«Man merkt, sie sind eine kollegiale Behörde»: Die Bisherigen im Thurgauer Regierungswahlkampf zeigen sich einig

In der TVO-Wahlsendung demonstrieren die Thurgauer Regierungsräte Geschlossenheit.

Silvan Meile
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Lange dauert es nie, bis in einem Gespräch mit der Thurgauer Regierung die Sprache auf Hefenhofen gelenkt wird. «Ich will diese Zeit nicht nochmals erleben», sagt Walter Schönholzer. In der Wahlsendung «Zur Sache» fühlt TVO-Moderator André Moesch am Mittwochabend den vier bisherigen Thurgauer Regierungsräten, die erneute zur Wahl antreten, auf den Zahn.

Dank der grossen Unterstützung von vielen Seiten habe er es überstanden, sagt Schönholzer. Heute sei der Fall verarbeitet, auch persönlich habe er ihn «verdaut». Im Nachhinein habe der durch einen enormen medialen Druck ausgelösten Fall Hefenhofen aber eben auch Positives bewirkt: eine überarbeitete Tierschutzverordnung und eine bessere departementsübergreifende Zusammenarbeit.

Beim Wunschkollegen ein Hauch von Disharmonie

«Er ist mit seiner Familie an die Grenzen des Ertragbaren gestossen», verrät Amtskollegin Cornelia Komposch. Sie war von Fernsehmoderator Moesch aufgefordert, über Schönholzers schwierigen Einstieg in die Thurgauer Regierung zu berichten.

«Er ist dünnhäutig und sensibel geworden, das machte es auch im Gremium schwierig.»

Ansonsten gibt es aber vor allem Schulterklopfen unter den Regierungsräten, die sich vor laufenden Kameras gegenseitig bewerten sollten und dabei kaum Schwächen der anderen ausmachen können. Als Carmen Haag bereits als «ruhender Pol mit besonders gutem Gespür für emotionale Themen» betitelt ist und Schönholzer sie auch noch für ihre «mütterliche Art» lobt, schliesst der Moderator die Runde mit einer Feststellung:

«Man merkt, sie sind eine kollegiale Behörde.»

Dann macht sich Monika Knill für ihren Parteikollegen Urs Martin stark, welcher den Sitz des zurücktretenden Jakob Stark in den Reihen der SVP halten will. «Es ist wichtig, dass wir mit zwei Sitzen in der Regierung vertreten bleiben.» Auch Schönholzers Ausführungen, dass es kleine Parteien ohne starke Fraktion im Rücken es schwierig hätten in der Regierung – dabei muss er an die grüne Kandidatin Karin Bétrisey und den grünliberalen Ueli Fisch gedacht haben – wertet Moderator Moesch als Bekenntnis für Urs Martin.

Mutig zeigte sich SP-Frau Komposch. Sie wünsche sich ein neues Mitglied in der Regierung, das ihr politisch den Rücken stärke. Klar ist, dass dabei kein Vertreter der SVP gemeint ist. Es blieb in dieser Politikerrunde bei diesem Hauch von Disharmonie zur jahrzehntelangen Konkordanz.

Regierungsräte kontern

Angriffige Fragen des Moderators wehren die Regierungsräte ab. «Das Volk will, dass wir dem Land Sorge tragen», kontert Haag auf die Frage, ob sie bezüglich Raumplanung etwas gar nahe an den Bundesvorgaben agiere. Und Monika Knill erinnert sich an ihr Amtsgelübde, als die Frage um das Frühfranzösisch aufkommt, bei der sie zwar gegen viele ihrer Parteikollegen, aber ihrer Meinung nach für den Willen der Bevölkerung kämpfte.

«Wenn bei den Regierungskandidaten ‹bisher› auf dem Wahlplakat stehe, hat man den Eindruck, die Wahl ist bereits gelaufen», stellt Moesch fest. Zumindest im Thurgau galt diese Gleichung bisher.