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In Frauenfeld gab es eine Männerbadi, weil Männer beim Baden keine Krampfadern sehen sollten

Es geht um Liebesgeschichten, Henri Nestlé und das Armenasyl im Cevi-Haus. Die Historikerin Margrit Früh nimmt am Freitagabend mit auf einen Fotorundgang durch das Quartier Ergaten-Talbach.
Mathias Frei
Bis zur Hallenbad-Eröffnung 1973: die Frauenfelder Männerbadi auf der hinteren Badiwiese. (Bild: Fotogruppe Quartierverein Ergaten-Talbach)

Bis zur Hallenbad-Eröffnung 1973: die Frauenfelder Männerbadi auf der hinteren Badiwiese. (Bild: Fotogruppe Quartierverein Ergaten-Talbach)

Augen auf! Das wird eine imaginäre Reise durchs Ergaten und Talbach zu all dem Schönen, Sonderbaren und teils Vergessenen dieses Stadtquartiers. Mit über 40 ausgewählten Fotografien nimmt die Historikerin Margrit Früh, ehemalige Direktorin des Historischen Museums im Schloss, Interessierte mit auf einen Rundgang. Anfang und Schluss ist das Ergaten-Schulhaus, dabei kann man bequem im Quartiertreffpunkt Talbach sitzen bleiben. Hinter dem Anlass steht das Quartiertreff-Team.

Die Murgkanalbrücke auf dem Bleicheareal. (Bild: PD)

Die Murgkanalbrücke auf dem Bleicheareal. (Bild: PD)

Referentin Margrit Früh. (Bild: Nana do Carmo)

Referentin Margrit Früh. (Bild: Nana do Carmo)

Es ist ein Blick in vergangene Zeiten, untermalt von Frühs Herzblut und Fachkompetenz. Sie, die in der Unteren Vorstadt, also knapp nicht mehr im Ergaten aufgewachsen ist, weiss viel Geschichte und Geschichten, zum Beispiel von der Dorothea Dumelin aus der Gerbi, die einst Teil eines Liebesdramas war. Oder wer weiss schon, dass im Bleichequartier Pionier-Unternehmer wirkten wie Henri Nestlé, der eben dort Dosen für Kondensmilch fabrizierte, Friedrich von Martini, der gleichenorts das berühmte Martini-Henry-Gewehr erfand, oder die Gebrüder Julius und Michael Maggi.

Das alte Frauenfelder Spital an der Zürcherstrasse. (Bild: PD)

Das alte Frauenfelder Spital an der Zürcherstrasse. (Bild: PD)

Aus dem Archiv der Quartierverein-Fotografen

Bilder hat Früh aus dem Archiv der Fotogruppe des Quartiervereins Ergaten-Talbach, aber auch aus Publikationen von Angelus Hux, aus Ueli Ernsts Postkartensammlung oder aus der Online-Datenbank der kantonalen Denkmalpflege. Ein Bild zeigt die Männerbadi. Die Männer badeten seit 1932 auf der hinteren Badiwiese, die Frauen dort, wo heute das Hallenbad steht. Das war bis zur Eröffnung des Hallenbads 1973 so. Am Mittwoch und am Wochenende gab es in der Männerbadi Familienbadezeiten, also auch für Frauen und Mädchen. «Die Frauen gingen zu den Männern, weil es Frauen gab, die ihre Krampfadern dem anderen Geschlecht vorenthalten wollten»: So habe es Margrit Frühs Mutter immer erzählt.

Freitag, 18. Januar, 19.30 Uhr, Quartiertreffpunkt Talbach: Fotorundgang durchs Quartier. Eintritt frei, Kollekte.

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