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Im Thurgau gibt es mehr Kindergärtler dafür weniger Sekundarschüler

Die Thurgauer Schülerzahl wächst um 1,8 Prozent dank einer höheren Geburtenrate und der Zuwanderung. Im Unterschied zum Nachbarkanton Zürich gibt es im Thurgau keinen Lehrermangel.
Thomas Wunderlin
Beat Brüllmann und Heinz Leuenberger besuchen eine Lehrerweiterbildung im Modul Medien und Informatik in Aadorf. (Bild: PD/Markus Zahnd)

Beat Brüllmann und Heinz Leuenberger besuchen eine Lehrerweiterbildung im Modul Medien und Informatik in Aadorf. (Bild: PD/Markus Zahnd)

Wenn ein Thurgauer Kind bis zum 31. Juli vier Jahre alt geworden ist, muss es ab dem kommenden Montag den Kindergarten besuchen. Die Eltern haben jedoch das Recht, ihr Kind noch ein Jahr zu Hause zu behalten. Dadurch erschwert sich die Planung der Schulgemeinden. «Manchmal wird eine Klasse grösser als vom Gesetz vorgesehen», sagt Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden.

In der Regel bestätigen sich aber die Prognosen, die das Amt für Volksschule traditionellerweise zum Schulbeginn nach den Sommerferien veröffentlicht, sagt Amtschef Beat Brüllmann. Am kommenden Montag packen 2590 Kindergärtler zum ersten Mal ihr Znünitäschli. Insgesamt besuchen 5773 Kinder einen Thurgauer Kindergarten, was 4 Prozent mehr als im letzten Jahr sind. Auch Primarschüler werden ein wenig mehr, während die Sekundarschüler leicht abnehmen.

Nächstes Jahr werden es 30000 Schüler im Thurgau

Total besuchen 29833 Kinder die Thurgauer Volksschule, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus den steigenden Zahlen der Kindergärtler lässt sich mit ziemlicher Sicherheit vorhersagen, dass die Gesamtzahl der Thurgauer Schüler weiter steigen wird. Brüllmann rechnet mit über 30000 Schülern im nächsten Jahr.

Die Gründe sieht er bei der steigenden Geburtenrate und dem Zuzug aus andern Kantonen und andern Ländern. Die Zunahme «spiegelt auch die Attraktivität des Kantons Thurgau als Schulstandort» wider. Das Wachstum ist ungleich verteilt. Manche Thurgauer Schulgemeinde wird weiter schrumpfen. Auch innerhalb wachsender Schulgemeinden wird es Quartiere mit sinkenden Schülerzahlen geben.

Sonderschüler werden zunehmend in die Normalklasse integriert

Fast unverändert bleibt der Anteil der Sonderschüler bei 2,8 Prozent. Die Schulen lassen sie zunehmend in ihren Klassen anstelle einer Umteilung in ein heilpädagogisches Zentrum. Diese integrierten Sonderschüler benötigen jedoch Unterrichtsassistenten und Heilpädagogen. Dadurch gibt es laut Brüllmann «mehr Betrieb» im Schulunterricht. Die Lehrer müssten dafür Verständnis aufbringen. Die Lehrerstellen haben um 1,9 Prozent zugenommen. Dennoch konnten alle besetzt werden; nur schulische Heilpädagogen werden weiterhin gesucht.

Wieso es im Thurgau anders läuft als in Zürich, wo Lehrermangel herrscht, sei schwierig zu sagen, meint Brüllmann. Sicher mache die eigene Pädagogische Hochschule viel aus. «Die Schulgemeinden haben einen guten Job gemacht.» Sie hätten frühzeitig die Stellen besetzt. Mittelfristig sieht Brüllmann eine mögliche Knappheit bei den Kindergärtnerinnen. Eine Arbeitsgruppe beobachtet den Stellenmarkt und wird bei Bedarf allenfalls Massnahmen vorschlagen. Möglicherweise werden höhere Löhne für Kindergärtnerinnen zum Thema werden. Lohnerhöhungen für andere Stufen sind derzeit nicht im Gespräch.

Nur ein Drittel der Lehrer arbeitet Vollzeit

Männliche Kindergärtner gibt es kaum. Auch unter den Primarlehrern überwiegen die Frauen, während das Geschlechterverhältnis auf der Sek-Stufe ausgeglichen ist. Nur ein Drittel der Lehrer arbeitet Vollzeit. Die 2146 Vollstellen verteilen sich deshalb auf 3200 Personen.

Schulen werden doppelt digital


Einige Dutzend Aadorfer Lehrer absolvieren derzeit im Schulhaus Löhracker eine Weiterbildung im Lehrplanmodul Medien und Informatik. Der Regierungsrat hat eine solche Weiterbildung für obligatorisch erklärt. Beim Besuch der Medienvertreter befassten sich die Teilnehmer mit dem Programm Scratch, einem allgemein zugänglichen Programmierhilfsmittel. Die Weiterbildung sei sinnvoll, sagt der Ettenhauser Mittelstufenlehrer Michael Siedler. Man verliere Ängste vor dem Stoff.

Zusammen mit seinem Kollegen Kaspar Huber entwirft er ein Computerspiel, bei dem Blitze mit einem Korb aufgefangen werden müssen. Die Schulen lehren nicht nur den Umgang in der digitalen Welt, sie werden auch selber digital. So müssen sie teure IT-Geräte beschaffen. Auch der Support kostet; laut dem Präsidenten des Schulgemeindeverbands Heinz Leuenberger reicht es kaum noch, wenn ihn ein Lehrer im Nebenamt leistet. (wu)

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