Links-grün hat bei den Thurgauer Ständeratswahlen das Wahlziel verpasst

Nina Schläfli (SP), Kurt Egger (GP) und Ueli Fisch (GLP) wollten einen zweiten Wahlgang erzwingen. Das ist ihnen nicht gelungen. Brigitte Häberli-Koller (CVP) und Jakob Stark (SVP) haben das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreicht. Das sagen die links-grünen Kandidaten.

Larissa Flammer
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Am grössten ist die Enttäuschung bei Ueli Fisch. Der GLP-Kandidat landet im Ständeratsrennen auf dem fünften Platz:

«Weil es eine Persönlichkeitswahl ist, hätte ich gedacht, dass ich mehr Stimmen hole als Nina Schläfli oder Kurt Egger.»
Ueli Fisch. (Bild: Reto Martin)

Ueli Fisch. (Bild: Reto Martin)

Der Ottoberger hatte immerhin im Februar 2016 das absolute Mehr in den Regierungsratswahlen erreicht und schied erst als Überzähliger aus. Auch die im Frühling gewonnene Abstimmung zum Thurgauer Öffentlichkeitsgesetz war zu einem grossen Teil sein Verdienst.

Schläfli habe einfach einen sehr guten Wahlkampf gemacht, sagt Fisch. Und weiter: «Das habe ich zwar auch.» Dass Egger einige Stimmen mehr geholt habe als er, kratze zwar ein bisschen am politischen Ego: «Schlussendlich ist das aber nicht mehr so entscheidend.» Aktuell ist sein Motivationsstand ziemlich im Keller, sagt der GLP-Politiker kurz nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Er sei jedoch einer, der immer wieder aufstehe. Das werde ihm auch jetzt helfen.

Kurt Egger. (Bild: Reto Martin)

Kurt Egger. (Bild: Reto Martin)

Im Gegensatz zu Fisch freuen sich Kurt Egger und Nina Schläfli über ihre Resultate. Der Präsident der Grünen sagt: «Persönlich bin ich sehr zufrieden.» Vor allem in Anbetracht dessen, dass er im Vergleich zur SP die kleinere Wahlbasis habe. Auch das Ziel, dem Stimmvolk eine Auswahl zu bieten, sieht Egger erfüllt.

«Ausserdem konnten wir uns als Partei und unsere Themen präsentieren.»
Nina Schläfli. (Bild: Reto Martin)

Nina Schläfli. (Bild: Reto Martin)

Schläfli hat gut 4500 Stimmen mehr geholt als Egger und Fisch. Die SP-Präsidentin sagt: «Das ist ein super Resultat für mich.» Vor allem freut sie sich, dass sie in ihrer Wohngemeinde Kreuzlingen mehr Stimmen geholt hat als Jakob Stark: «Das gibt wieder Schub, wenn die Leute von dort, wo du schon lange politisierst, dich unterstützen.»

In vier Jahren werde man wieder kandidieren

Dass das Ziel, einen zweiten Wahlgang zu erzwingen, nicht erreicht werden konnte, ist für alle drei links-grünen Kandidaten enttäuschend. Schläfli sagt: «Wir müssen uns ansehen, ob unsere Strategie richtig war.» Die 29-Jährige gratuliert den beiden gewählten Ständeräten, sagt aber:

«Wir werden sehr genau beobachten, was in Bern geschieht.»

Beide hätten einige Versprechen abgegeben. In vier Jahren wird es sicher von Seiten der GLP und den Grünen einen erneuten Angriff auf die Ständeratssitze geben. Wer dann kandidieren wird, ist noch völlig offen. Schläfli sagt: «Das wird auch auf die Gesamtsituation ankommen.»