Mammern
Eine feste Grösse der Region: Künstlerin Catherine Bakker hat alle Hände voll zu tun und erfindet sich selbst gerade neu

In der Kunstwerkstatt Mammern überwindet Kunstmalerin Cat Bakker die Coronazeit. Dort plant sie ihre nächsten Ausstellungen und widmet sich dem Energiemalen. Ihrer neu entdecken Leidenschaft.

Margrith Pfister-Kübler
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Die Künstlerin Catherine Bakker in ihrer Malwerkstatt in Mammern.

Die Künstlerin Catherine Bakker in ihrer Malwerkstatt in Mammern.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Dass die Kunstmalerin Catherine Bakker, genannt «Cat», viel Herzblut in ihr Schaffen, ihre Kunstwerkstatt und ihren Kunstraum Steckborn steckt, wird spätestens beim Besuch in ihrer Ausstellungs- und Werkhalle spürbar.

Doch was ist zu tun, wenn die Coronakrise alles platt drückt? Bringt diese zurückgezogene Zeit gar spezielle Kunstwerke hervor? Cat Bakker strahlt hinter ihrer Hygienemaske und antwortet spontan:

«Ja, tatsächlich. In mir hat sich ein neues Fenster aufgetan. Da ist ein Gefühl von Freiheit, Offenheit und die Einstellung, dass ich nichts zu verlieren habe.»

Sie selbst würde es Energiemalen nennen und steckt damit mitten im Aufbau einer neuen Ausdrucksform: reine Energiebilder.

Dabei gehe es nicht um die Darstellung von einem spezifischen Thema, sondern um das freie Fliessen von Formen, Farben und Energie. Sie betont: «Ich setze meine Kreativität ein, um neue Wege zu suchen und versuche die Chance in der Krise zu sehen.» Das sei natürlich nicht immer einfach. Doch noch nie konnte man so querdenken wie jetzt.

Anzapfen beim Bund war nicht vermeidbar

Auch bringt die Pandemie Möglichkeiten mit, um künstlerisch neue Erfahrungen zu sammeln. Bakker stellt fest, dass sich die Menschen immer mehr der Bedeutung von Originalkunst bewusst werden. Sie sagt:

«Die eigenen vier Wände haben im letzten Jahr einen höheren Stellenwert erhalten.»

Vor allem aufgrund mangelnder Ausstellungen und Kontakten gelte es auch finanzielle Engpässe zu überwinden. Cat Bakker musste ihre Reserven anzapfen. Sie erklärt: «Ich habe noch nie beim Bund angeklopft, auch nicht zu normalen Zeiten. Das ist nicht meine Art.» Doch nun konnte sie es nicht vermeiden.

Zu ihren Angeboten zählen Gästezimmer, Chill-Lounges und freie Ateliernutzungen.

«Mit dem neuen Konzept der freien Ateliernutzung bin ich in einer ganz ‹feinen› Zone der Möglichkeiten, die ich auch trotz der gebotenen Massnahmen anbieten kann.»

Wenn zum Beispiel eine Familie ihre Frühlingsferien hier verbringen möchte, ist das möglich. Auch ihre Malwochen vom September und Oktober sind bereits in der Planung, da diese in Kleingruppen von maximal acht Personen durchgeführt werden. «Nun hoffe ich natürlich, dass bis dahin diese Anzahl Personen in Innenräumen wieder erlaubt sein wird.»

Sie spricht von Glück, dass sie durch einen ideenreichen Ausstellungsorganisator und Künstler ihre Bilder immer wieder zeigen kann. Ein Beispiel ist die «Take-away-Kunst» in der Migros in Stein am Rhein.

Fokus liegt nun auf online

Zudem hängen einige ihrer Bilder in der Venenklinik in Kreuzlingen, wo auch im September 2021 eine Vernissage geplant ist. Der KunstRaum in Steckborn fungiert als permanenter Showroom, der ab 1. März auch wieder geöffnet hat.

Auch in den sozialen Medien ist sie aktiv und steht in den Startlöchern für ihren eigenen Online-Galerieshop. «Ich habe also alle Hände voll zu tun und die Malerei läuft auf Hochtouren», sagt Cat Bakker, die mit ihrem Gesamtkonzept Pionierarbeit leistet und selbst in Coronazeiten eine feste Grösse in der Region ist.

Zur Person

Catherine Bakker ist die Tochter von holländischen Künstlereltern und im Kanton Luzern aufgewachsen. Seit 2011 lebt und arbeitet sie am Untersee. Seit 25 Jahren malt sie mit grosser Leidenschaft. Vor 6 Jahren hat sie die Kunstwerkstatt Mammern gegründet und lebt seit 4 Jahren von der Kunst. 2020 hat sie den KunstRaum Steckborn eröffnet.