Leise und präzise: Bogenschützen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland massen sich in Frauenfeld

Am Sonntag fand in der Rüegerholzhalle das dritte Frauenfelder Hallenturnier mit 147 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Claudia Koch
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Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
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Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
 Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
 Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Hallenturnier 2020 der Bogenschützen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Reto Martin

«Plopp – plopp.» Das war das vorherrschende Geräusch am sonntäglichen Hallenturnier. Ansonsten herrschte Ruhe in der Rüegerholzhalle. Denn Bogenschiessen ist eine Präzisionssportart, die absolute Konzentration verlangt. Es sei vor allem viel Training nötig, um mit den fünf Pfeilen in die Mitte zu treffen, sagte Markus Dreher, Präsident des Bogenclubs Polygon Frauenfeld. Wichtig ist auch die Wahl des Bogens, bei denen es grosse Unterschiede gibt.

Welcher Bogen für jemanden der geeignete ist, das kann eine Schützin oder ein Schütze beim Einstieg in den Club herausfinden. «Wir stellen jedem während drei Monaten einen Bogen zur Verfügung, danach entscheidet sich das Mitglied für sein Modell», sagte Dreher. Die Preisspanne reicht von ein paar hundert Franken für Langbögen aus Holz bis hin zu mehreren tausend Franken für einen Hightech-Bogen.

Voller Konzentration visiert die Schützin das Ziel auf der 5er-Spot-Scheibe an.

Voller Konzentration visiert die Schützin das Ziel auf der 5er-Spot-Scheibe an.

Bild: Reto Martin

Die Ziele waren mit zwei unterschiedlichen Zielscheibenauflagen ausgestattet: Mit 40er-Auflagen für die Lang- oder Recurvebögen, mit 5er-Spot-Auflagen für die Schützen mit den Hightech-Bögen. Die Kunst besteht nun darin, innert vier Minuten mit fünf Pfeilen auf die vorbestimmte Auflage möglichst ins X zu treffen. «Das X ist nicht grösser als ein Fünfliber», sagte Dreher, der seit 2013 aktiver Bogenschütze ist. Seine Faszination für diesen Sport fasst er in zwei Sätzen zusammen:

«Mir gefällt das Archaische, da man dies schon seit Tausenden von Jahren betreibt. Zudem ist es ein kostengünstiger Sport, weil nach den Anfangskosten keine grossen Ausgaben mehr anstehen.»

Vorstandsmitglied Pablo Schedler war für die Zeitmessung zuständig. Zeitdruck gebe es nur bei Wettkämpfen, deshalb sei es unumgänglich, an solchen teilzunehmen, sagte Schedler. Tatsächlich waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zwischen 10 bis 79 Jahren, aus der ganzen Deutschschweiz sowie aus Süddeutschland und Österreich angereist. Die Schweizer Schützen nutzten das Turnier vor allem für die Schweizer Indoormeisterschaft in Wil vom kommenden Sonntag.

Zulauf nach Kinofilmen wie «Tribute von Panem»

Der Nischensport kann laut Dreher zunehmend Interessierte begeistern. Insbesondere nach Kinofilmen wie «Robin Hood» oder «Die Tribute von Panem» stiegen jeweils die Mitgliederzahlen, die aktuell beim Bogenclub Polygon Frauenfeld bei rund 60 Personen liegen. Derweil lief ein neuer Durchgang.

Einige Schützen begutachteten ihren Schuss mit einem Feldstecher, notiert wurden die Punkte jeweils nach Ablauf der vier Minuten. Die Pfeile aus der Zielscheibe herauszuziehen benötigt durchaus Kraft und kann je nach Winkel schwierig sein, sagte Schütze Tim Arntz aus dem aargauischen Klingnau.

Der 79-jährige Erich Egli hat als Privatperson am Turnier teilgenommen. Ihm liegt es, zu trainieren, wann er will, was in einem Schiessraum mit Abo möglich ist. Er wirkte unzufrieden:

«Ich habe zweimal den Schuss abgerissen, war nicht sauber konzentriert. Ein Schuss muss im Unterbewusstsein weg.»

FRAUENFELD: Mit Pfeilbogen in die Halle gezogen

Gestern führte der Bogenschützenverein Polygon zum ersten Mal ein Hallenturnier in der Rüegerholzhalle durch. Es war die letzte Vorbereitung für die Hallen-Schweizer-Meisterschaften in Wil.
Désirée Wenger