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Matzinger Rössli-Kreuzung nimmt Umweg über Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen

Die Sanierung der Rössli-Kreuzung Matzingen ist komplex und verzögert sich deshalb seit etlichen Jahren. Weil ein privater Beschwerdeführer mit der Frauenfeld-Wil-Bahn und dem Bundesamt für Verkehr über Kreuz liegt, müssen sich nun die Bundesrichter mit dem Fall beschäftigen.
Samuel Koch
Bei der Rössli-Kreuzung Frauenfelderstrasse/Stettfurterstrasse spitzt sich die Lage vor allem dann zu, wenn das Wiler-Bähnli passiert. Noch schliesst sich dafür aber keine Schranke. Auch die Altholzstrasse (Bildmitte nach oben) ist weiter beidseits befahrbar.Bild: Reto Martin

Bei der Rössli-Kreuzung Frauenfelderstrasse/Stettfurterstrasse spitzt sich die Lage vor allem dann zu, wenn das Wiler-Bähnli passiert. Noch schliesst sich dafür aber keine Schranke. Auch die Altholzstrasse (Bildmitte nach oben) ist weiter beidseits befahrbar.Bild: Reto Martin

Eine schier unendliche Geschichte. Die Sanierung der Rössli-Kreuzung in Matzingen liegt seit knapp zehn Jahren auf Eis. Selbst die Gemeinde ist seit einiger Zeit nicht mehr Herr über die Lage beim verkehrstechnischen Nadelöhr an der Kreuzung Frauenfelderstrasse/Stettfurterstrasse, wie Gemeindepräsident Walter Hugentobler sagt:

«Die Gemeinde ist vor Bundesverwaltungsgericht nicht mehr verfahrensbeteiligt.»

Walter Hugentobler, Gemeindepräsident Matzingen. (Bild: Donato Caspari)

Walter Hugentobler, Gemeindepräsident Matzingen. (Bild: Donato Caspari)

Etwas im Dunkeln tappt die Gemeinde wegen der juristischen Beharrlichkeit eines Privaten, der seit Jahren sowohl mit der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) als auch mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) über Kreuz liegt. Die Krux: Täglich rollen bis zu 12'500 Fahrzeuge auf der Frauenfelderstrasse durch das Dorf im Murgtal. Die FWB will seit 2012 dringend ihren Bahnübergang auf der Kreuzung zur Stettfurterstrasse sanieren. Auf Geheiss des kantonalen Tiefbauamts sieht die Sanierung aber zugleich eine Sackgasse für die unvorteilhaft liegende Altholzstrasse vor, wie der stellvertretende Kantonsingenieur Benedikt Eberle meint.

Die Quartierstrasse, die in unmittelbarer Nähe zur Kreuzung in die Stettfurterstrasse mündet, bringt das Nadelöhr mit Umfahrungsverkehr aus Frauenfeld gerade in Stosszeiten zusätzlich in Bedrängnis, weil Bewohner des Frauenfelder Quartiers Huben oder Besucher des Kantonsspitals über die Alte Landstrasse und die Altholzstrasse in Richtung Autobahn A1 fahren.

Oberdorf-Quartier befürchtet Mehrverkehr

Rund um den gordischen Knoten namens Rössli-Kreuzung ereigneten sich laut Statistik des Tiefbauamtes in der vergangenen Dekade insgesamt 16 Unfälle, einer davon mit einer schwer verletzten Person. Laut der neuesten Verfügung des BAV, sie datiert aus dem Jahr 2012, sollen bei der Rössli-Kreuzung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit Bahnschranken, Blinklichter sowie ein Poller in der Altholzstrasse erfolgen, womit der private Beschwerdeführer aus dem Oberdorf-Quartier (parallel zur Altholzstrasse) Mehrverkehr befürchtet.

Eine erste Variante mit einem Linksabbiegeverbot in die Altholzstrasse erlag vor Jahren nach Dutzenden Einsprachen. Gemeinde- oder kantonseigene Sanierungspläne etwa mit zwei verschiedenen Kreiselvarianten oder einer Ampelanlage gehören ebenfalls längst zum alten Eisen.

FWB-Direktor: «Komplexes Gemeinschaftsprojekt»

Mehr Licht ins Dunkel der Sanierung des Bahnübergangs vermag Thomas Baumgartner zu bringen. Der FWB-Direktor spricht von einem Gemeinschaftsprojekt zwischen Bahn und Kanton sowie der Komplexität des Verkehrsknotens mit etlichen Zufahrtsstrassen wie der Altholzstrasse als problematischen Bypass.

Thomas Baumgartner, Direktor Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB). (Bild: Ralph Ribi)

Thomas Baumgartner, Direktor Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB). (Bild: Ralph Ribi)

Er stellt sich für die FWB seit Jahren als fast unüberwindbaren Prellbock heraus. Durch die Plangenehmigungsverfügung des BAV könnte die FWB die vom Bund vorgeschriebenen Sanierungen vorantreiben. «Wir müssen handeln», sagt Baumgartner. Die Frist für die Sanierung aller FWB-Bahnübergänge sei bereits vor fünf Jahren abgelaufen.

Nebst der Rössli-Kreuzung in Matzingen ist für die FWB einzig noch die Kreuzung Eschlikonerstrasse in Münchwilen sanierungsbedürftig. «Auch in Matzingen wollen wir alles richtig machen», meint Baumgartner. Und trotzdem sind ihm derzeit die Hände gebunden. Denn aktuell muss sich das Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen mit der Causa Rössli-Kreuzung beschäftigen. Sprecher Rocco Maglio bestätigt zwar das hängige Verfahren. Zu weiteren Fragen äussert er sich aber nicht.

Geplante Takterhöhung als nächste Knacknuss

Thomas Baumgartner wie auch Gemeindepräsident Hugentobler bestätigen, dass aktuell ein Schriftenwechsel mit dem Bundesverwaltungsgericht läuft. «Wir haben erst in diesen Tagen zur Beschwerde aus dem Oberdorf-Quartier Stellung nehmen können», sagen beide unisono. Zum Inhalt der Beschwerde wollen aber auch sie sich nicht äussern. Unabhängig davon, wie die Richter in St.Gallen entscheiden, läge die nächste Instanz beim Bundesgericht Lausanne.

Bis zum grünen Licht für die Sanierungen rund um die Rössli-Kreuzung taucht möglicherweise eine nächste Knacknuss auf: der voraussichtlich ab 2026 geplante Viertelstundentakt. Gemeindepräsident Walter Hugentobler zeigt sich besorgt über die angekündigte Takterhöhung. Er meint:

«Kommt die Schranke und dann die Takterhöhung, ist das Chaos bei der Rössli-Kreuzung definitiv vorprogrammiert.»

Deshalb plädiert er für einen Tramverkehr ohne Bahnschranke. Denn seine Prognosen sind klar und deutlich: «Der geplante Viertelstundentakt wird spätestens an der Rössli-Kreuzung scheitern.»

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