Interview

«Liege irgendwo zwischen SVP und SP»: Judith Kern setzt im Kampf um Stadtratssitz in Steckborn auf vielerlei Fähigkeiten

Politisch will sie sich lieber nicht schubladisieren lassen, sagt die parteilose Judith Kern. Die 47-jährige Sozialpädagogin steigt als eine von fünf Kandidierenden ins Rennen um den freien Sitz im Steckborner Stadtrat. Und sie ist bereits bekannt.

Samuel Koch
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Judith Kern sitzt auf ihrer Vespa an ihrem persönlichen Lieblingsort im Städtli: Beim Seeschulhaus.

Judith Kern sitzt auf ihrer Vespa an ihrem persönlichen Lieblingsort im Städtli: Beim Seeschulhaus.

Bild: Andrea Stalder

Sie sind mit alt Stadtpräsident Roger Forrer liiert. Ist das für Sie ein Vor- oder ein Nachteil?

Judith Kern: Darüber haben wir uns noch gar nie unterhalten. Von seiner Zeit, in der vieles funktioniert hat, kann ich aber sicher profitieren. Immer unter Berücksichtigung des Amtsgeheimnisses. (lacht)

Funktioniert hat es in den vergangenen Monaten im Stadtrat aber nicht immer.

Offenbar sind bei diesem Neuanfang vor einem Jahr Welten aufeinandergeprallt.

Gerade mit meiner Erfahrung im Sozialmanagement glaube ich, dass ich mithelfen kann, solche Konflikte zu lösen.

Roger Forrer ist Mitglied der SVP. Sie sind parteilos.

Ja, ich bin einerseits verwurzelt und schätze Traditionen. Andererseits bin ich aber auch sozial und liberal. Politisch sehe ich mich je nach Thema irgendwo zwischen der SVP und der SP.

Hat Ihre Kandidatur etwas mit Ihrer Partnerschaft zu tun?

Nein. Meine Verbundenheit zu Steckborn und zur Unterseeregion ist gross, seit ich als kleines Mädchen auf dem Spielplatz beim Seeschulhaus geschaukelt bin. Es war schon früh mein Plan, mich eines Tages im Stadtrat zu engagieren.

Bekanntheit erlangt haben Sie auch als Vorstandsmitglied der Wohnbaugenossenschaft (Woba) Linde.

In der Woba leite ich das Ressort Soziales. Das Amt ist zeitlich beschränkt, da der Vorstand nach der Fertigstellung nur noch aus Mieterinnen und Mietern bestehen wird. Es freut mich sehr, wie sich das Projekt in den letzten Monaten entwickelt hat.

Spannende Themen gibt es ja genügend. Wofür wollen Sie sich einsetzen?

Die Ortsplanungsrevision soll weiter vorangetrieben werden. Zudem braucht es mit dem Sportplatz eine neue Infrastruktur.

Er ist nicht nur wichtig für den Fussballklub, sondern auch für alle anderen Vereine am Untersee.

Was sind weitere Ziele?

Wichtig ist mir der stete Austausch mit der Bevölkerung, sei es im Gasthaus Weingarten oder auch im Feldbachareal, wo ich mich oft und gerne aufhalte.

Sie setzen also auch auf die Karte Kommunikation?

Ja, die Bevölkerung hat ein Anrecht zu erfahren, was im Stadtrat vor sich geht. Ich stehe für eine klare und effiziente Kommunikation ein, will präsent sein und die Anliegen der Bevölkerung angehen und umsetzen.

Sie sind also motiviert bis in die Zehenspitzen?

Steckborn ist und bleibt meine Herzensangelegenheit. Wenn, dann richtig.

Den anderen Kandidaturen widmet sich dieses Medium zu einem anderen Zeitpunkt in loser Reihenfolge.

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