Kulturprogramm des Eisenwerks Frauenfeld: Lokal, national, international

Das Frauenfelder Eisenwerk stellt das Kulturprogramm 2018/19 vor. Das Konzert der Band Hecht ist bereits ausverkauft, doch manches mehr lockt: Etabliertes und Ungewohntes von nah und fern.

Dieter Langhart
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Rebekka Ray und Claudia Rüegsegger freuen sich auf die kommende Saison. (Bild: Dieter Langhart)

Rebekka Ray und Claudia Rüegsegger freuen sich auf die kommende Saison. (Bild: Dieter Langhart)

Noch ist der Shed weiss und leer, denn das Sommeratelier arbeitet derzeit in Kroatien. Das Gemeinschaftsprojekt der kroatischen Vereinigung der bildenden Künstler und des Eisenwerks widmet sich einer besonderen Idee: den Bergen als Rückzugsort. Den Kontakt hergestellt hat Harm Lux, der vor zwei Jahren bereits das grenzüberschreitende Projekt «Meer teilen – share more» leitete. Jetzt wird Shed-Kuratorin Katja Baumhoff mit zwei kroatischen Kollegen den grundverschiedenen Haltungen zum Gebirge nachspüren. «Withdraw – into the mountains» hat am 8. September Vernissage.

Manuel Löwensberg erzählt und spielt Peter Bichsel

Die neue Ausstellung ist zentral für die Haltung der sieben Programmgruppen, die Kultur ins Eisenwerk bringen: eine Balance zu finden zwischen lokal, regional und international. So gibt die Reihe local:now wieder jungen Bands aus der Region eine Bühne; so gibt es Angebote für Kinder wie das Mitmachtheater oder Besonderes wie Stoff/Wechsel, an dem man sich Unterhosen-Unikate vor Ort nähen lassen kann; so bringen «King King» Bluesrock aus Schottland mit, das Aurora Trio Jazz aus Barcelona.

«Wir präsentieren nicht nur Etabliertes, auch Neulinge und Neuartiges haben Platz bei uns. Und wir fassen den Kulturbegriff bewusst sehr weit.»
Rebekka Ray, Leiterin Programmausschuss Eisenwerk Frauenfeld

«Eine Balance mit einem gewissen Anspruch», ergänzt Rebekka Ray, Leiterin des Programmausschusses. «Wir präsentieren nicht nur Etabliertes, auch Neulinge und Neuartiges haben Platz bei uns. Und wir fassen den Kulturbegriff bewusst sehr weit.» Kultur im Eisenwerk spreche also nicht ein Publikum an, sondern sorge für Jung und Alt, wenn Manuel Löwensberg Peter Bichsels Kindergeschichten erzählt und spielt; für alle Arten von Kunstliebhabern am Kunst(floh)markt; für den Jazzliebhaber mit der Reihe jazz:now (die neu Ruth Bommer leitet) ebenso wie für den Mundart-Pop-Fan mit Hecht («Heicho»), die seit zwei Monaten ausverkauft sind. «Das Konzert wird eine logistische Herausforderung», sagt Geschäftsleiterin Claudia Rüegsegger. «Die Band spielt an sich nur vor mindestens 800 Zuhörern, wir haben für 400 Platz.» Man einigte sich auf 600. «Das wird eng im Saal.»

Theaterblitze erstmals in Frauenfeld

«Kultur im Eisenwerk wird von den Leuten in den Programmgruppen geprägt», sagt Claudia Rüegsegger, «aber wir wollen nicht alles allein stemmen.» Kooperationen, die zum Profil passen, weiten das Spektrum aus: Das Liedermacherfestival Liederlich kommt mit einer Special Edition nach Frauenfeld. Neu im Eisenwerk gastieren Suisse Diagonales Jazz, die Theaterblitze des Theaters Bilitz und bandXost mit einer Qualifikationsrunde. Auch ein Jubiläum steht an: zehn Jahre Tanz mit Bruce.

Das neue Programm fällt etwas weniger dicht aus als die vorherigen. Die Klammer bilden Urstimmen mit A-cappella-Gesang und Theater sowie das traditionelle Sommerfest.

Fr, 7.9.: Saisonstart mit Urstimmen

«Dorothy Parker begleitet mich seit Teenager-Jahren»

Die schweizerisch-deutsche Lyrikerin Nora Gomringer las in Gottlieben aus Dorothy Parkers Lyrikband «Denn mein Herz ist frisch gebrochen». Im Interview bekennt sie: "Zu Parker habe ich schon meine Maturaarbeit verfasst."
Interview: Dieter Langhart

Frauenfeld bietet der Langeweile mit Blues Paroli

Die Sommerloch-Konzerte im Eisenwerk in Frauenfeld erfreuen sich auch nach 17 Jahren noch grosser Beliebtheit. Am Wochenende trat das Andy Egert Blues Duo auf, die Besucher unter den Bäumen sitzend, stehend und liegend, genossen das Konzert in vollen Zügen.
Christoph Heer