Mehr Bewerber als Sitze: Das Bezirksgericht Münchwilen ist begehrt

Der Hinterthurgau hat die Qual der Wahl: Die Kandidatinnen und Kandidaten für das Bezirksgericht stellten sich an einer Wählerversammlung vor.

Christoph Heer
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Der amtierende Bezirksgerichtspräsident Alex Frei muss sich wohl nicht mehr gross vorstellen. Rund 40 Personen, inklusive fast aller Kandidaten, nahmen an der öffentlichen Wahlveranstaltung teil.

Der amtierende Bezirksgerichtspräsident Alex Frei muss sich wohl nicht mehr gross vorstellen. Rund 40 Personen, inklusive fast aller Kandidaten, nahmen an der öffentlichen Wahlveranstaltung teil.

Bild: Christoph Heer

Die Wahl der Bezirksbehörden. Oft gehört, jedoch stets im Schatten von Gemeinde-, Kantons- oder Regierungsratswahlen. «Es ist tatsächlich so. Die Bezirksbehörden sind für viele ein wohl eher unbekanntes Gremium. Umso wichtiger erschien es uns von der Interpartei Bezirk Münchwilen, eine Wahlveranstaltung auf die Beine zu stellen. So erhielten alle Kandidaten die Möglichkeit, sich vorzustellen und Werbung in eigener Sache zu betreiben», sagte David Zimmermann. Er begrüsste am Donnerstag gut 40 Teilnehmer zur öffentlichen Veranstaltung im Saal des Restaurants Engel und führte auch zielstrebig durch den Abend. Die Gesamterneuerungswahlen der Bezirksbehörden und der Friedensrichterinnen und Friedensrichter finden am 9.Februar statt.

«So eine grosse Auswahl an Kandidatinnen und Kandidaten zu haben, ist definitiv eine wunderbare Ausgangslage.»

Im Bezirk Münchwilen sind für mehrere Wahlgeschäfte mehr Wahlvorschläge eingegangen, als Mandate zu vergeben sind. Das sei eine erfreuliche Tatsache, meint David Zimmermann. «So eine grosse Auswahl an Kandidatinnen und Kandidaten zu haben, ist definitiv eine wunderbare Ausgangslage.» Alex Frei (Eschlikon, CVP, bisher) kandidiert für eine weitere Amtsdauer als Gerichtspräsident. Als Berufsrichter (zwei Mandate) sind es ebenfalls die Bisherigen, die wiedergewählt werden wollen, nämlich Cornel Inauen (Münchwilen, SVP) und Nina Schüler-Widmer (Braunau, FDP).

Spannend ist die Ausgangslage zur Wahl der nebenamtlichen Mitglieder. Für die vier Mandate bewerben sich sieben Personen. Sabina Peter Köstli (Ettenhausen, CVP, bisher), Andreas Breitenmoser (St.Margarethen, FDP, neu), Alfred Grimm (Sirnach, parteilos, neu), Susanna Koller Brunner (Eschlikon, SVP, neu), Matthias Kreier (Oberwangen, Grüne, neu), Stephan Metzger (St.Margarethen, SVP, neu) sowie Alexander Sigg (Wallenwil, GLP, neu).

Wahlkampf auf mehreren Bühnen

Zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten befinden sich nicht nur im Wahlkampf zur Gesamterneuerungswahl der Bezirksbehörden. Unter anderem sind Cornel Inauen und Alex Frei auch im Grossen Rat vertreten und Martin Sträuli (Tägerschen, SVP) versucht, die Wahl als Friedensrichter zu schaffen und gleichzeitig Einsitz als neuer Gemeinderat in Tobel-Tägerschen zu nehmen. Für zusätzliche Rochaden könnte auch die Personalie Cornel Inauen sorgen. Wenn er am 22.Januar die Wahl an das Obergericht schafft und am 9.Februar auch in seinem jetzigen Amt als Bezirksberufsrichter bestätigt wird, würde er Zweitgenanntes ablehnen.

Vier Kandidaten wollen sich als Ersatzmitglieder wählen lassen, wobei nur drei Mandate zu vergeben sind. Aus dem antretenden Quartett, Simone Ender-Truniger (Sirnach, CVP, bisher), Simon Wetter (Wilen, FDP, bisher), Simon Frey (Aadorf, EVP, neu) und Yvonne Koller (Wiezikon, SVP, neu), wird einer leer ausgehen.