Mammern
«Mähen mit der Sense ist ein Bubentraum von mir»: Wildheuet am steilen Hang unter Expertenanleitung

In Mammern mähen Interessierte von nah und fern unter fachkundiger Anleitung an wildnisartig bewachsener Hanglage. Experte Jürg von Känel steht den Mäherinnen und Mähern mit seinem Wissen zur Seite.

Margrith Pfister-Kübler
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Mähexperte Jürg von Känel sowie die Mäherinnen und Mäher bei der Arbeit am Hang.

Mähexperte Jürg von Känel sowie die Mäherinnen und Mäher bei der Arbeit am Hang.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Am Samstagmorgen rückten Mäherinnen und Mäher in aller Herrgottsfrühe an, um in den steilen Hängen bei der Neuburg oberhalb Mammern zu arbeiten. Sie haben unter der Anleitung des Mammerner Retro-Pioniers Jürg von Känel gelernt, die Sense richtig zu führen, sauber und tief zu schneiden. Und dies in der extremen, wildnisartig bewachsenen Hanglage.

Von Känel hat vor Jahren damit begonnen, Interessierten den Umgang mit der Sense beizubringen, er führte die Mäher auch in die Kunst des «Tängele» ein. Dies sorgt für eine gute Schnittfähigkeit der Sense. Zum «Tängele» braucht es sichere Führung, ein einziger falscher Schlag mit dem Hammer kann die Schneide für immer unbrauchbar machen.

Harte Arbeit, die gute Laune macht

Jürg von Känel und die Mäher.

Jürg von Känel und die Mäher.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Bravo, go, go, super», ruft von Känel. Knallharte Arbeit ist das, aber sie macht gute Laune. Von Känel gibt klare Anweisungen. Er teilt die Leute in Kleingruppennein, bestimmt den Vormäher, erteilt pflanzliches und tierisches Wissen. Ja, Wildsauen lieben dieses steile Gelände mit den vielen Brombeeren auch. Invasive Neophyten, wie das Berufskraut, müssen vor der Blüte ausgerissen werden.

«Mähen mit der Sense ist ein Bubentraum von mir.»

Das sagt Hanspeter Rietschle aus Winterthur, ein Ingenieur, der jetzt eine «eigene Sägis» besitzt. Auf sein Körpermass angefertigt. «Bewegung pur», schwärmt Mammerns Gemeinderätin Christel Hasert. Der Rhythmus des Mähens in der Morgenstille scheint glücklich zu machen. Irgendwie wird deutlich, dass der moderne Rummel um Kommunikation die Menschen einander nicht näher gebracht hat. Von Känels Retrokurse fürs Mähen aber schon, denn hier sind es nicht die Maschinen, die bestimmen. In der Znünipause bei der Burgruine gibt es auch den legendären Speckzopf von Ehrenbürgerin Hedi Meier, um sich zu stärken. Von weither kommen die Leute, um mit der Sense zu mähen, wo die eigenen Kräfte noch fühlbar werden.