Mehr Präsenz, mehr Kooperation, mehr Programm: Der Kunstverein Frauenfeld denkt sich die eigene Zukunft neu

Eine Auslegeordnung zum Saisonstart. Der Kunstverein Frauenfeld will vorläufig im Bernerhaus bleiben, setzt auf die Wirkung der Printmedien und will neue Geldquellen erschliessen.

Dieter Langhart
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Hans Bissegger und Präsidentin Rita Wenger in der aktuellen Ausstellung des Kunstvereins.

Hans Bissegger und Präsidentin Rita Wenger in der aktuellen Ausstellung des Kunstvereins.

(Bild: Dieter Langhart)

Eine schwierige Zeit auch für den Kunstverein: Geplante Ausstellungen mussten wegen Corona abgesagt und verschoben werden. Dafür haben die neun Vorstandsmitglieder das Vereinsjahr mit einer Seminarsitzung begonnen und mit einer Auslegeordnung über die Zukunft des Kunstvereins nachgedacht. Behalten sie das Konzept mit vier Ausstellungen pro Jahr und einer Sommeraktion bei? «Ja», sagen Präsidentin Rita Wenger und Hans Bissegger.

«Aber die Schutzmassnahmen verbieten wohl Anlässe mit viel Publikum.»

Somit auch weniger Austausch mit dem Publikum. Bleibt der Kunstverein im Bernerhaus? «Vorläufig ja.» Die Lage ist hervorragend, Räume und Infrastruktur sind wunderschön, wenngleich man sich manchmal offenere Räume wünschte.

Die aktuelle Grillgi-Ausstellung beim Kunstverein.

Die aktuelle Grillgi-Ausstellung beim Kunstverein.

(Bild: Andrea Stalder)

Der Kunstverein wolle präsenter sein und stärker nach aussen auftreten, in der Presse wie auch online, sagen Wenger und Bissegger. «Die Printmedien sind für uns und unsere Mitglieder nach wie vor eine wichtige Plattform, sich darzustellen und dem Publikum zu zeigen.» Wie geht es dem knapp 400 Mitglieder zählenden Verein finanziell? Wie die eigene, über Jahrzehnte aufgebaute und kostspielige Kunstsammlung bewirtschaftet werden könnte, werde derzeit diskutiert; dass einzelne Werke verkauft würden, sei nicht ausgeschlossen.

«Wir müssen weitere Finanzquellen finden und mögliche Kosteneinsparungen suchen.»

Der überregional wirkende Kunstverein bietet Künstlern eine Plattform. Nun denkt er vermehrt über Kooperationen nach. Partnerschaften mit anderen kunstvermittelnden Institutionen könnten Neues ermöglichen und auch weiteres Publikum anziehen, sagen Wenger und Bissegger, denen Kunstvermittlung am Herzen liegt. Im Programm 2020/21 folgen auf Autodidakt Grillgi Rahel Müller (erstmals im Kunstverein zu sehen) und Markus Huber, Almira Medaric (Adolf Dietrich-Preis 2017), und die Saison beschliesst neue Kunst aus der Mongolei. Die Jahresprogramme sollen weniger zufällig sein: «Wir planen, künftig alle zwei Monate eine Ausstellung auszurichten.»

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