Lokalhistorische Publikation
Berlingen zwischen zwei Buchdeckeln: Drei Einheimische halten das Dorfgeschehen am Untersee und die besten Anekdoten der vergangenen 20 Jahre fest

Anfang der 2000er-Jahre bot die «Thurgauer Zeitung» den Gemeinden im Kanton eine besondere Plattform. Daraus entstand 2001 der «Blickpunkt Berlingen». Das 20-Jahr-Jubiläum feiern die Herausgeber des kleinen Presseerzeugnisses mit einem richtigen Buch, das im Frühsommer herauskommt.

Margrith Pfister-Kübler
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Die drei Musketiere hinter dem «Blickpunkt Berlingen»: Edwin Bächi, Erwin Kasper und Joachim Bauer.

Die drei Musketiere hinter dem «Blickpunkt Berlingen»: Edwin Bächi, Erwin Kasper und Joachim Bauer.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Eine Sache der Überzeugung: Das Buch «20 Jahre Blickpunkt Berlingen», das die Zeitspanne 2002 bis 2021 umfasst, bringt in 32 Kapiteln auf 240 Seiten zwischen den beiden Buchdeckeln das Dorfgeschehen auf den Punkt, lässt dabei auch Episoden aus der Vergangenheit aufleuchten.

«Das Jubiläumsbuch ordnet und fasst zusammen, was über Berlingen hinaus interessiert und in Erinnerung bleiben soll.»

Das betont das «Blickpunkt»-Team, das sich aus Edwin Bächi, Joachim Bauer und Erwin Kasper zusammensetzt. Diese drei Idealisten haben es sich zum Ziel gesetzt, ein Berlingen-Buch herauszubringen, das aufzeigt, wie frühere Generationen mit Mut und Zuversicht die Gemeinde geprägt haben, und sie spannen den Bogen so, dass alles gewürdigt wird, was auch junge Menschen und spätere Generationen interessiert. Teils heiter, teils besinnlich, teils anekdotenhaft. Es handelt sich also um ein Buch für einen grossen und unterschiedlichen Leserkreis.

Am Anfang war die Initiative der «Thurgauer Zeitung»

Was hier zur Welt gebracht wird, hat seine ursprünglichen Wurzeln bei der «Thurgauer Zeitung». Um den Gemeinden eine besondere Plattform zu bieten, hatte der Verlag und die Redaktion der «Thurgauer Zeitung» die Idee, dass sich Thurgauer Gemeinden einbringen. Der Berlinger ETH-Architekt Edwin Bächi, erstes Zugpferd des Projekts Blickpunkt, meint:

«Wir waren die Einzigen, die sich meldeten. Denn eine solche Zeitung in der Zeitung benötigt Kontinuität. Und das ist mit Joachim Bauer und Erwin Kasper auch heute, nach 20 Jahren, noch garantiert.»
Andreas Netzle, ehemaliger TZ-Chefredaktor.

Andreas Netzle, ehemaliger TZ-Chefredaktor.

Bild: PD

Der Gemeinderat Berlingen habe ihnen die Verantwortung übertragen, betont Erwin Kasper. Und der damalige TZ-Chefredaktor Andreas Netzle habe das Team auf Herz und Nieren geprüft und gefragt: «Habt ihr das im Griff?» Netzle damals schriftlich: «Dass sich Einwohner kommunikativ engagieren und die Seite in Eigenregie herstellen, deutet auf eine aktive, interessierte Bevölkerung. Aus Sicht der TZ ist die Initiative von Berlingen beispielhaft.»

Dann stieg der «Bote vom Untersee und Rhein» auch mit ins Boot, was das Zusammengehörigkeitsgefühl am Untersee gestärkt haben dürfte. Es sind aber nicht nur Ausschnitte aus den publizierten «Blickpunkt»-Seiten, sondern auch neu verfasste Beiträge zur Geschichte Berlingens mit ihren Berühmtheiten wie Minister Kern, der Maler Adolf Dietrich und weiteren.

«Wir haben eine Abschrift der Heimatkunde vom Dorflehrer J.G. Graf aus dem Jahr 1866 gefunden. Wir sind auch über das frühere Dorfleben gut dokumentiert.»

Das sagt Joachim Bauer. Die Vornamen von Lehrer Graf müssen noch recherchiert werden.

Finanzierung noch nicht ganz in trockenen Tüchern

Dass man in Zeiten, in denen das Sponsoring nicht gerade überfliesst, trotzdem den Mut aufbringt, den lokalen Sektor nicht austrocknen zu lassen, sondern im Gegenteil mit der Herausgabe des Jubiläumsbuches «20 Jahre Blickpunkt» bewusst Zeichen setzen will, verdient hohe Anerkennung. Finanziell sei noch nicht alles in trockenen Tüchern, erklärt das Trio, scherzhaft «Die drei Musketiere» genannt. Förderbeiträge von der Gemeinde Berlingen und der Jubiläumsstiftung TKB sind in Aussicht gestellt.

«Wir hoffen noch auf viele Gönnerbeiträge.»

Heimatlich gedacht wird auch beim Druckauftrag, der bleibt in der Region bei der Druckerei Steckborn. Am 5. Juni beim Multikulinarium können Subskriptionsexemplare gezeichnet werden. Bis 5. August kann das Buch zum Vorzugspreis von 38 Franken bestellt werden; der Normalpreis beträgt 44 Franken.

Bestellungen an info@baechiraum.ch oder Edwin Bächi (079 445 66 64).