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Keine Spuren: Manche Gebäude sind zu verkohlt für die Brandermittler der Kantonspolizei

Ist in einem Gebäude ein Brand ausgebrochen, wollen alle wissen, wie das passieren konnte. Doch auch die Brandermittler der Kantonspolizei Thurgau finden nicht immer eine Antwort.
Larissa Flammer
Die Ursache des Brands vom 23. Februar 2017 in Arbon konnte nie eindeutig geklärt werden. (Bild: Max Eichenberger)

Die Ursache des Brands vom 23. Februar 2017 in Arbon konnte nie eindeutig geklärt werden. (Bild: Max Eichenberger)

Unter den 20 teuersten Schadensfällen an Gebäuden waren 2017 fünf Brände, deren Ursachen nicht eindeutig bestimmt werden konnten. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Gebäudeversicherung Thurgau hervor, der am Mittwoch im Grossen Rat traktandiert war. Bei einem Brand kann eine nicht eindeutig bestimmbare Schadenursache vorkommen, wie Daniel Griesemer sagt. Der Leiter Versicherungs- und Schadendienst bei der Gebäudeversicherung erklärt: «Bei diesen Fällen könnten mehrere Ursachen der Ursprung gewesen sein.» Das komme aber nur bei einem kleinen Teil der Fälle vor.

Kantonsrat Urs Schär (SVP, Eggethof) sind die ungeklärten Fälle im Geschäftsbericht aufgefallen. Er sagte an der Sitzung: «Als ehemaligem Feuerwehrkommandanten macht mir das etwas Angst.» Die Einsatzkräfte seien immer froh gewesen, wenn sie im Nachhinein gewusst hätten, was das Feuer verursacht hat.

Ermittler gehen nach dem Ausschlussverfahren vor

Verantwortlich für das Bestimmen der Ursache sind die Brandermittler der Polizei. Die Experten lokalisieren zuerst den Brandherd. Ohne diesen lässt sich die Ursache nicht bestimmen. Die Ermittler der Kantonspolizei Thurgau haben «äusserst fundierte Erfahrungen beim Erkennen und Auswerten von Brandspuren», wie die Kapo mitteilt. Als Hilfsmittel kommen unter anderem Schaufeln und Inspektionskameras zum Einsatz, aber auch spezielle Messgeräte und sogar Laborauswertungen. Im Mittelpunkt der Ermittlung steht das Ausschlussverfahren. Alle in Betracht kommenden Brandursachen werden untersucht und bei fehlenden Hinweisen ausgeschlossen.

«Im Idealfall bleibt schlussendlich eine Ursache übrig, was erfahrungsgemäss nicht immer möglich ist.»

Ein Grund dafür ist die grosse Zerstörung durch das Feuer, die oft Spuren vernichtet. Lückenhafte Aussagen von Brandzeugen können auch hinderlich sein. «Auch verändern die Löscharbeiten die Beweislage, was die Untersuchungen erschwert oder verunmöglicht», so die Polizei.

Beim Löscheinsatz der Feuerwehr haben Rettungsarbeiten und Sicherheit zwar immer Vorrang. Trotzdem können Feuerwehrleute gewisse Dinge beachten, um den Ermittlern zu helfen. Gemäss einer «Checkliste Brandermittlung» des Schweizerischen Feuerwehrverbands sollen sich Einsatzkräfte zum Beispiel wenn möglich merken, welche Türen und Fenster sie aufbrechen mussten und welche schon offen standen. Auch sollten Kabel nicht herausgezogen und die Schalter bei elektrischen Geräten nicht umgelegt werden.

Versicherung kann Geld zurückfordern

Den Ermittlern der Polizei geht es bei der Klärung der Brandursache um die strafrechtliche Relevanz. Aber auch die Gebäudeversicherung Thurgau hat ein Interesse an der Ursache, weil sie je nachdem Regress nehmen kann. Soll heissen: Der, der den Brand verschuldet hat, oder dessen Versicherung muss für den Schaden – oder zumindest einen Teil davon – aufkommen.

Neben den Mitgliedern der Feuerwehr, der Polizei und der Versicherung sind meist auch die Direktbetroffenen und Bewohner von benachbarten Liegenschaften froh, wenn sie die Brandursache kennen. Daniel Griesemer sagt: «Der Mensch will die Gefahr kennen, um sie in Zukunft meiden zu können.»

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