«Die Leute trauen sich nicht ins Theater»: Der Thurgauer Kult-Kabarettist Thomas Götz ist zurück auf der Bühne – doch der Vorverkauf läuft schleppend

Es ist für Thomas Götz eine doppelte Premiere: Der Thurgauer Kult-Kabarettist spielte zum ersten Mal seit dem Lockdown live sein neues Programm «Ergötzliches». Und – weit weniger erfreulich – zum ersten Mal in der achtjährigen Geschichte: Die Vorstellungen im Theaterhaus Thurgau sind nicht ausverkauft.

Julia Nehmiz
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Ergötzliches im Theaterhaus Weinfelden mit Thomas Götz.

Ergötzliches im Theaterhaus Weinfelden mit Thomas Götz.

Bild: Andrea Stalder

Herr Götz, Sie feiern Premiere. Nervös?

Thomas Götz: Nein, ich bin nicht so der nervöse Typ. Ich muss jetzt noch letzte Dinge vorbereiten, aber vor allem freue ich mich! Die Freude, endlich wieder live auftreten zu können, das Publikum wieder zu spüren, die ist riesig! Aber etwas ist auch sehr ungewohnt.

Was denn?

Das Haus ist nicht voll.

Zum ersten Mal in den acht Jahren, in denen wir «Ergötzliches» auf die Bühne bringen, sind wir nicht ausverkauft.

Das ist wirklich aussergewöhnlich.

Aber Sie spielen ja auch eine Vorstellung mehr als sonst.

Die haben wir angesetzt, weil wir wegen der Schutzbestimmungen nur noch 75 Leute ins Theaterhaus Thurgau lassen, und nicht wie zuvor 104. Vor Corona hatten wir immer über 300 Zuschauerinnen und Zuschauer in den drei Vorstellungen. Aktuell, Stand Mittwoch Nachmittag, haben wir für unsere vier Vorstellungen 200 Tickets verkauft.

Woran liegt das?

Die Leute trauen sich nicht ins Theater. Vielleicht hält auch der aktuelle Anstieg der Zahlen die Zuschauerinnen und Zuschauer zurück. Und: Es gibt zurzeit keine Mund-Propaganda, die Leute treffen sich nicht, man erzählt sich also auch weniger. Gesellschaftlich hat sich da etwas verändert. Vielleicht wissen viele nicht, dass wir wieder spielen.

Ergötzliches im Theaterhaus Weinfelden mit Thomas Götz.

Ergötzliches im Theaterhaus Weinfelden mit Thomas Götz.

Bild: Andrea Stalder

Corona hält die Leute ab, ins Theater zu gehen?

So nehme ich es wahr.

Vielleicht ist bei einigen auch die finanzielle Situation nicht so rosig und sie können sich einen Theatereintritt schlicht nicht leisten.

Aber ich vermute, die meisten sind vorsichtig. Dabei haben wir ein gutes Schutzkonzept: Wir lassen immer einen Sitz frei und zudem gilt Maskenpflicht im Theater.

Haben Sie eine Idee, wie Sie der Zurückhaltung begegnen können?

Nein, haben Sie eine? Vielleicht ist das einfach die neue Normalität. Wobei, Normalität ist das nicht, es ist einfach neu. (miz)

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