Langsamer durch die Steckborner Altstadt

Der Steckborner Stadtrat will auf der Seestrasse zwischen Sonnenkreisel und Schützengraben eine Tempo-40-Zone einführen. Im Fokus steht die Sicherheit. «Es besteht Handlungsbedarf», sagt Stadtpräsident Roger Forrer.

Rahel Haag
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Steckborn von oben: Der Stadtrat will zwischen Sonnenkreisel und Schützengraben eine Temporeduktion einführen. (Bild: Olaf Kühne)

Steckborn von oben: Der Stadtrat will zwischen Sonnenkreisel und Schützengraben eine Temporeduktion einführen. (Bild: Olaf Kühne)

Es geht um 475 Meter. Jene Meter der Seestrasse, welche durch die Altstadt Steckborn führen. Vom Sonnenkreisel bis zum Schützengraben. Bisher gilt hier Tempo 50. Das will der Stadtrat nun aber ändern.

Er hat beim Kanton die Einführung einer Tempo-40-Zone beantragt. Hierfür hat die Stadt ein Gutachten erarbeiten lassen. «Es hat gezeigt, dass auf diesem Abschnitt täglich 5150 Fahrzeuge den Steckborner Ortskern passieren», sagt Stadtpräsident Roger Forrer. Vor einem Jahr seien es pro Tag noch rund 4500 Fahrzeuge gewesen. Dies entspricht einer Zunahme von über zehn Prozent.

Auch Überprüfung der Zebrastreifen steht bevor

Roger Forrer, Steckborner Stadtpräsident (Bild: Andrea Stalder)

Roger Forrer, Steckborner Stadtpräsident (Bild: Andrea Stalder)

«Es ist spürbar, dass der Verkehr beinahe täglich zunimmt», sagt Forrer. Deshalb sehe der Stadtrat Handlungsbedarf. Mit der Tempo-40-Zone wird eine Beruhigung angestrebt. Hierbei stehe das Thema Sicherheit im Zentrum.

«Die Häuser sind in der Altstadt direkt an die Strasse gebaut.» Zudem gebe es viele Seitensträsschen und Parkplätze. Wenn man von dort aus auf die Seestrasse einbiege, müsse man stets aufpassen. Forrer sagt:

«Hier sehe ich Gefahrenpotenzial.»

Hinzu komme, dass auch das Seeschulhaus in diesem Abschnitt an der Seestrasse liege. Sollte eine Tempo-40-Zone eingeführt werden, müsste auch die Platzierung der Zebrastreifen überprüft werden. «Man muss sich fragen, ob es sinnvoll ist, einen Fussgängerstreifen in einer Kurve zu belassen», sagt Forrer.

Ursprünglich hatte der Stadtrat auf dem Strassenabschnitt eine Tempo-30-Zone vorgesehen. Schliesslich gilt auf sämtlichen Quartierstrassen im Steckborner Ortskern Tempo 30. «Der Gutachter sagte uns aber, dass die Voraussetzungen für Tempo 30 nicht gegeben seien», sagt Forrer.

Auch ortsstrategische Überlegungen hätten dazu beigetragen, dass man beim Kanton nun eine Tempo-40-Zone beantragt habe. Forrer sagt:

«Würden wir Tempo 30 einführen, bestünde die Gefahr, dass die Autofahrer über die Quartiersträsschen abkürzen würden.»

Mit Tempo 40 komme es dagegen kaum zu zeitlichen Einbussen.

Gleichzeitig könnten mit der Temporeduktion um zehn Kilometer pro Stunde positive Effekte für die Altstadt und deren Bewohnern erzielt werden. Nebst den Schadstoffemissionen würde der Lärm verringert.

Dies sei auch deshalb erstrebenswert, weil in den vergangenen Jahren die Einwohnerzahl Steckborns stetig zugenommen und man die Altstadt belebt habe. «Viele Investoren haben Häuser im Ortskern gekauft», sagt Forrer. Dadurch seien dort die Wohnungen wieder vermehrt vermietet. Nicht zuletzt würden auch die Häuser der Altstadt von einer Temporeduktion profitieren. «Es gäbe weniger Erschütterungen.»

Wann der Kanton zu einem Entscheid kommen wird, kann Forrer nicht sagen. Die Stadt könne nun keinen Einfluss mehr nehmen. «Da es sich bei der Seestrasse um eine Kantonsstrasse handelt, sind wir nur Bittsteller.»

Einbahn in der Altstadt scheiterte

Die Stadt beschäftige sich schon lange mit eben jenem Strassenabschnitt. Noch vor Forrers Zeiten sei einmal zur Debatte gestanden, in der Altstadt Einbahn einzuführen.

«Dadurch hätte aber auch der Tourismus gelitten», sagt Forrer, «all jene, die sozusagen von der falschen Seite gekommen wären, hätten den Anblick unserer schönen Altstadt verpasst.» Verkehrstechnisch hätte der Ausgleich damals über die Morgenstrasse erfolgen sollen. Forrer fügt an:

«Dagegen wehrten sich die Anwohner vehement.»