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«Unzulänglichkeiten der Webseitenmüssen angegangen werden»: SP-Gemeinderatsmitglied Ralf Frei stellt Fragen zur Barrierefreiheit des Internetauftritts von Frauenfeld

In einer Interpellation fordert SP-Gemeinderatsmitglied Ralf Frei den Frauenfelder Stadtrat auf, sich genauer mit der Barrierefreiheit der städtischen Webseiten auseinanderzusetzen. Die Rede ist von einer Zertifizierung, basierend auf internationalen Richtlinien zu diesem Thema.

Janine Bollhalder
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Die Webseite der Stadt Frauenfeld.

Die Webseite der Stadt Frauenfeld.

Donato Caspari

«Die Websites der Stadt Frauenfeld und ihrer Betriebe prägen das Image der Stadt», schreibt SP-Gemeinderatsmitglied Ralf Frei in seiner Interpellation «Barrierefreies Frauenfeld – mindestens online». Es geht ihm um ein repräsentatives Aussehen dieser digitalen Visitenkarte Frauenfelds sowie darum, allen Anspruchsgruppen und Bevölkerungsschichten Zugang zu digital verfügbaren Informationen und Inhalten zu schaffen. Er ersucht deshalb den Stadtrat um Beantwortung von vier Fragen.

Inhaltsverzeichnis: Die vier Fragen der Interpellation

    1. Wie ist der heutige Stand der Barrierefreiheit in Bezug auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)?

    Ralf Frei, SP-Gemeinderatsmitglied.

    Ralf Frei, SP-Gemeinderatsmitglied.

    Bild: PD

    Die WCAG sind internationale Richtlinien für barrierefreie Webinhalte. Sie präsentieren Forderungen, um Personen mit sensorischen, motorischen, kognitiven oder altersbedingten Einschränkungen den Zugang zu Webinhalten zu ermöglichen. Frei hat in seiner Interpellation mehrere Beispiele der Unzulänglichkeiten der städtischen Websites aufgeführt, etwa die städtischen Filmpublikationen. Er schreibt, dass für Menschen mit schwachem Hörvermögen oder fremdsprachige Personen Untertitel hilfreich wären. Auch einzelne Farbkontraste zwischen der Schrift und dem Hintergrund seien nicht ausreichend. «Das schränkt die Lesbarkeit für sehbehinderte Personen ein.»

    Beispielsweise unter dem Menupunkt «Aktuelles» auf der Website Frauenfelds ist der Farbkontrast zwischen Schrift und Hintergrund nicht ausreichend.

    Beispielsweise unter dem Menupunkt «Aktuelles» auf der Website Frauenfelds ist der Farbkontrast zwischen Schrift und Hintergrund nicht ausreichend.

    Screenshot: www.frauenfeld.ch

    2. Welche Massnahmen zur Verbesserung des jetzigen Zustands sind geplant?

    Da Menschen mit einer Behinderung das Internet deutlich häufiger nutzen als der Durchschnitt der Bevölkerung, wie Frei schreibt, müssen die geschilderten Unzulänglichkeiten der städtischen Websites angegangen werden. Die WCAG-Richtlinien sind in vier Prinzipien eingeteilt: «wahrnehmbar», «bedienbar», «verständlich» und «robust».

    3. Welche Massnahmen im Bezug auf Aufwand, Kosten und möglichen Zeitplan müssten für eine «AA+»-Zertifizierung der Stiftung «Zugang für alle» ergriffen werden?

    Die Stiftung «Zugang für alle» ist eine unabhängige Zertifizierungsstelle für barrierefreie Websites in der Schweiz. Sie bietet Zertifikate mit unterschiedlichen Prioritäten an, die auf den WCAG-Richtlinien basieren. Es gibt drei Konformitätsstufen – A, AA, AAA – wobei die Stufe AA für Webangebote der öffentlichen Hand verbindlich vorgeschrieben ist.

    Frei schreibt, dass die Stiftung die Stufe AA+ empfiehlt, um effektiv barrierefreien Zugang zu Websites zu schaffen sowie das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) einzuhalten. Diese Zertifizierung erfüllt alle Kriterien der Stufen A und AA sowie zusätzlich sinnvolle AAA-Kriterien und ist kompatibel mit den Richtlinien des Bundes für die Gestaltung barrierefreier Internetangebote.

    4. Ist der Stadtrat bereit, die erwähnte Zertifizierung anzustreben und falls ja, bis wann?

    Der effektive Umfang zur Erlangung des Zertifikats aufgrund der Komplexität der Websites der Stadt Frauenfeld sowie der Betriebe sei schwer abzuschätzen, schreibt Frei. Es bedürfe weiterer Abklärungen. Die Interpellation hat er am 16. Juni eingereicht. 28 Ratsmitglieder haben unterzeichnet. Interpellationen werden vom Stadtrat umgehend oder auf eine der nächsten Sitzungen beantwortet. Diese Antwort erfolgt meistens schriftlich.

    Mehr Informationen unter: www.access-for-all.ch