Littering und kaputte Magerwiesen auf der Grossen Allmend in Frauenfeld und an der Thur: Stadtrat Elliker zieht die Notbremse

Pandemiebedingt vertut sich derzeit viel mehr Volk als üblich in im Frauenfelder Naherholungsgebiet. Darunter leidet die Natur.

Mathias Frei
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Auf der Frauenfelder Seite des Thurdamms unweit der Rorerbrücke: Stadtrat Andreas Elliker und der Abfall.

Auf der Frauenfelder Seite des Thurdamms unweit der Rorerbrücke: Stadtrat Andreas Elliker und der Abfall.

(Bild: Mathias Frei)

Wenn er joggen geht am Wochenende, mag Stadtrat An­dreas Elliker eigentlich gar nicht hinsehen. Abfall türmt sich im Thurvorland. Die Wiesen in der Grossen Allmend sind niedergetrampelt. Und das im Auenschutzgebiet respektive Naturschutzgebiet.

«Schon das dritte Wochenende hintereinander ist es dasselbe Bild.»

So ärgert sich Stadtrat Elliker, der dem Departement für Bau und Verkehr vorsteht.

Denn die Natur bräuchte jetzt eigentlich ihre Ruhe, sagt Elliker. Wiesland, das als ökologische Ausgleichsfläche bewirtschaftet wird, darf zudem frühestens ab Mitte Juni geschnitten werden.

In Naturschutzgebiet Allmend in Frauenfeld gelten Regeln.

In Naturschutzgebiet Allmend in Frauenfeld gelten Regeln.

(Bild: Andrea Stalder)

Alt und Jung zieht es in den Frauenfelder Grüngürtel

Derzeit vertun sich viel mehr Leute im Frauenfelder Naherholungsgebiet als zu dieser Jahreszeit üblich. «Alt und Jung sind da.» Man weiche pandemiebedingt vermehrt ins Grüne aus. Das ist Ellikers Beobachtung, die sich auch mit dem erhöhten Arbeitsaufwand des Frauenfelder Werkhofs deckt.

«Natürlich versuchen wir, die Abfallberge zeitnah abzuführen.»

Am besten wäre es aber, wenn die Leute ihren Abfall wieder mitnehmen würden, um ihn daheim zu entsorgen. Und in der Grossen Allmend würden die Leute durch die Magerwiesen trampeln und dann mittendrin Tücher ausbreiten, um die Sonne zu geniessen. Heuer sei es sowieso schon zu trocken. Und durch das Fehlverhalten der Besucher leide die Natur noch mehr. «Das schöne Wetter im Grünen zu geniessen, wollen wir ja nicht verbieten», meint Elliker. Man wolle keinesfalls Spielverderber sein. «Aber wir verlangen einen gewissen Respekt gegenüber der Natur.» Dafür gebe es eben Regeln.

St.Galler und Zürcher auf den Parkplätzen

«Uns fällt auf, dass auch viele Leute von auswärts den Weg nach Frauenfeld finden. Auf den Parkplätzen im Naherholungsgebiet haben viele Autos St.Galler und Zürcher Kennzeichen.» Viele würden deshalb die Regeln im Naturschutzgebiet nicht kennen.

«Es ist zum Beispiel verboten, die Wege zu verlassen.»

Daran erinnert Elliker. Weiter darf kein Abfall weggeworfen werden. Ebenfalls ist es verboten, Feuer zu machen und Pflanzen zu pflücken.

Neophyten-Bekämpfung im Naturschutzgebiet Allmend in Frauenfeld: Den Goldruten geht's an den Kragen.

Neophyten-Bekämpfung im Naturschutzgebiet Allmend in Frauenfeld: Den Goldruten geht's an den Kragen.

(Bild: Reto Martin, 19.August 2017)

So hat nicht nur der Werkhof mehr zu tun, sondern auch das Team der Allmend-Ranger. «Viele Leute zeigen Verständnis, wenn ein Ranger sie anspricht und ihnen die Regeln im Naturschutzgebiet erklärt. Vereinzelt mussten aber auch Verzeigungen ausgesprochen werden», sagt Stadtrat Elliker.

Man müsse den Leuten die Regeln immer wieder erklären. «Irgendwann hat sie jede und jeder verinnerlicht.» Der Aufruf an die Bevölkerung komme jetzt zum richtigen Zeitpunkt, sagt Elliker. Denn mit dem 1.Mai stehe schon ein nächstes langes Wochenende vor der Tür. Und bis zu dem Pfingst- respektive dem Auffahrtswochenende dauere es auch nicht mehr lange. Besser also jetzt die Notbremse ziehen, als einen Sommer lang gegen Abfallberge und kaputte Wiesen zu kämpfen.

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