Malheur
Zu Unrecht des Schwänzens nach der Impfung bezichtigt: «20Minuten» hat das Foto eines Aadorfers in einem falschen Zusammenhang publiziert

Oliver Bernet, Mitarbeiter der Aadorfer Firma Steger AG, erschien vor kurzem mit Foto in der Pendlerzeitung «20Minuten». Der zugehörige Artikel handelte von Personen, die nach der zweiten Impfung nicht zur Arbeit gingen, obwohl sie nicht an Nebenwirkungen litten.

Kurt Lichtensteiger
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Seit dem 1. Juni impft die mobile Equipe des Kanton Thurgau auch in Unternehmen. Im Zuge der Kampagne liess sich Oliver Bernet bei seinem Impftermin von einem «20Minuten»-Fotografen ablichten. In diesem Zusammenhang erschien dannzumal sein Abbild in einem Artikel der Pendlerzeitung.

Oliver Bernet, Mitarbeiter der Aadorfer Firma Steger AG.

Oliver Bernet, Mitarbeiter der Aadorfer Firma Steger AG.

Eine weitere, kürzlich publizierte Zeitungsmeldung mit der Überschrift «Natürlich habe ich blaugemacht nach meiner Impfung» fokussierte sich dann auf das Schwänzen nach der Impfung. Offenbar passte das zuvor veröffentliche Bild von Oliver Bernet in seinem blauen Poloshirt bestens zum Thema. Kurzerhand wurde das Bild wieder verwendet. Dadurch entstand allerdings der Eindruck, als hätte der Steger-Mitarbeiter geschwänzt, was selbstverständlich nicht der Fall war.

Das Ganze hatte negative Folgen für ihn und die Aadorfer Firma Steger AG. Deren Firmenname war nämlich auf dem T-Shirt des Protagonisten deutlich zu lesen.

Reaktionen blieben nicht aus

Oliver Bernet, der zurzeit für ein Grossprojekt im Raum Zürich arbeitet, ist natürlich über das fälschlicherweise verwendete Bild nicht erfreut gewesen. «Es ist in einem falschen Zusammenhang veröffentlicht worden. Ich habe nach dem Impfen bestimmt nicht ‹blaugemacht›, sondern habe sofort wieder gearbeitet, obwohl ich nach der Impfung leichte körperliche Nachwirkungen verspürt hatte. Gleichwohl wurde ich im persönlichen Umfeld – teils scherzweise, teils ernsthaft – als Weichei bezeichnet.

Jürg Widerin, Geschäftsführer der Firma Steger AG, hat für seinen Mitarbeiter nur Lob übrig:

«Er ist fleissig, zuverlässig und pflichtbewusst.»

Dass nicht nur sein Mitarbeiter, sondern auch die Firma in ein ungünstiges Licht gerückt wurde, empfindet er als störend. Denn vor allem auf digitalen Kanälen gab es massenweise kritische Äusserungen. Die verantwortliche Redaktion hat indessen in ihrer Zeitung ein Korrigendum nachgeliefert und sich für das peinliche Versehen bei den Betroffenen persönlich entschuldigt.