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Eine Erkenntnis von «Dialog Schule - Wirtschaft» in Frauenfeld: Es braucht mehr als einen guten Lehrlingslohn

Der Industrie- und Handelsvereins Frauenfeld lud Lehrer und Lehrlings-Ausbildner ein. Heutige Lehrlinge verlangen nach Sinnstiftung. Das sagt Referent Matthias Mölleney, Präsident von ThinkTank Thurgau.
Christof Lampart
Referent Matthias Mölleney bei «Dialog Schule – Wirtschaft». (Bild: Christof Lampart)

Referent Matthias Mölleney bei «Dialog Schule – Wirtschaft». (Bild: Christof Lampart)

Im Zentrum steht die wichtige Zeit zwischen Sek und Arbeitsleben. Das ist die Veranstaltungsreihe «Dialog Schule – Wirtschaft». Bei der diesjährigen Ausgabe des vom Industrie- und Handelsverein Frauenfeld (IHF) organisierten Events sprach der Präsident des Think Tank Thurgau, Matthias Mölleney. Rund 90 Interessierte fanden sich dafür in den Räumlichkeiten der Serto AG in Frauenfeld ein.

Im Anschluss diskutierten der Frauenfelder Schulpräsident Andreas Wirth, Baumer-Electric-Geschäftsführer Gerold Eger, Blumen-Küng-Geschäftsführer Florian Küng und Kaspar Furrer, Ausbildner der Schweizer Zucker AG, mit Mölleney.

Junge Digital-Natives sind selbstbewusst

Im Zeitalter des Lehrlingsmangels müssten viele Betriebe intensiv um die besten Köpfe und die geschicktesten Hände werben, sagte Mölleney. Es genüge heute oft nicht mehr, mit einem hohen Lehrlingslohn und, bei Eignung, mit einer Festanstellung nach der Lehre zu locken. Vielmehr zählten für den Berufsnachwuchs oft andere Werte: Die Jungen seien zunehmend nur mit flachen Hierarchien und einer sinnstiftenden Arbeit zufrieden.

«Die Jungen fragen sich heute nicht nur, was der Chef von ihnen will, sondern auch, was der Chef ihnen bieten kann.»

Das sagte Mölleney. Dieses Selbstbewusstsein komme nicht von ungefähr. Schliesslich hätten Lernende als Digital-Natives heute oft mehr IT-Wissen als ältere Mitarbeiter.

Lehrer mit Ausbildnern

Am jährlich stattfindenden «Dialog Schule – Wirtschaft» nehmen Lehrlingsausbildner, Klassenlehrpersonen und Schulleitungen der Sekundarschulen Frauenfeld, Hüttwilen, Märstetten, Halingen und des Bildungszentrums für Technik Frauenfeld sowie Vertreter des Gewerbevereins Frauenfeld und des kantonalen Amts für Berufsbildung und Berufsberatung teil. Dabei wird erörtert, welche Bedürfnisse die Schule an die Wirtschaft hat und umgekehrt. (art)

Der oft geäusserten Befürchtung, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze vernichten werde, begegnet Mölleney mit Gelassenheit. Natürlich würden Berufe verschwinden. Doch mit neuen Technologien seien stets auch neue Berufsfelder entstanden.

«Als der Computer aufkam, dachten viele, er nehme den Leuten die Arbeit weg. Tatsächlich hat er den Menschen vieles erleichtert.»

Der Schule kommt eine zentrale Rolle zu

Mölleney verdeutlichte, dass für ihn «die Digitalisierung kein Einzelphänomen ist, dass unseren Alltag beeinflusst, sondern Teil eines fundamentalen Wandels». Für ihn ist klar, dass «die Digitalisierung die technischen Voraussetzungen für gesellschaftliche, politische, soziale und wirtschaftliche Neuausrichtungen liefern wird». Bei diesem Prozess komme der Schule eine zentrale Schlüsselrolle zu. Mölleney bekräftigte:

«Die Schule bildet ein Kernstück zur Bewältigung dieses Wandels und übt dabei eine Scharnierfunktion zwischen Technologie- und Menschenorientierung aus.»

Doch nicht alles, was man heute schon digitalisieren könne und was vielleicht rein wirtschaftlich einen Vorteil bringe, sei für den Menschen gut. Deshalb tue die Schule gut daran, zugleich ethische Konzepte zu vermitteln und die digitalen Kompetenzen der Lernenden auszubauen. «So können wir die Digitalisierung unsere Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben und zugleich auch einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Generationen leisten», erklärte Mölleney.

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