern in der Weinfelder Güttingersreuti unter der Affiche «Weihnachtsspiel» über die Bühne ging, fehlte über weite Phasen jeglicher Glanz.

Lediglich 2,45 Tore erzielen die Thurgauer in der laufenden Saison pro Spiel. Diese Quote hätte also gegen Sierre nicht zum Erfolg gereicht. Zum Glück spielt in Reihen des HCT ein Akteur, dessen persönliche Torquote (0,48 Tore pro Spiel) ausgezeichnet ist. Melvin Merola traf 169 Sekunden vor Schluss zum 3:2. Es war bereits der 14. Saisontreffer des wirbligen Stürmers, der im Mitteldrittel bereits zum 2:2 getroffen hatte. Lediglich neun Spieler haben in der Swiss League bisher öfters getroffen, allesamt ausländische Verstärkungsspieler.

An Einsatz mangelte es beim HCT erneut nicht

Bezüglich Einsatz konnte man der Mannschaft von Trainer Stephan Mair einmal mehr keine Vorwürfe machen, sie scheute erneut keinen Aufwand. So sprach die 2:1-Führung der Walliser nach 34 Minuten dem Spielverlauf denn auch Hohn. Connor Jones hatte das Heimteam in der 25. Minute – unter gütiger Mithilfe von Sierre-Goalie Remo Giovannini – in Führung gebracht. Wohl verleitet durch die eher bescheidenen Angriffsbemühungen der Gäste, schlichen sich in Thurgaus Defensive aber einige Unkonzentriertheiten ein. Auguste Impose profitierte davon und erzielte in der 28. und 35. Minute seine Saisontreffer zwei und drei.

Thurgau verpasste die Chance, den Gegner frühzeitig zu ­distanzieren und dadurch im Schlussdrittel Kräfte für die kommenden Aufgaben sparen zu können. Die Spielanlage der Thurgauer war zu kompliziert und so selbst für die bescheidenen Siderser meist leicht berechenbar. So fehlte das Überraschungsmoment, weil sich Mairs Spieler zu oft für die falsche Anspieloption entschieden.

Kellen Jones erneut ein vorbildlicher Teamplayer

Lediglich der ersten Sturmformation gelang es an diesen frühen Adventsabend, den Gegner wirklich unter Druck zu setzen. Dies dank der zweiten grossen Figur im Thurgauer Ensemble: Topskorer Kellen Jones. Der 7.-Runden-Draft der Edmonton Oilers ist zwar kein überdurchschnittlicher Torproduzent wie etwa die Ajoie-Stürmer Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen, aber er ist ein Teamplayer par excellence. Im Offensivspiel und auch bei seiner Defensivarbeit war ihm kein Weg zu weit, immer wieder versuchte er Linie ins Spiel des Heimteams zu bringen. Die Krönung seiner Leistung in Form eines Torerfolgs blieb ihm verwehrt, weil er in der 15. Minute lediglich das Torgestänge traf.

So bedurfte es einmal mehr einer – über die ganze Partie gesehen – konzentrierten Teamleistung in der Defensive. Mit lediglich 62 Gegentreffer in 29 Partien weisen die Thurgauer einen überragenden Wert auf, der nur von Leader Kloten übertroffen wird (51).

Die wertvollen Tore der Thurgauer

Offensiv sieht’s weiter weniger gut aus. Mit ihren 71 Toren liegen die Thurgauer nur an drittletzter Position der Swiss League. Positiv gesehen, bedeutet dies aber, dass keine Tore wertvoller sind als diejenigen des HCT. So ist jeder Thurgauer Treffer 0,83 Punkte wert. Bei diesem «Spiel» (Zahl der Punkte geteilt durch Zahl der Tore) liegen Kloten (0,59) und der Zweite Olten (0,51) weit zurück.

Die Partie gegen Sierre war erst der Auftakt des Festtagsprogramms. Bereits heute haben die Thurgauer im Heimspiel gegen Winterthur die Chance ihre Anwartschaft auf einen Top-4-Platz in der Endabrechnung weiter zu untermauern. Bis Jahresende stehen danach noch weitere zwei Begegnungen auf dem Programm. Am Freitag gastiert der HCT für ein Spitzenspiel in Olten, zwei Tage später kommt das Team der EVZ Academy nach Weinfelden.

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