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Langjähriger Chef der Sportanlage Kleine Allmend Frauenfeld sagt seiner guten Stube Adieu

31 Jahre lang kümmerte sich Werner «Beppo» Meier um die Sportanlage Kleine Allmend. Ende Monat geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Sein Rückblick davor ist eine emotionale Achterbahnfahrt.
Samuel Koch
Werner «Beppo» betreute über 30 Jahre die Sportanlage Kleine Allmend in Frauenfeld und geht Ende September in Pension. (Bild: Andrea Stalder)

Werner «Beppo» betreute über 30 Jahre die Sportanlage Kleine Allmend in Frauenfeld und geht Ende September in Pension. (Bild: Andrea Stalder)

Alle nennen ihn Beppo. «Wie dieser Spitzname zustande gekommen ist, weiss ich nicht», meint der 65-Jährige, der mit bürgerlichen Namen Werner Meier heisst. Die einzige Erklärung, die der langjährige Leiter der Sportanlage Kleine Allmend hat, könnte in Bozen im Südtirol liegen. Denn in die Heimat seiner Mutter verreiste der Frauenfelder früher oft mit der Familie.

Werner «Beppo» Meier früher und heute

Im Mai 2000 bereitet Werner «Beppo» Meier den Rasen auf der Kleinen Allmend auf die bevorstehenden Leichtathletik-Staffelmeisterschaften vor. (Bild: Samuel Koch)

Ferien waren es auch, die Meier in all dieser Zeit davon abhielten, sich mal wenige Tage nicht in der Kleinen Allmend aufzuhalten. «Und natürlich die eigene Hochzeit», witzelt Meier. Ende September geht der Kurzdorfer nach 31 Jahren im Dienst der Stadt in den Ruhestand. Seit März arbeitet er seinen Nachfolger Roman Wegmüller ein. «Ich kann gut loslassen und freue mich auf mehr Zeit mit meinen drei Enkelkindern», sagt er.

Eidgenössisches Turnfest als grosser Höhepunkt

Die Jahre auf der Kleinen Allmend zogen für Meier wie im Flug vorbei. Klar sei ihm der Sportplatz ans Herz gewachsen und «scho bizli» zu seiner Stube geworden. Meier meint:

«Wenn der Rasen gepflegt und für die Anlässe bereit war, hat es einfach geil ausgesehen.»

Als grösste Herausforderung zählt er das Eidgenössische Turnfest 2007 auf, als er mit seinem Team während Wochen im Dauereinsatz stand. Weil die Kleine Allmend schweizweit einen guten Ruf geniesst, sei sie immer wieder in die Gunst für die Austragung von Grossanlässen gekommen. Und seit der Eröffnung des Kunstrasens 2007 finden jährlich bis zu 20 Kurse des Schweizerischen Fussballverbands in Frauenfeld statt. «Das Gesamtpaket mit dem Restaurant Eisbahn und der Zivilschutzanlage stimmt», betont Meier.

Einweihung des Kunstrasenplatzes im Juni 2007 mit Max Arnold, Werner Dickenmann, Fabrizio Hugentobler und Werner «Beppo» Meier. (Bild: Nana do Carmo)

Einweihung des Kunstrasenplatzes im Juni 2007 mit Max Arnold, Werner Dickenmann, Fabrizio Hugentobler und Werner «Beppo» Meier. (Bild: Nana do Carmo)

In über drei Jahrzehnten habe sich in der Kleinen Allmend viel getan, vor allem bei den Geräten. «Alles ist viel technischer geworden», meint Meier. An die Bewerbung 1988 erinnert sich der langjährige Aktivfussballer, als wäre es gestern gewesen. Das Stelleninserat habe er in der Zeitung gelesen. Mithilfe des ehemaligen FC-Vizepräsidenten Jürg Rüesch erarbeitete Meier einen Lebenslauf und reichte ihn ein. Prompt schaffte er es in die engere Auswahl und bekam einen Anruf von alt Stadtrat Peter Glatz. «Dieses Gespräch vergesse ich nie», sagt Meier, denn Glatz nahm ihn auf den Arm.

Es tue ihm leid, habe Glatz gesagt. Meier fühlte sich wie am Boden zerstört. Als sich dann die ganze Sache als Scherz herausstellte und Glatz Meier zum Job gratulierte, habe er sich nur noch bedankt. Voller Stolz erzählt Meier:

«Dann bin ich in den Keller und habe mir zwei Bier geholt.»

Den Lachtränen nahe ist Meier, wenn er vom tierischen Auftritt an einer der vielen Leichtathletik-Anlässe erzählt. Für die Siegerehrung organisierte das OK den damals weltberühmten Lipperswiler Seelöwe Adolph. «Die Leute haben schön gestaunt, als ich Adolph mit Traktor und Anhänger vorgefahren habe.»

Werner «Beppo» Meier im Jahr 2007. (Bild: Nana do Carmo)

Werner «Beppo» Meier im Jahr 2007. (Bild: Nana do Carmo)

Nie in all den Jahren dachte Meier daran, dass sich sein Traumberuf – dank der Freude zum Sport und dem Umgang mit Menschen – zum Lebensjob verwandelt. Denn mit seiner fordernden Art eckte der gelernte Maschinenschlosser gerade zu Beginn seiner Zeit an. «Ich war im Gegensatz zu meinem Vorgänger Ernst Sigg ordnungsbewusst und verfolgte strikt und konsequent meine Ziele.»

Reibereien wegen tiefer Furchen durch Laufschule

Erzürnt reagiert er noch heute, wenn er davon erzählt, wie Fussballtrainer auf dem frisch gepflegten Rasen Laufschule trainierten und die Spieler darin tiefe Furchen hinterliessen. «Dann habe ich hie und da auch mal gedroht», sagt Meier mit energischer Stimme. «Aber ich war nie nachtragend.» Manchmal blickt er mit Sorgen in die Zukunft, wenn er an den heute teils respektlosen Umgang mit öffentlicher Infrastruktur denkt. Dagegen setzte er sich immer ein:

«Wenn die Stadt schon Geld ausgibt, dann sollte man sich gut darum kümmern.»

Am 30. September nun endet Meiers Ära in der Kleinen Allmend. Mit der Pensionierung fährt er aber sicher nicht zum letzten Mal in seine langjährige Stube. Hie und da trifft er sich dort noch mit alten Weggefährten, plaudert und geniesst die Geselligkeit. «Es war eine schöne Zeit, auch dank einem super Team, das immer mit viel Herzblut bei der Sache war», meint Werner «Beppo» Meier.

Sein Spitzname habe übrigens auch Vorteile. «Mit diesem Namen findet mich im Telefonbuch niemand.» So kann er in Ruhe seine neu gewonnene Freizeit mit seiner Familie geniessen.

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