Mannestimme und Buebeklang in der Mammermer Mehrzweckhalle

Ein Wechselspiel herzerwärmender Unterhaltung begeistert das Publikum in Mammern.

Margrith Pfister-Kübler
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Die Chormanne Mammern und der Buebechor Mammern singen sich unter der Leitung von Dirigentin Marielle Studer in die Herzen des Publikums.

Die Chormanne Mammern und der Buebechor Mammern singen sich unter der Leitung von Dirigentin Marielle Studer in die Herzen des Publikums.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Am Samstagabend zelebrierten in der Mehrzweckhalle die Chormanne Mammern und der Chor Buebeklang mit Gesang, komödienstadelreifer «Geiselnahme für Anfänger» und Singspielen herzerwärmende Unterhaltung. Alles mit einer Lust an verblüffender Virtuosität, raffinierter Dynamik, als wär’s ein Kinderspiel. Die Halle war randvoll besetzt.

Nun, der Reihe nach. Dunkle Halle, historisches Telefongeklingel. «Grüezi, hallo Herr Meier.» Auf der Bühne antworten viele. Meier gibt’s schliesslich zuhauf. Mehr braucht es nicht, und schon ist die schalkhafte Moderatorin des Abends, Carina Keiser, in Szene, so jung, dass sie noch in den Windeln lag, als Präsident und Tenor Emil Meier vor 50 Jahren in den Chor eintrat. Gemischter Chor? Aber nicht in Mammern.

Eine Frau sang dann doch noch mit

Dirigieren und musizieren dürfen Frauen: Marielle Studer dirigiert, am Klavier begleitet Susan Wipf, die beiden wechseln sich ab. Und dies vorweg: Carina Keiser durfte am Schluss in der Männer-Oase doch mitsingen. Mit dem Lied «Willkommen» begrüsst der Chor stimmgewaltig das Publikum. Präsident Emil Meier stellt die Zugpferde des Abends vor, die Struktur gleicht einem familiären KMU. Unter tosendem Applaus wird Sänger Nik Dähler für 25 Jahre Mitsingen die Ehrenmitgliedschaft erteilt.

Die Mannen besingen die «Träume von der Moldau» bis zur «Chue am Waldrand». Dann der Auftritt der Chorbuebe. Das Publikum jubelt: Man lehrt und lernt durch Nachmachen voneinander. Von der Schreibmaschine Josephine über englische Liedli bis zum «...schöne Bodensee» erklingen. Diese Freude am Singen, an der Nachwuchsintegration, sucht wohl weitherum seinesgleichen. Der Applaus, die Freudenpfiffe, die Bravorufe lassen die Halle erbeben. Es folgten mit viel Gefühl und Leidenschaft Ohrwürmer wie «Bel ami», «Glocken der Heimat», «La pastorella al prato» bis «Lachende Welt».

Lachsalven und Emotionen löste der komödienstadelreife Einakter «Geiselnahme für Anfänger» aus. Hinreissend gespielt von sieben Laienschauspielern unter der Regie von Regula Meier-Diener.

Für vergnügte Lacher sorgten die legendären Singspiele des Vokalensembles. «Wir armen, armen Männer» – ein Hochgenuss für Aug und Ohr. Geradezu zu Tränen rührten die Liedvorträge «Ein Freund, ein guter Freund», «Küssen kann man nicht alleine» bis zu «Tatschofonie», die Handy-Krankheit. Donnernden Applaus gab es für Emil Meier senior: Seit 50 Jahren zählt der Tenor zu den aktiven Stützen des Chores, der unter ihm auch den verstaubten Titel Männerchor Mammern ablegte und den Buebechor ins Leben rief. Zusammenfassend lässt sich der Abend so beschreiben: Lebensfreude pur.

Weitere Aufführungen:
17. Januar, 18. Januar. Reservationen unter chormanne-mammern.ch