Landesausstellung
Frauenfeld will an die Nexpo: Stadt wird Mitglied im Verein, der die erste dezentrale Expo organisieren will

Die Ostschweizer Expo 2027 schiffte beim Stimmvolk ab. Nun gibt es aber Bestrebungen für eine schweizweite Landesausstellung mit dem Höhepunkt im Jahr 2028. Dahinter stehen die zehn grössten Schweizer Städte – und seit neuestem auch die Stadt Frauenfeld. Sie ist Mitglied geworden im Verein «Nexpo – die neue Expo».

Mathias Frei Jetzt kommentieren
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So denkt die Schweiz: Visualisierung der aktuellen Resultate der Nexplorer-Umfrage.

So denkt die Schweiz: Visualisierung der aktuellen Resultate der Nexplorer-Umfrage.

Bild: PD/Nexpo

Die Landesausstellung im Markt Thurgau in der Stadtkaserne mitten in der Thurgauer Kantonshauptstadt: Das ist noch Zukunftsmusik. Dass man aber aus der Ferne überhaupt Melodien hört, dafür hat der Stadtrat nun einen Pflock eingeschlagen – und ist Mitglied im Verein «Nexpo – die neue Expo» geworden.

Christina Hanke, kaufmännische Leiterin Verein «Nexpo – die neue Expo».

Christina Hanke, kaufmännische Leiterin Verein «Nexpo – die neue Expo».

Bild: PD
«Ziel der Nexpo ist es, die Bevölkerung zum Diskutieren und Nachdenken zu bringen über das Zusammenleben im 21. Jahrhundert.»

Das sagt Christina Hanke. Bier und Wurst könne es zwar auch geben an der Nexpo. Aber Volksfeste seien nicht das primäre Ziel, sagt die kaufmännische Leiterin des Nexpo-Vereins.

Die Nexpo ist ein Projekt der zehn grössten Schweizer Städte für eine landesweite, dezentrale und nachhaltige Landesausstellung. Erste Projekte sollen ab 2026 stattfinden, der Höhepunkt ist für das Jahr 2028 angedacht. Bis 2030 sind die letzten Umsetzungen geplant. 2023 wird der Bundesrat über die Unterstützung respektive Durchführung der Nexpo entscheiden.

Frauenfelder Bevölkerung zur Teilnahme aufgerufen

Nexplorer ist eine Meinungs­umfrage zum Zusam­menleben im 21. Jahrhundert. Als langfristig angelegtes Projekt der Nexpo sollen die Umfrageresultate das Bewusstsein für die zentralen Themen der nächsten Landes­aus­stellung schärfen. Das Online-Tool wurde am 1. August 2020 lanciert. Seither haben über 4000 Personen aus der ganzen Schweiz teilgenommen und so ein individuelles Nexplorer-Schweizer-Kreuz im Stile des schon bekannten Smartspiders erhalten. Am 1. August 2021 wurden die Nexplorer-Schweizerkreuze der zehn Gründerstädte veröffentlicht. Wie Christina Hanke vom Nexpo-Verein sagt, kann auch Frauenfeld zu einem eigenen Stadt-Schweizer-Kreuz kommen. Voraussetzung ist eine Beteiligung an der Umfrage von mindestens 300 Frauenfelderinnen und Frauenfeldern auf www.nexpo.ch/de/nexplorer/ Auch Stadtpräsident Anders Stokholm ruft zur Teilnahme an der Nexplorer-Umfrage auf. (ma) 

Soll einen ideellen Mehrwert schaffen für die Schweiz

Insgesamt werden hundert Projekte an der Nexpo realisiert. Wie Hanke sagt, können sich alle Vereinsmitglieder, also auch die Stadt Frauenfeld, inhaltlich beteiligen und Projekte einreichen. Hanke sagt:

«Wir wollen eine inklusive Nexpo, die im Idealfall in allen Kantonen und Sprachregionen stattfindet.»

Auch Partizipation spiele eine wichtige Rolle. Die Nexpo sei eine Einladung an alle. Und sie sei nicht auf einen Moment beschränkt, sondern als Bewegung angedacht, mit vielen Etappen und Treff­punkten. Wie es in der am Montag verschickten Medienmitteilung der Stadt heisst, sollen «im Sinne der Nachhaltigkeit die Projekte überwiegend in bestehenden Gebäuden und Zwischennutzungen stattfinden». Und weiter: «Die Nexpo soll nicht nur einen ideellen Mehrwert für die Schweiz schaffen, sondern auch neue spannende kulturelle Angebote für ein breites Publikum kreieren, der Gastronomie, Hotellerie, Event- und Kulturbranche neue Impulse geben und einen nachhaltigen Tourismus innerhalb der Schweiz sowie aus dem grenznahen Ausland fördern.»

Visualisierung des Markts Thurgau in der Stadtkaserne, der Schauplatz der Nexpo sein könnte.

Visualisierung des Markts Thurgau in der Stadtkaserne, der Schauplatz der Nexpo sein könnte.

Bild: PD/Matthias Gnehm

Verein zählt aktuell 21 Mitglieder

Frauenfeld ist neu assoziiertes Vereinsmitglied, wie zum Beispiel auch Chur, Neuenburg Schaffhausen oder Freiburg. Gründerstädte aus dem Jahr 2018 sind Bern, Basel, Biel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, St.Gallen, Winterthur und Zürich. Mittlerweile zählt der Verein 21 Mitglieder.

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld.

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld.

Bild: Michel Canonica
«Ein Ansatz, der viele Türen öffnet, ist der Markt Thurgau.»

Das sagt Stadtpräsident Anders Stokholm zur Frauenfelder Beteiligung. Wie er sagt, werde nun eine Projektorganisation installiert, eventuell auch mit Stadtexternen, die dem Stadtrat bis im Herbst 2022 mögliche Projekteingaben präsentieren werde. Man habe die Mitgliedschaft vorerst auf zwei Jahre befristet, sagt Stokholm. Pro Einwohner und Jahr entstehen so Kosten von einem Franken, also knapp 26'000 Franken.

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