Kurz vor der Abstimmung regt sich in Warth-Weiningen Widerstand gegen den Planungskredit für die Schulraumerweiterung

Auf ein Anonym-Flugblatt reagiert die Schulbehörde Warth-Weiningen mit einem Infoanlass zu einem Bauprojekt.

Evi Biedermann
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Mit dem nötigen Sicherheitsabstand haben zahlreiche Interessierte die Infoveranstaltung besucht.

Mit dem nötigen Sicherheitsabstand haben zahlreiche Interessierte die Infoveranstaltung besucht.

Bild: Evi Biedermann

Zu schnell und zu viele offene Fragen: Für eine Gruppe von Warthern und Weiningern ist der Planungskredit für den Erweiterungsbau der Schule, der an diesem Wochenende nebst der Rechnung 2019 an der Urne zur Abstimmung kommt, ein unnötiges Vorpreschen der Behörde. Das Raumproblem nach den Sommerferien sei mit dem zurzeit errichteten Schulprovisorium gelöst, schreiben sie in einem Flugblatt, das vor zehn Tagen in die Haushalte flatterte.

Das anonym auftretende Gegenkomitee ruft dazu auf, den Planungskredit von 120'000 Franken abzulehnen. Die Vorwürfe an die Schulbehörde umfassen nebst dem Zeitplan auch mangelnde Transparenz, die Aufhebung der Hauswartwohnung und die Finanzen.

Aufhebung der Hauswartwohnung als ein Kritikpunkt

Solche Flugblätter hat das Gegenkomittee in alle Haushalte in Warth-Weiningen verteilt.

Solche Flugblätter hat das Gegenkomittee in alle Haushalte in Warth-Weiningen verteilt.

Bild: Evi Biedermann

Die Gruppe stört sich daran, dass die Stimmbürger über ein Projekt befinden müssen, das ihnen nicht vorgestellt wurde. Eine briefliche Abstimmung verwehre die Möglichkeit, über das vorgeschlagene Projekt zu diskutieren. Bemängelt wird auch, dass das Protokoll der letzten Versammlung in der aktuellen Abstimmungsbotschaft fehlt. «Viele Stimmberechtigte sind somit nicht informiert, was bisher diskutiert wurde», heisst es dazu.

Kritisch betrachtet das Komitee zudem die geplante Aufhebung der Hauswartwohnung. Befürchtet werden Littering oder die eingeschränkte Zugänglichkeit zu Schule und Turnhalle, wenn der Hauswart auswärts wohnt.

Corona hat ganzen Zeitplan durcheinander gebracht

Die Schulbehörde reagierte umgehend auf das Flugblatt und lud auf den Donnerstag zu einem Infoabend ein. Die vermisste Information sei für März geplant gewesen, im Vorfeld der Ende April terminierten Schulgemeindeversammlung, sagte Pius Krähemann in der locker bestuhlten Mehrzweckhalle. Doch Corona habe alles über den Haufen geworfen. Das fehlende Protokoll in der Botschaft verteidigte der Schulpräsident mit einem rechtlichen Grund:

Pius Krähemann, Primarschulpräsident Warth-Weiningen.

Pius Krähemann, Primarschulpräsident Warth-Weiningen.

Bild: PD
«Protokolle dürften nicht veröffentlicht werden, bevor sie vom Volk genehmigt wurden.»

Schwierig war die Stellungnahme zur Aufhebung der Hauswartwohnung, denn damit droht der Schule eine beschränkte Verfügbarkeit des Hauswarts und diesem der Verlust der Familienwohnung. Der Hauswart sei das Herz einer Anlage, meinte ein Votant in der späteren Diskussion und fragte, wie sich die Behörde das Wohnen auswärts vorstelle. «Schwierig», sagte Krähemann und atmete ein paar Mal durch. Es müssten ein paar Situationen anders geregelt werden. «Wir werden einen Weg finden», räumte er ein. «Wir wollen Familie Bächer nicht verlieren.»

Hitzige Debatte bleibt aus

Es sei nicht optimal gelaufen, resümierte der Schulpräsident nach seiner Stellungnahme und bat die rund 50 Anwesenden dafür um Entschuldigung. Er kündigte an, in Zukunft besser zu orientieren und Informationen auf der Website oder in der «Räblus» zu veröffentlichen.

Danach war es zuerst einmal still im Publikum und es dauerte eine Weile, bis der erste Votant sich zu Wort meldete. Ihm folgten weitere, aber die hitzige Debatte, wie sie aufgrund des Flugblattes zu erwarten war, blieb aus. Viele hätten wohl ihre Meinung bereits gemacht und brieflich abgestimmt, sagte ein Votant.