Kommentar

Machtkampf in Steckborn: Der Stadtrat ist gegenüber den Mitarbeitenden und den Stimmberechtigten in der Bringschuld

Es brodelt gewaltig im Unterseestädtchen: Der neue Stadtpräsident Roman Pulfer fühlt sich hintergangen und unter Druck gesetzt, weil sein Antrag auf Entlassung des Stadtschreibers in der Stadtverwaltung die Runde gemacht hat. Jetzt tut ein reinigendes Gewitter not, schreibt TZ-Redaktor Samuel Koch in seinem Kommentar.

Samuel Koch
Drucken
Teilen

Schon länger schwelt im Stadthaus in Steckborn ein Feuer. Aber so, dass es bis jetzt ausserhalb der Mauern kaum erkennbar war. Offensichtlich herrscht in Steckborn spätestens seit dem Amtsantritt von Roman Pulfer ein hitziges Klima, das sich mittlerweile zum sichtbaren Flammeninferno entwickelt hat. Und Interessenskonflikte und Mauscheleien heizen den Brandherd weiter an. Am Untersee tut ein reinigendes Gewitter not.

Samuel KochTZ-RedaktorLeiter Ressort West.

Samuel Koch
TZ-Redaktor
Leiter Ressort West.

(Bild: Reto Martin)

Leidtragende in dieser Situation sind einerseits die Mitarbeitenden. Betroffen sind andererseits aber auch die Stimmberechtigten. Sie wählen den Stadtrat, der wiederum die wichtigsten Posten in der Verwaltung besetzt und die politische Marschrichtung vorgibt. Deshalb haben die Stimmberechtigten Anrecht auf eine offene Kommunikation, hinter welcher der gesamte Stadtrat steht. Nur so lässt sich sein Handeln kontrollieren und von den Wählern einordnen. Nur so kommt der Stadtrat vorwärts und erhält vom Stimmvolk entsprechende Rückendeckung. Oder dann halt das eindeutige Zeichen: «Das Ganze halt!»

Transparente Kommunikation gehört also zur Bringschuld des Stadtrates. Da schafft eine Rechtsgrundlage keine Abhilfe. Der Appell geht ans Gewissen jedes einzelnen im Stadtrat. Zu Gunsten einer fruchtenden Zusammenarbeit. Zu Gunsten eines florierenden Steckborns. Zu Gunsten einer lebendigen Demokratie.

Mehr zum Thema