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Marmor, Stein und Eisen bricht an der Frauenfelder Bildhauerwoche

Zehn Tage formten, klopften, sägten und schliffen die sechs Künstler der diesjährigen Bildhauerwoche im Frauenfelder Murg-Auen-Park ihre Rohkörper zu Plastiken, Skulpturen und Figuren. Bei der Vernissage erzählten sie über deren Entstehungsgeschichte und Sinn.
Samuel Koch
Die Kuratoren Markus Graf und Gabriel Mazenauer zu Beginn der Bildhauerwoche. (Bild: Andrea Stalder, 11. Juni 2018)

Die Kuratoren Markus Graf und Gabriel Mazenauer zu Beginn der Bildhauerwoche. (Bild: Andrea Stalder, 11. Juni 2018)

Die Arbeit ist zu Ende, das Vergnügen noch lange nicht. Zwar endete am Mittwochnachmittag mit der Vernissage im Murg-Auen-Park die vierte Frauenfelder Bildhauerwoche. Für alle Besucher und Kunstinteressierten gilt der offizielle Anlass jedoch nur als Zwischenstopp. Denn die Werke der sechs Künstler sowie jene des diesjährigen Kunstwegs können noch bis 2. August beäugt und bestaunt werden.

Mit Meissel und Hammer gegen 1250 Kilo Kalkstein

Die einzige Plastik der sechs während der Bildhauerwoche erschaffenen Kunstwerke stammt von Markus Graf, der zusammen mit Bildhauer Gabriel Mazenauer als Kurator fungierte. Während er seine eiserne Fontäne namens «Fontana» schuf, schauten Dutzende Schaulustige vorbei. «Einige waren kunstinteressiert, mit anderen gab es Zufallsbegegnungen», meint Graf. Zudem besuchten bis zu 40 Schulklassen die Bildhauerwoche. Mazenauer schliff und klopfte an seinem «Dorn» aus italienischem Rosso-Verona-Kalkstein, nebenan versuchten sich Schüler mit Meissel und Hammer. Der Grossteil des ursprünglich über 1,25 Tonnen schweren Gesteins formte Mazenauer von Hand. Obwohl viele an ihrem Arbeitsplatz ein weisses Zelt errichteten, blieb den Kunstschaffenden das Wetter grösstenteils hold. Aber auch schlechtes Wetter hätte ihnen nichts angehabt. «Ein schlechter Tag vom Wetter her ist ein guter für die Arbeit», sagt Graf und schaut bei Steinhauer Christoph Schindler und seiner Skulptur «Fanum» vorbei. «Finger weg», entgegnet dieser und lächelt. Den Basalt-Block fertigte der Deutsche aus der Nähe von Frankfurt zu einem Durchbruch, der einem menschlichen Wesen ähnelt.

«Mit den eingebrannten Nummern und Buchstaben weiss ich, wo die 130 Holzstücke wieder hineinpassen.»
(Holzkünstler Urs-Peter Twellmann)

Die zwei Kuratoren der Frauenfelder Bildhauerwoche 2018 Markus Graf und Gabriel Mazenauer. (Bild: Andrea Stalder)
Markus Graf, Frauenfeld ...
... mit seiner Eisen-Plastik "Fontana".
Gabriel Mazenauer, Frauenfeld ...
... mit seiner Kalkstein-Skulptur "Dorn".
Urs Peter Twellmann, Schlosswil BE ...
... mit seiner Eichenholz-Figur "Eichenarchiv".
Meret Dorothea Gerber, Kefikon ...
... mit ihrer Marmor-Skulptur "Zahn der Zeit".
Christoph Schindler (D) ...
... mit seiner Basalt-Skulptur "Fanum".
Und Adrian Bütikofer, Zürich ...
... mit seiner Eschenholz-Figur "sehnen".
13 Bilder

Resultate der Frauenfelder Bildhauerwoche 2018

Direkt daneben steht der «Zahn der Zeit» von Meret Dorothea Gerber aus Kefikon. Den Quaderblock aus Marmor flexte, schliff und bohrte sie so lange, bis die ausgelöcherte Muschel ihren Istzustand erreichte. «Ich will zeigen, was Zeit bewirken kann und dass sich auch die Innenform entdecken lässt», sagt sie. Hingegen mit Holz arbeiteten der Berner Urs-Peter Twellmann und Adrian Bütikofer aus Zürich. Das Werk «sehnen» von Letzterem widerspiegelt dabei die Sehnsucht des Menschen. «Was wir nicht haben, wollen wir und umgekehrt», sagt Bütikofer. Mit einem Oberfräser verjüngte er zuerst das rund sechs Zentimeter dicke Brett aus Esche. «Den Rest fertigte ich mit einer Motorsäge und malte es mit einer Grundfarbe an.» Twellmanns Eichen-Skulptur nennt sich «Eichenarchiv» und besteht aus 130 Teilen. Dafür benötigte er eine Kettensäge und brannte Nummern und Buchstaben ins Holz. «Damit ich weiss, wo sie wieder reingehören», schmunzelt er.

Interpretationsspielraum für den Stadtpräsidenten

Zur Vernissage begrüssten Stadtpräsident Anders Stokholm und der Kulturbeauftragte Christof Stillhard rund 50 Gäste. «Die intensive Arbeit zeigt, wie aus Natur Kunst wird», sagte Stokholm. Und diese lasse danach Spielraum für jede Interpretation. Stillhard schloss sich Stokholms Danksagungen in Richtung der Künstler an, die während zehn Tagen für Kost und Logis arbeiteten. Und Stillhard ergänzt: «Alle Werke sind zu kaufen.»

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