Grosser Rat Thurgau
Kinder sind die Zukunft: Mehr Gemeinde-Engagement bei der Kinderbetreuung im Thurgau erwartet

Ein Bericht kommt zum Schluss, dass die Kosten für die externe Kinderbetreuung im Kanton Thurgau hoch sind. 48 der 80 Politischen Gemeinden sind zudem ohne eigenes Kita-Angebot. Der Grosse Rat sieht über die Parteigrenzen hinweg in einem guten Betreuungsangebot auch Standortvorteile für die Wirtschaft.

Hans Suter
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Fast alle Kitas im Kanton Thurgau haben private Trägerschaften.

Fast alle Kitas im Kanton Thurgau haben private Trägerschaften.

Bild: Alex Spichale

Im Auftrag des Grossen Rates hat die Fachstelle Kinder-, Jugend- und Familienfragen den Bericht «Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung im Kanton Thurgau» erarbeitet. Dieser liefert Informationen zu den Themen Angebot und Nachfrage, Elterntarife und öffentliche Finanzierung sowie zur Durchführung von Angebots- und Bedarfserhebungen.

Je gut 1400 Betreuungsplätze für Kinder im Vor- und Schulalter

Demnach standen Ende 2019 im Thurgau 1430 Betreuungsplätze für Kinder im Vorschulalter sowie rund 1450 Betreuungsplätze für Kinder im Schulalter zu Verfügung. Während fast alle Kindertagesstätten (Kitas) private Trägerschaften haben, handelt es sich bei der schulergänzenden Betreuung (SEB) zu drei Vierteln um öffentliche Angebote. Obschon einige Gemeinden ein umfangreiches Angebot an Kita-Plätzen haben, gibt es eine Mehrheit von 48 Politischen Gemeinden ohne eigenes Kita-Angebot.

Für die Betreuung von Schulkindern steht in 44 Schulgemeinden mindestens ein Mittagstisch zur Verfügung. In 23 Schulgemeinden steht ein ganztägiges Betreuungsangebot mit 25 Betreuungsstunden pro Woche oder mehr zur Verfügung. Auf der anderen Seite haben 22 Schulgemeinden kein eigenes schulergänzendes Betreuungsangebot.

Die Präsidentin der vorberatenden Kommission, Katharina Bünter-Hager (CVP, Gerlikon), stellte den Verfassern ein gutes Zeugnis aus. Mit Bedauern stellte sie fest, dass rund 50 Prozent der Gemeinden keine Beiträge an Kitas leisten und dass 89 Prozent der Kita-Kosten von den Eltern getragen werden müssen. Es gebe Handlungsbedarf.

Unterschiede sind gross und die Kosten für Eltern hoch

Dieser Erkenntnis aus der vorberatenden Kommission folgten alle Fraktionen. Über die Parteigrenzen hinweg wird die Wichtigkeit der Kinderbetreuung heute anerkannt. Nicht zuletzt im wirtschaftlichen Kontext: Ein gutes Betreuungsangebot stelle heute einen Standortvorteil für Firmen dar. Die Gemeinden wiederum profitierten von den Steuereinnahmen, weshalb sich diese an den Kosten der Betreuungsangebote mehr beteiligen sollten. Dies, so wurde weiter ausgeführt, könnte die hohen Kosten der Eltern senken. Fazit: Ein gutes Betreuungsangebot sei ein Gewinn für alle.