Kurz vor Saisonstart
Verschoben ist nicht aufgehoben: Die Frauenfelder Konzertgemeinde startet mit neuer Präsidentin und vollbepacktem Programm in ihre nächste Saison

Die Konzertgemeinde Frauenfeld kann nach der pandemiebedingten Zwangspause endlich wieder durchstarten. Geführt wird die Konzertgemeinde neuerdings von Christa-Maria Harder Schuler.

Dieter Langhart
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Konstantin Scherbakov, russischer Pianist und diesjähriger Programmpunkt der Konzertgemeinde am 29. November.

Konstantin Scherbakov, russischer Pianist und diesjähriger Programmpunkt der Konzertgemeinde am 29. November.

Bild: PD

Die Pandemie hat auch die Konzertgemeinde durchgeschüttelt, hat die Planung torpediert und Konzerte ausfallen lassen; vergangenes Jahr waren es lediglich deren zwei. Doch am Dienstag, 21. September, geht es wieder voran. Justus Bernau, der Leiter der Programmkommission, nennt die neue Saison einen «Neustart in die lebendige Tradition». Da das letzte Konzert der Saison 2019/20 ausfiel, präsentiert er sieben Abokonzerte statt der üblichen sechs, und es sollte ein Streichorchester sein.

Genau die Mitte des Programms bildet am 29. November das Klavierrezital mit Konstantin Scherbakov, das bereits zweimal abgesagt werden musste. Er lässt das 19. Jahrhundert Revue passieren: Neben Debussys «Suite bergamasque» und Schumanns «Faschingsschwank aus Wien» erklingt Beethovens 7. Sinfonie – in Franz Liszts Klavierfassung.

Christa-Maria Harder Schuler übernimmt

Den Vorstand der Konzertgemeinde Frauenfeld präsidiert neu Christa-Maria Harder Schuler. Sie löst Walter Fürer ab, den langjährigen Präsidenten. Harder Schuler ist Juristin und Anwältin bei Fürer Partner an der Rheinstrasse. Beni Pfister kennt sie seit Jahren, als er noch im Musikhandel tätig war, und sie ist die Schwägerin von Justus Bernau, dem Präsidenten der Programmkommission. Christa-Maria Harder Schuler kommt aus einer musik- und kulturaffinen Familie; ihr Bruder ist der bekannte Saxofonist Räto Harder. (dl)

Der Vorstand der Konzertgemeinde Frauenfeld mit Neopräsidentin Christa-Maria Harder Schuler (Vierte von links).

Der Vorstand der Konzertgemeinde Frauenfeld mit Neopräsidentin Christa-Maria Harder Schuler (Vierte von links).

Bild: PD

Einen Fixpunkt jedes Programms bildet die Kammermusikakademie der ZHdK, die heuer zum 23. Mal eingeladen ist, um die Spielzeit am Dienstag, 21. September, zu eröffnen. Regelmässige Gäste in Frauenfeld sind zudem das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester am 29. Oktober und das Musikkollegium Winterthur – es bestreitet das letzte Abokonzert am 27. Mai. «Wir haben sehr gute Beziehungen zu Musikerinnen und Orchester», sagt Beni Pfister, der auch in der Programmkommission sitzt, «und wir erhalten immer mehr Angebote.» Er lächelt und erinnert sich, dass in der Anfangszeit die Verträge noch mündlich geschlossen wurden.

Und er erwähnt das freischaffende Ensemble Les Passions de l'Ame, das also nirgends unter Vertrag steht, vom Publikum lebt und wegen Covid-19 auf Gagen verzichten musste; es bestreitet das sechste Abokonzert am 4. Mai mit einem exquisiten Barock-Programm.

Das Kammerensemble der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Das Kammerensemble der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Bild: PD

Extrakonzert in der evangelischen Stadtkirche

Natürlich ist die Konzertgemeinde auch an den Frauenfelder Kulturtagen Ende September zu hören, nämlich am Sonntagnachmittag. Es präsentiert gemeinsam mit dem Stadtorchester Frauenfeld ein Extrakonzert in der evangelischen Stadtkirche. Zu hören ist Felix Mendelssohn-Bartholdys Violinkonzert e-moll op. 64 gleich zweimal: in der Hauptprobe um 15 Uhr und dann richtig um 17 Uhr. Und beide Male gratis, das ist neu. Beni Pfister sagt:

«Mit dem Extrakonzert wollen wir auch werben für uns.»

Und dann lächelt er wieder und erwähnt noch etwas Anekdotisches: Lasse Lingens, der Konzertmeister des Alumni Sinfonieorchesters Zürich, sei nicht etwa Musiker, sondern Ingenieur.

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