Basadingen-Schlattingen
Ankündigung an Gemeindeversammlung: Peter Mathys hört Ende Legislatur auf

Die Schlattinger Gemeindeversammlung gab grünes Licht für Hochwasserschutzmassnahmen in Basadingen.

Thomas Güntert
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Mit Masken und Abstand: Die Basadingen-Schlattinger Gemeindeversammlung vom vergangenen Freitagabend.

Mit Masken und Abstand: Die Basadingen-Schlattinger Gemeindeversammlung vom vergangenen Freitagabend.

(Bild: Thomas Güntert)

Das Hochwasser vom 2. August 2020 hat in Basadingen im Gebiet Chrüzweg und obere Schulstrasse zu zahlreichen Schwemmschäden und Kellerüberflutungen geführt. Im Kreuzungspunkt treffen verschiedene kanalisierende Flurstrassen zusammen, die Schlamm mit sich bringen und Ablaufkanäle verstopfen.

Frank Muggli vom Diessenhofener Ingenieurbüro Holenstein stellte an der Gemeindeversammlung von Basadingen-Schlattingen am Freitagabend das geplante Projekt vor, bei dem ein begrüntes Einlaufbauwerk mit Absetzbecken gebaut werden soll. Das Wasser vom Gebiet Chrüzweg soll am Siedlungsgebiet vorbei in die grossflächige Senke Wisetal-Geisslibach geleitet werden, wo es versickern oder über den Geisslibach abfliessen kann.

Starkregen überschwemmte vergangenen Sommer mehrere Strassen.

Starkregen überschwemmte vergangenen Sommer mehrere Strassen.

(Bild: ZVG)

Die Kostenschätzung für die Hochwasserschutzmassnahmen belaufen sich auf rund 270'000 Franken. Die Gemeinde Basadingen kann mit einer maximalen Förderung von 80 Prozent durch Bund und Kanton rechnen. Die Stimmbürger genehmigten den Bruttokredit mit 55:4 Stimmen.

Längere Feuerwehrpflicht vertagt das Problem

Der Feuerwehrzweckverband Region Diessenhofen beantragte die Erhöhung des Feuerwehrpflichtalters von 50 auf 52 Jahre, weil er in den nächsten Jahren einen Engpass im Kader befürchtet. In der Versammlung gab es kritische Worte, weil das Problem durch diese Entscheidung allenfalls verzögert, aber nicht behoben werde. Zudem wird dadurch auch die Feuerwehrpflichtabgabe um zwei Jahre verlängert. Die Gemeindeversammlung genehmigte den Antrag mit 38:24 Stimmen. Mit grossem Mehr wurde die Jahresrechnung 2020 abgenommen, die der Finanzreferent Hans Rudolf Stör präsentierte. Bei einem Steuerfuss von 54 Prozent schloss sie 242'000 Franken besser ab, als budgetiert war.

Bauvorhaben bei der Gemüse Grop AG sind umstritten.

Bauvorhaben bei der Gemüse Grop AG sind umstritten.

(Bild: Thomas Güntert)

Das Traktandum «Zonenplan- und Baureglementsänderung Spezialzone Energie-Gewinnung» wurde wegen einer eingegangenen Einsprache von der Tagesordnung genommen. Es ging um die Umzonung von zwei Parzellen bei der Gemüse Grob AG. Der Gemeindepräsident erklärte, dass gegen das bereits 2014 eingereichte Baugesuch verschiedene Einsprachen eingereicht wurden, wovon zwei bis vor das Bundesgericht gingen, wodurch das Baugesuch jeweils zurückgewiesen wurde.

«Die Bewilligungsfähigkeit wurde aber nie in Abrede gestellt», betonte Mathys. Nachdem ein Planungsverfahren durchgeführt werden musste, konnte im April die Zonenplanänderung und der Planungsbericht öffentlich ausgelegt werden.

Gemeinderat wird der Befangenheit bezichtigt

Peter MathysGemeindepräsident

Peter Mathys
Gemeindepräsident

(Bild: Thomas Güntert)

Daraufhin ging ein 12-seitiger Einspruch ein, in dem der Gemeinderat der Befangenheit bezichtigt und rechtliche wie technische Fragen aufgegriffen wurden. Es wird verlangt, dass eine erweiterte Baukommission oder eine unabhängige Planungskommission eingesetzt wird.

«Es könnte eine längere Geschichte geben», sagte Mathys. Zum Schluss der zweistündigen Versammlung gab der Gemeindepräsident bekannt, dass seine Amtszeit Ende Mai 2023 ausläuft und er sich nicht mehr zur erneuten Wiederwahl stellen wird. Zudem werde der Gemeinderat Marcel Koradi ebenfalls nicht mehr kandidieren.