Mammern
Erstmals seit Jahren ein Verlust: Rechnung 2020 verzeichnet ein Minus bei den Steuern, das sich niemand erklären kann

Für das Minus bei den Steuern der juristischen Personen im Vergleich mit dem Budget hat die Gemeindepräsidentin keine Erklärung. Trotzdem wird die Rechnung 2020 einstimmig genehmigt. Am Abend der Rechnungsgemeinde hat die Schulpräsidentin eine Lehrerin verabschiedet. Ausserdem haben ein Familienvater und seine Kinder das Gemeindebürgerrecht erhalten.

Margrith Pfister-Kübler
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42 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Gemeindeversammlung Mammern am Mittwochabend besucht.

42 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Gemeindeversammlung Mammern am Mittwochabend besucht.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Wir haben das Botschaftsbüechli jetzt in Kurzform verfasst und nur noch die Kontengruppen der Jahresrechnung 2020 publiziert», sagt Anita Dähler, Gemeindepräsidentin von Mammern, an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend. «Die Aussagekraft ist so gut und wer Details will, kann dies auf der Gemeinde oder im Internet einsehen.» Auch kann so viel Altpapier vermieden werden und für einen Überblick reichten die 36 Seiten Botschaft vollends aus. Die Gemeindepräsidentin freut sich, dass trotz der Fussball-EM 42 Stimmberechtigte in coronaschützendem Abstand in der Mehrzweckhalle sitzen.

Anita Dähler, Gemeindepräsidentin Mammerns.

Anita Dähler, Gemeindepräsidentin Mammerns.

Bild: PD
«In der Rechnung 2020 muss leider erstmals seit Jahren ein Verlust hingenommen werden.»

Das erklärt die Gemeindepräsidentin mit Schulterzucken. Man habe sich beim Budget 2020 auf die Zahlen der Vorjahre abgestützt. Weshalb sich ausgerechnet bei den juristischen Personen – inklusive Nachsteuern – im Vergleich zum Budget ein Minus von rund 120'000 Franken ergeben habe, dafür habe sie keine Erklärung. Bei den natürlichen Personen hingegen gab es bei den Steuereinnahmen ein Plus von rund 98'000 Franken, bei den Nachsteuern natürlicher Personen ein Minus von rund 58'000 Franken. Bei den Quellensteuern resultierte ein Plus von rund 40'000 Franken und bei den Grundstückgewinnsteuern von 37'000 Franken – all dies im Vergleich zum Budget.

Rechnung 2020 einstimmig genehmigt

Die Steuereinnahmen sanken im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 195'000 Franken. Nur dank tieferer Nettoausgaben von 164'000 Franken fiel der Aufwandüberschuss mit rund 80'000 Franken «verhältnismässig moderat aus», wie Dähler betonte. Sie führte mit Erklärungen durch ausgewählte Konten, darunter auch das Konto Feuerwehr. Es liegt ein nicht budgetierter Mehraufwand für «Löschschutz Klinik» von rund 35'000 Franken vor. Ohne Diskussion und einstimmig wurde die Rechnung 2020 mit einer Bilanzsumme von 5,8 Millionen genehmigt.

«Auf Initiative der Werkkommission und um Wasserressourcen zu schonen, stellen wir den Antrag zur Ergänzung des Reglements über Wasserversorgung.»

Das sagt die zuständige Gemeinderätin Christel Hasert. Private Pools und Teiche müssen bis jeweils Ende April gefüllt sein, damit in Zeiten der Wasserknappheit dies nicht erschwerend hinzukommt. Jede Befüllung über fünf Kubik Wasser ist meldepflichtig. Ohne Diskussion und einstimmig wurde diese neue Reglung genehmigt.

Abschied von Pädagogin Nina Langhart

Monika Ribi-Bichsel, Schulpräsidentin und Gemeinderätin

Monika Ribi-Bichsel, Schulpräsidentin und Gemeinderätin

Bild: PD

Gemeinderätin und Schulpräsidentin Monika Ribi-Bichsel liess Revue passieren, was in der Schule so alles geschah. «Nach 13 Jahren verlässt uns Nina Langhart leider», bedauerte Ribi-Bichsel. Sie hatte seit 2008 Basisstufe und Kindergarten unterrichtet. Aus vielen Bewerbungen wurde Julia Wegele aus Allensbach als Nachfolgerin gewählt. Die Schülerzahlen liegen bei rund 60 Kindern.

Weiter informierte Ribi-Bichsel, dass sich die Schulkommission an einem Strategietag Ziele gesetzt habe. Dazu zählen die Projektgruppe «Zukünftiges Schulmodell der Primarschule Mammern», die pädagogische Entwicklung hinsichtlich des neuen Lehrplans, die organisatorische Betrachtung sowie die Machbarkeitsstudie zur Schulraumerweiterung. Eindrücke von der Projektwoche vom 7. bis 11. Juni der Schule Mammern unter dem Thema Medien und Information zeigten, welch tolle Arbeit in der Schule geleistet wird. In altersdurchmischten Gruppen wurden beeindruckende Filme gedreht, programmiert und sogar Roboter gebaut.

In geheimer Abstimmung und ehrenvoll wurde Jürg von Känel mit den Kindern Rahel, Lars und Linus ins Mammerner Gemeindebürgerrecht aufgenommen. Seine Ehefrau und Mutter der Kinder, Ingrid von Känel-Meier besitzt das Bürgerrecht bereits. Von Känels Heimatort ist Reichenbach im Kandertal im Kanton Bern.