Leichenfund von Tägerwilen: Verdächtiger Deutscher des Mordes angeklagt

Im Mai 2016 wurde eine Frauenleiche bei der Badi in Tägerwilen aufgefunden. Der mutmassliche Täter wurde kurz darauf gefasst. Die Staatsanwaltschaft Thurgau fordert lebenslange Haft mit anschliessender Verwahrung.

Dinah Hauser
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Bei der Seerhein-Badi wurde im Mai 2016 eine Tote aufgefunden. (Bild: Maya Mussilier)

Bei der Seerhein-Badi wurde im Mai 2016 eine Tote aufgefunden. (Bild: Maya Mussilier)

Am Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft Thurgau die Anklage gegen einen 62-jährigen Deutschen an das Bezirksgericht Kreuzlingen überwiesen, wie «Radio Top» berichtet. Gefordert wird eine Verurteilung des Beschuldigten wegen Mordes zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe mit anschliessender Verwahrung. Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Anklage auf Anfrage.

Der Mann wird beschuldigt, am Pfingstwochenende 2016 eine damals 38-jährige Deutsche ermordet zu haben. Eine Spaziergängerin hatte die Leiche beim morgendlichen Spaziergang am Sonntag mit ihrem Hund bei der Seerhein-Badi entdeckt. Laut ihren Aussagen war die leblose Frau mit einer Wolldecke zugedeckt gewesen.

Die Frau starb an schweren Kopfverletzungen

Eine Obduktion durch das Institut für Rechtsmedizin St. Gallen hatte ergeben, dass die schweren Kopfverletzungen zum Tod der 38-Jährigen geführt haben. Die Frau soll beobachtet worden sein, wie sie sich am Samstag mit dem Angeklagten in der Nähe des Tatorts aufhielt.

Auf dem Parkplatz der Seerhein-Badi war ein weisses Auto mit Konstanzer Nummernschilder abgestellt. Just dem Ort, an dem die Frau zuletzt wohnhaft war. Laut damaligen Aussagen der Staatsanwaltschaft gehörte das Auto nicht der Getöteten, sondern einem ihrer Familienmitglieder.

Die Kantonspolizei Thurgau war von Anfang an von einem Beziehungsdelikt ausgegangen, wie diese Zeitung berichtete. Gemäss «20 Minuten» soll die Frau den mutmasslichen Täter regelmässig auf Teneriffa besucht haben.

In Barcelona festgenommen

Die Spur führte alsdann nach Spanien. Genauer gesagt an den Flughafen Barcelona. Dort wurde der Angeklagte zwei Tage nach dem Leichenfund festgenommen. Die spanischen Behörden lieferten den mutmasslichen Täter am 7. Juli an die Schweiz aus. Der auf Teneriffa wohnhafte Deutsche gestand die Tat zuerst. Gemäss Medienberichten soll er aber sein Geständnis nachträglich zurückgezogen haben.

Gemäss Staatsanwaltschaft Thurgau wird der Gerichtstermin vom Bezirksgericht Kreuzlingen festgelegt.