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Licht am Ende des Tunnels
der Medienhäuser

Zahlen aus den USA machen Mut: Es lässt sich im Internet mit Inhalten etwas verdienen. Dies muss auch den hiesigen Zeitungen gelingen, sagt Pascal Hollenstein, publizistischer Leiter der NZZ-Regionalmedien in Frauenfeld
Stefan Hilzinger
Die klassiche Zeitung verliert an Boden, den die Verlagshäuser im Internet wieder gutmachen wollen.

Die klassiche Zeitung verliert an Boden, den die Verlagshäuser im Internet wieder gutmachen wollen.

Pascal Hollenstein, Leiter Publizistik Regionalmedien

Pascal Hollenstein, Leiter Publizistik Regionalmedien

Die ökonomische Talfahrt der Zeitungen ist deutlich. Allein die Titel der NZZ-Regionalmedien, zu denen auch die Thurgauer Zeitung gehört, haben in den letzten fünf Jahren rund 28 Millionen Franken an Umsatz eingebüsst. Die Rückgänge bei den Inserateeinnahmen liegen teilweise im zweistelligen Bereich. Das erfuhren die rund 40 Hörer im Vortrag von Pascal Hollenstein. Der im Thurgau aufgewachsene publizistische Leiter der NZZ-Regionalmedien sprach auf Einladung der Volkshochschule in Frauenfeld. Rückläufig sind auch die Abonnentenzahlen, allerdings blieben die Leserzahlen erstaunlich konstant. «Das heisst, Abonnenten reichen die Zeitung in der Nachbarschaft weiter», sagt Hollenstein .

Gratis Inhalte im Internet sind ein Eigengoal

Es räche sich jetzt, dass die Verlage mit dem Aufkommen des Internets, Inhalte gratis ins Netz gestellt hätten. Pendlerzeitungen und Social-Media-Plattformen erweckten ebenfalls den Eindruck, dass Inhalte gratis seien. Stellen- und Wohnungsinserate seien auf entsprechende Portale abgewandert. Damit sich wieder Licht am Ende des Tunnels zeigt, beschreiten die NZZ-Regionalmedien nun zwei Wege: Einerseits den hin zu mehr Grösse. Tagblatt, TZ und Luzerner Zeitung haben ein Joint-Venture mit den AZ-Medien des Aargauer Verlegers Peter Wanner angekündigt. «Wir erreichen dann mehr als eine Million Leser.» Der zweite Weg ist eine Offensive im Online-Bereich, um dort mit Inhalten Geld zu verdienen. «Jetzt sind unsere Inhalte noch gratis. Bald müssen Sie sich registrieren und irgendwann kommt die Zahlschranke, wenn sie nicht Abonnent sind», sagt Hollenstein. Keine harte Bezahlschranke, sondern eine weiche, bei der Programme im Hintergrund berechnen, wann der beste Momente ist, um anzufragen. In die Technologie dafür habe die NZZ-Mediengruppe in den letzten Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. «Der Einstieg online ist ein Monatsabo zum Betrag von 15 Franken, abgebucht per Kreditkarte». Ganz nach dem Vorbild von Netflix und anderen. «Wir haben hier neue Leserinnen und Leser vor Augen. Denn Junge gewöhnen sich das mit der Zeitung nicht mehr an.» Erfahrungen bei der NZZ und Zahlen aus dem USA machten Mut, dass der Schritt gelingt.

Es braucht regional auch Inland-Kompetenz

Regionalen News seien weiterhin bedeutend: «80 Prozent der Ressourcen stecken bei den NZZ-Regionalmedien im lokalen und regionalen, 20 Prozent im Mantel.» Hier wird das Joint-Venture Veränderungen mit sich bringen, sagte Hollenstein auf die Frage, wo denn die regionalen Aspekte bleiben, wenn künftig etwa die Aargauer für die Inland-Berichterstattung zuständig seien «Es braucht auch bei der TZ genuine Kompetenz in der Inland-Berichterstattung», sagt Hollenstein. Die Wähler hätten ein Recht darauf zu wissen, was ihre Leute in Bern tun. Was denn mit den Journalisten passiere, die zu viel seien?, frage eine Zuhörerin. «Es gibt nicht zu viele Journalisten, sondern exakt genügend viele. Sie sind erst noch besser ausgebildet als je», sagt Hollenstein. Gewisse Selbstausbeutung gehöre zum Beruf. Das schrecke vielleicht ab. «Volontäre stehen bei den Verlagen nicht mehr Schlange, und sie wollen wissen, wie es denn mit den Überstunden sei.»

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