Leere Betten in Thurgauer Privatkliniken

Auch die Thurgauer Privatspitäler sind in den Kampf gegen das Coronavirus involviert. Sie weisen hohe ungedeckte Kosten aus.

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Auch in den Thurgauer Privatkliniken sieht es derzeit wie hier aus: Ein leeres Bett.

Auch in den Thurgauer Privatkliniken sieht es derzeit wie hier aus: Ein leeres Bett.

(Ennio Leanza / KEYSTONE)

(red) Gesundheit Mit 730 Spitalbetten und rund 1800 Mitarbeitenden stellen die Thurgauer Privatkliniken einen erheblichen Teil der stationären Versorgungskapazitäten im Kanton. Das schreibt der Verband der Ostschweizer Privatkliniken (OPK) Thurgau in einer Mitteilung.

Während den öffentlichen Spitälern derzeit die Rolle der initialen Versorgung von Coronapatienten zukommt, sind Privatkliniken als Überlaufgefäss für die Anschlussversorgung der Patienten vorgesehen. Hierfür haben sie weit über 100 Betten bereitgestellt.

Insbesondere für die Phase der Rehabilitation, aber auch für die Akut- und Intensivbehandlung von Coronapatienten. Zudem seien zur Unterstützung der Spital Thurgau AG qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte entsandt worden, heisst es in der Mitteilung.

Derzeit keine planbaren Eingriffe

Um die erforderlichen Betten bereitzustellen, werden auch in den Kliniken der OPK seit Beginn der ausserordentlichen Lage keine planbaren Eingriffe und Behandlungen durchgeführt. Da sich die Pandemie im Thurgau erfreulicherweise weniger dramatisch entwickelt, als erwartet worden war, stehen auch in den Privatkliniken viele Betten leer.

Diese aus kantonaler Sicht notwendige Vorhaltung führe bei den Privatkliniken «zu hohen ungedeckten Kosten und in unterschiedlichem Umfang auch zur Anmeldung von Kurzarbeit», halten diese in der Mitteilung fest. Die Kliniken begrüssen, dass von der Regierung für die Entschädigung der angeordneten Betriebsreduktion bei Spitälern und Reha-Kliniken sowie für Vorhalteleistungen ein Nachtragskredit beim Grossen Rat beantragt worden sei.

Privatkliniken rechnen mit einer Normalisierung

Nachdem der Bundesrat die Aufhebung des Verbotes für nicht dringliche Behandlungen und Therapien per 27. April angekündigt hat, sei absehbar mit einer weitgehenden Normalisierung der medizinischen Versorgungslage im Kanton zu rechnen. Diese Entscheidung begrüssen die hiesigen Privatkliniken.

Sie sind laut Mitteilung optimistisch, dass die Verbreitung des Coronavirus im Thurgau eingedämmt werden kann. Sollte es dennoch zu einer anderen Entwicklung kommen, sind die privaten Spitäler davon überzeugt, auch ein weiteres Mal innert weniger Tage umfassende Bettenkapazitäten für die medizinische Betreuung von Coronapatienten bereitstellen zu können.

Zu den Spitälern der OPK Thurgau zählen: Clienia Littenheid AG, Herz-Neuro-Zentrum Bodensee, Klinik Schloss Mammern, Klinik Seeschau AG, Klinik Aadorf, Rehaklinik Zihlschlacht sowie Tertianum Neutal.