Mehr Gehör für Jugendliche: Mit dem neuen Jugendrat soll die heranwachsende Frauenfelder Bevölkerung im Stadtleben mitreden

Die Fachstelle für Kinder- und Jugendanimation 20gi steht mit dem Jugendrat Frauenfeld kurz vor dem Start. Im November lädt sie zu zwei Informationsabenden ein und hofft kurz danach die ersten Projekte in Angriff zu nehmen.

Sophie Ade
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Sereina Bonde («20gi»), Markus Kutter (Amtsleiter Gesellschaft und Integration), Silvan Maier («20gi») und Stadträtin Barbara Dätwyler hinter dem Standort der Fachstelle «20gi» in Frauenfeld.

Sereina Bonde («20gi»), Markus Kutter (Amtsleiter Gesellschaft und Integration), Silvan Maier («20gi») und Stadträtin Barbara Dätwyler hinter dem Standort der Fachstelle «20gi» in Frauenfeld.

(Bild: Andrea Stalder)

Konfetti per Post: Das bekamen kürzlich alle Frauenfelder Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren. Nebst den bunten Papierschnipseln steckte auch eine Einladung im Umschlag. Denn Frauenfeld soll einen Jugendrat erhalten. Allen Grund zu feiern, findet das Team der Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi, denn ab jetzt würden auch die Jugendlichen in die Entwicklung der Stadt miteinbezogen werden.

Vor zehn Jahren erhielt Frauenfeld das Unicef-Label, das die Stadt als «kinderfreundliche Gemeinde» auszeichnete. Als Massnahme richtete die Stadt 2015 ein Kinderrat ein. Nun soll mit dem Jugendrat eine Anschlusslösung für engagierte Jugendliche geschaffen werden. Markus Kutter, Leiter des Amtes für Gesellschaft und Integration sagt:

«Druck zur Realisierung eines Jugendrates erhielten wir vor allem vom Kinderrat. Die Mitglieder wollten nach ihrer Amtszeit weiter aktiv die Stadt mitgestalten, doch hatten keine Möglichkeit dazu.»

Daher kam die Fachstelle vor vier Jahren diesem Wunsch nach und entwickelte den Rahmen für den zweijährigen Pilotversuch des Jugendrates. «Die Jugendlichen können also direkt loslegen», sagt Sereina Bonde, Leiterin der Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi. Als Vorbild für den Frauenfelder Jugendrat diente die Berner Jugendsession. Laut Bonde hat es diese geschafft, das unattraktive Politische ansprechend zu präsentieren und so die Jugendlichen für das Mitwirken in der eigenen Stadt zu begeistern. Einen solchen Erfolg erhoffen sich Silvan Maier und Sereina Bonde vom 20gi auch beim Startschuss in Frauenfeld.

Die vier Initianten bei der Medienkonferenz in den Räumen der Fachstelle «20gi».

Die vier Initianten bei der Medienkonferenz in den Räumen der Fachstelle «20gi».

(Bild: Andrea Stalder)

Eigene Projekte und keine Tabuthemen

«Wir haben zwar die Eckpfeiler gesetzt und werden die Jugendlichen begleiten, doch über den ganzen Inhalt und die Organisation entscheiden sie», sagt Maier. Deshalb sei noch unklar, wohin sich der Rat entwickeln wird. Alles wird bei der ersten Versammlung geklärt. Nach der möglichst zeitnahen Gründung soll der Rat drei- bis viermal im Jahr tagen. Tabuthemen gibt es laut Bonde keine. Alle Ideen dürfen ausgesprochen werden. Maier sagt:

«Der Jugendrat ist kein Parlament, sondern vielmehr eine Plattform, wo die Jugendlichen ihre eigenen Anliegen und Projekte realisieren können.»

Der abschliessende Entscheid zur Durchführung eines Projektes liege aber nicht in ihren Händen, sondern bei Verwaltung und Politik.

Stadträtin und Vorsteherin des Departements für Gesellschaft und Soziales Barbara Dätwyler

Stadträtin und Vorsteherin des Departements für Gesellschaft und Soziales Barbara Dätwyler

(Bild: PD)

Nebst dem Wohnsitz in Frauenfeld und dem Alter zwischen 14 und 21 Jahren soll das ideale Mitglied vor allem Engagement mitbringen. «Jemand, der nur motzt, ist hier falsch. Ein Mitglied soll Ideen und Vorschläge haben, wie man etwas anders machen oder verändern könnte», sagt Barbara Dätwyler, Stadträtin und Vorsteherin des Departements für Gesellschaft und Soziales. Die Fachstelle hat die Anzahl Mitglieder noch nicht festgelegt. Kutter sagt:

«Wir wollen vor allem möglichst breit aufgestellt sein, damit die ganze Vielfalt unserer Gesellschaft abgedeckt wird.»

An den kommenden Infoabenden (siehe Kasten) will die Fachstelle die Interessierten abholen, informieren und zur Anmeldung überzeugen.

Infoabende mit Maske

Wessen Interesse nun geweckt ist, kann am 13. sowie 19. November jeweils von 19 bis 21 Uhr an der Infoveranstaltung im Grossen Bürgersaal des Rathauses teilnehmen. Zum Schutzkonzept gehört das Tragen einer Schutzmaske und die Erhebung der Kontaktangaben. Wer sich vorab schon informieren will, kann das über den Instagram-Account jugendrat_frauenfeld oder die Website www.agi.frauenfeld.ch tun.