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Mentale Nachwehen

Murgspritzer: Was die Bundesratswahlen, die Budgetdebatte des Grossen Rates und der Frauenfelder Waffenlauf gemeinsam haben, verrät Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stokholm den Medien.

Samuel Koch
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Samuel Koch, Redaktor Ressort Frauenfeld & Untersee.

Samuel Koch, Redaktor Ressort Frauenfeld & Untersee.

Über Interesse oder Desinteresse lässt sich streiten. Wer aber behauptet, Politik sei langweilig, irrt gewaltig. So blickte vergangene Woche nicht nur Fräuli und Leuli unter die Kuppel des Bundeshauses zu den Bundesratswahlen. Selbst die Kantonsräte im Grosse Rat schielten trotz anstehender Budgetdebatte mit nervenaufreibender Zahlenbeigerei von Weinfelden aus nach Bundesbern, was amüsante Blüten trug.

Gewählte Volksvertreter sollen auf ihre Sachpolitik fokussieren und sich nicht von Livestream und Ticker aus Bern ablenken lassen, kann man jetzt monieren. Einen solchen Appell sprach vorgängig auch der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm ins Mikrofon eines lokalen Fernsehmediums. Er erwarte, dass alle konzentriert bei der Sache seien. Bei der Wahlbekanntgabe der freisinnigen Karin Keller-Sutter dürfte der FDP-Fraktionspräsident unter seinem Pult aber schon die Faust geballt haben wie bei einem Tor am Töggelikasten.

Noch glücklichere Gefühlsausbrüche erlebte Stokholm offenbar zuletzt vor rund einem Monat, wie er bei einem späteren Statement erneut vor der TV-Kamera bewies. Es sei natürlich sehr schön, dass nun eine Bundesrätin aus der Ostschweiz gewählt sei. «Dass sie von Wil kommt, ist nochmals schön, weil dort renne ich einmal im Jahr beim Waffenlauf vorbei», ergänzte er sec und mit einem spitzbübischen Lächeln im Gesicht.

Diese Aussage lässt stark vermuten, dass sich Anders Stokholm entweder schon jetzt – elf Monate vorher (!) – auf den nächsten Waffenlauf freut. Oder aber, dass er mental noch an den Strapazen des diesjährigen zu nagen hat.

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