Matzingen investiert in ein neues Brüggli und eine Leitung für den Hochwasserschutz

Der Matzinger Gemeinderat beantragt 300'000 Franken für einen neuen Steg über die Murg.

Christof Lampart
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 Murgsteg Spinnere beim Rehliweier zeigt unübersehbare Abnützungserscheinungen.

Murgsteg Spinnere beim Rehliweier zeigt unübersehbare Abnützungserscheinungen.

Donato Caspari

Was lange währt, wird endlich gut. Denn eigentlich ist der Murgsteg «Spinnere»/Rehliweiher kein neues Projekt. Bereits in den beiden Vorjahren waren jeweils 155000 Franken für das Vorhaben budgetiert. Doch es kam bis dato nicht zur Ausführung, weil sich schon bald einmal herausstellte, dass der Neubau an einer neuen Stelle mit rund 300000 Franken deutlich teurer werde. Ein Ersatz am alten Ort ist nicht möglich.

«Der neue Steg ist deutlich länger als der alte», sagte Gemeindepräsident Walter Hugentobler am Infoabend vom Montag hinsichtlich der Kosten. Dass es teurer werde, sei daher eine ganz einfache Rechnung. Der Steg soll so konzipiert werden, dass er nicht nur von Fussgängern, sondern auch von Rollstuhlfahrern, Kinderwagen oder einem schmalen Unterhaltsfahrzeug überquert werden kann. Hugentobler sagte:

«Ich glaube, wir werden alle froh sein, wenn der baufällige, alte Steg endlich weg und der neue gebaut ist.»

Ebenfalls unbestritten, wenn auch hoch dürfte der Kreditantrag für die Erstellung einer Leitung zur Hochwasserentlastung an der Juchstrasse für 350'000 Franken sein – zumal es sich um eine gebundene Ausgabe handelt und bereits für die Projektierung im letzten Jahr 50'000 Franken gesprochen wurden.

Steigende Einnahmen, steigende Ausgaben

Walter Hugentobler, Gemeindepräsident Matzingen.

Walter Hugentobler, Gemeindepräsident Matzingen.

(Bild: Christof Lampart)

Bei den Gemeindefinanzen sieht es derzeit rosig aus. Zwar sei die Entwicklung des Steuerertrags aufgrund der Gesetzesrevision mit Vorsicht zu geniessen, sagte Hugentobler. Wegen des zu erwartenden Bevölkerungszuwachses und der allgemeinen Wirtschaftslage rechnet der Gemeinderat für 2020 jedoch mit einem Zuwachs des Steuerertrages von rund fünf Prozent. Gesamthaft fällt das Budget 2020, das mit einem Aufwand von 5,69 Millionen Franken und einem Ertrag von 5,50 Millionen Franken rechnet, um rund 2,3 Prozent höher aus als im Vorjahr. Es schliesst mit einen Defizit von knapp 190'000 Franken ab bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 56 Prozent.

Verwaltung womöglich bald ganz ebenerdig

Ebenso informierte die Behörde über die Umnutzung des alten Baumagazins. Hier soll für 35'000 Franken eine Pinselrenovation inklusive neuer Beleuchtung vorgenommen werden, damit die Feuerwehr den Platz möglichst rasch nutzen kann. Ebenso befasst sich die Verwaltung mit dem Gedanken, die kürzlich freigewordenen Räume in der Luderscheune zu belegen. «Dann hätten wir alle Büros ebenerdig und wären somit rollstuhlgängig, was im jetzigen Gemeindehaus nicht der Fall ist. Es käme sehr teuer, wenn wir es dementsprechend umbauen wollten», sagte Hugentobler.

Auch sei vorgesehen an der Rechnungsgemeinde im nächsten Mai über die Umgestaltung der Umgebung der Luderschür zu entscheiden. Dort, wo einst die Sammelstelle war, sollen Parkplätze für die Gemeinde entstehen, und die Umgebung soll wieder begrünt werden. «Das würden wir gerne im Jahr 2020 umsetzen», erklärte der Gemeindepräsident.