Matzingen stimmt Budget und zwei Kreditvorlagen deutlich zu - fast ohne Kritik

Die Füsse im Murgtal bleiben trocken. Die Gemeinde Matzingen stimmt dem Budget 2020 sowie zwei Kreditbegehren zum Murgsteg «Spinnere» und eine Hochwasserentlastungsleitung deutlich zu. Kritische Fragen gibt’s trotzdem.

Samuel Koch
Drucken
Teilen
Der im Februar neu gewählte Gemeinderat (von links nach rechts): Walter Lanz, Gemeindeschreiberin Sandra Kleindl, Gemeindepräsident Walter Hugentobler, Peter Schellenberg, Roger Wegmüller und Hanspeter Krähenbühl.

Der im Februar neu gewählte Gemeinderat (von links nach rechts): Walter Lanz, Gemeindeschreiberin Sandra Kleindl, Gemeindepräsident Walter Hugentobler, Peter Schellenberg, Roger Wegmüller und Hanspeter Krähenbühl.

Samuel Koch

Wer A sagt, muss auch B sagen. Nach diesem Motto hat der Gemeinderat Matzingen seinen Stimmberechtigten an der Budgetversammlung vom Dienstagabend zwei Kreditanträge vorgelegt. Denn sowohl für den Bau einer Hochwasserentlastungsleitung an der Juchstrasse als auch für den Neubau des Murgstegs «Spinnere» beim Rehliweiher hatten die Stimmbürger bereits in Vorjahren Ja gesagt.

75 Stimmberechtigte waren der Einladung der Gemeinde ins Mehrzweckgebäude gefolgt, bei welchem die neugewählten Gemeinderäte Walter Lanz, Peter Schellenberg und Roger Wegmüller ihre Feuertaufe erlebten. «Sicher deshalb sind so viele von Ihnen erschienen», sagte Gemeindepräsident Walter Hugentobler und holte Lacher ab.

Verwirrung über Höhe der Planungskosten

Der jetzige Murgsteg «Spinnere» beim Alpiq-Wehr hat bald ausgedient.

Der jetzige Murgsteg «Spinnere» beim Alpiq-Wehr hat bald ausgedient.

Bild: Donato Caspari (26. März 2019)

Bei den beiden Kreditbegehren war aber nicht allen Anwesenden zum Scherzen zu Mute. Zunächst verwirrt zeigten sich einige ob der Kostenaufteilung des gesamthaft 300'000 Franken teuren Projekts, zu welchem 155'000 Franken bereits in Vorjahren abgesegnet worden waren. Jemand sagte:

«Es ist schon komisch, dass die Planung 155'000 Franken und der Bau nun 145'000 Franken teuer sein soll.»

Nachdem Gemeinderat Lanz das Projekt und dessen Vorteile erwähnte, klärte Gemeinderat Hanspeter Krähenbühl auf: «Die Planung war sicher nicht so teuer.» Wegen der Verzögerungen und der neuen Auflagen, etwa beim Hochwasserschutz, sei der Steg mittlerweile ein grosses Projekt, «dafür ist es ein nachhaltiges».

Es folgten weitere Fragen. Wieso wird der Murgsteg nicht näher am Wehr errichtet? Wieso wird der Steg auf einer Breite von anderthalb Metern gebaut? Weniger Aufschüttungen und Behindertengerechtigkeit lauteten die Antworten von Gemeinderat Walter Lanz. Nachdem Urs Hanhart vom Verschönerungsverein für den Kredit plädierte, sagte die Versammlung grossmehrheitlich Ja zum restlichen Baukredit für den Murgsteg, bei vier Enthaltungen.

Die Visualisierung zeigt den bewilligten Murgsteg.

Die Visualisierung zeigt den bewilligten Murgsteg.

PD

Um ein Wesentliches unumstrittener ging das Geschäft Hochwasserentlastungsleitung Juchstrasse über die Bühne, das Gemeinderat Peter Schellenberg vorstellte: «Das ist die letzte Etappe, die uns vor Hochwasser schützen soll.» Ohne Fragen und Gegenstimmen winkten die Stimmbürger den Kredit durch.

Erste Tranche für Luderschür budgetiert

Für die Präsentation des Budgets zeichnete Gemeindepräsident Walter Hugentobler verantwortlich. Bei gleichbleibendem Steuerfuss von 56 Prozent rechnet Matzingen für 2020 bei Gesamtausgaben von rund 5,69 Millionen Franken mit einem Verlust von rund 183'000 Franken. «Die Zahlen sehen alle ähnlich aus wie im Vorjahr», meinte Hugentobler. Dank prognostiziertem Wachstum rechnet die Gemeinde mit 150'000 Franken mehr Fiskalerträgen. Auf die Frage aus dem Plenum, wie die Tendenz der Rechnung 2019 aussehe, sagte Hugentobler:

«Diese Frage stelle ich auf dem Steueramt fast täglich.»

Sicher sei, dass man auf Kurs sei. Einstimmige Zustimmung folgte zum Budget. Ebenso für die Investitionsrechnung, die mit Nettoausgaben von 1,265 Millionen Franken rechnet. Knapp die Hälfte davon budgetiert die Gemeinde für das Verwaltungsgebäude Altholzstrasse 5. Gemeinderat Roger Wegmüller betonte aber, dass das Stimmvolk dafür nächstes Jahr noch über einen ordentlichen Antrag befinden werde. «Entweder an der Versammlung oder an der Urne», ergänzte Hugentobler.

Das Projekt namens Luderschür sieht vor, das Verwaltungsgebäude nach dem Wegzug der Werke und der Polizei so umzubauen, dass die ganze Verwaltung an einem Standort gebündelt, behindertengerecht zugänglich und aussenrum begrünt sowie mit zusätzlichen Parkplätzen versehen wird. Zudem stehe dann das jetzige Gemeindehaus leer. Wegmüller sagte: «Wir wollen es vermieten und sicher nicht verkaufen.»

Aktuelle Nachrichten