Reportage
Skulpturenweg Aadorf: 800 Schritte staunen, bewundern und erschrecken

Noch bis zum 24. Oktober ist der Skulpturenweg rund um das Rotfarbareal kostenlos zugänglich. Den Besucher erwarten künstliche Mohnblumen, blaue Schafe und schwimmende Buchstaben.

Janine Bollhalder
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1000 Blüten – Mohnblumen aus Glanzfolie von Künstlerin Gaby Gerber.

1000 Blüten – Mohnblumen aus Glanzfolie von Künstlerin Gaby Gerber.

Bild: Janine Bollhalder

Kultur in 800 Schritten entdecken. Wo einst eine Spinnerei und dann eine Rotfärberei waren, finden sich heute Lebensraum und Kultur. Den Namen hat das Areal behalten: Rotfarbkeller. Zum 10-jährigen Bestehen des Rotfarbkellers und als «einen Schritt zur Normalität» gibt es noch bis zum 24. Oktober sowohl einen Skulpturenweg zu besuchen als auch jeweils am Mittwoch eine Kunstausstellung.

Was dem Besucher, angekommen auf dem Areal, als Erstes auffällt, sind mohnblumenartige Gebilde. Es gibt über den ganzen Weg verteilt 1000 Blumen aus Glanzfolie auf einem Metallstab. Kreiert wurden die Blumen von Gaby Gerber, deren Bilder im Inneren des Rotfarbkellers zu sehen sind.

Skulptur «Geiss» von Francois Steinauer
29 Bilder
1'000 Blüten von Gaby Gerber
Blaue Friedensschafe
Der «Fischer »von Albi Zweifel gegenüber von «Torso» von Karin Hofer
«Die Badende» von Karin Hofer
Pusteblumen von Karin Steinauer
«Waloran» von Walo Raschle
Cinque Terre Wandbild von Francois Steinauer
Eiscreme von Renato Hauser
«Augur» von Georges Steinauer
«Zum Duo» von Daniel Rickenbach
Klingende Farben von Gaby Gerber
«Tower» von Peter Baumgartner
«Vergänglichkeit» von Gery Zwahlen
«Froschkönig» von Meret Gerber
«Gretas Herzenswunsch» von Felix Theo.
«Gretas Herzenswunsch» von Felix Theo
«Drachen» von Francois Steinauer

Skulptur «Geiss» von Francois Steinauer

Bilder: Janine Bollhalder

Individuell und farbenfroh

Drei Hühner auf einer Leiter: die Skulptur Geiss von Francois Steinauer.

Drei Hühner auf einer Leiter: die Skulptur Geiss von Francois Steinauer.

Bild: Janine Bollhalder

Die Skulpturen sind auf einem Plan vermerkt, stechen aber sofort ins Auge. Jede ist individuell, manche passen zu ihrem Namen, andere eher weniger. Beispielsweise gibt es eine Skulptur namens Geiss, die drei Hühner auf einer Leiter zeigt.

Ein paar Schritte weiter freut sich der Besucher über eine Herde blauer Friedensschafe im Rosengarten. Gemäss einem Schild stammen sie vom Skulpturenweg Bad Ragaz und sollen Denkanstösse geben. Es geht um das Motto:

«Alle sind gleich, jedes ist wichtig.»

Die Schafe sind nicht die einzigen Tiere im Rosengarten. In einem kleinen Teich schwimmen Kois. Sie beobachten die Angel des steinernen Abbilds eines Fischerjungen schon gar nicht mehr. Dieser wiederum scheint seinen Blick weniger auf das Wasser vor ihm, als auf die beiden Frauenskulpturen rechts von ihm und gegenüber dem Teich zu richten.

Die blauen Schafe stammen von einem Skulpturenweg in Bad Ragaz.

Die blauen Schafe stammen von einem Skulpturenweg in Bad Ragaz.

Bild: Janine Bollhalder

Der Weg führt wiederum an einem Mohnblumenfeld vorbei, vorbei an stählernen Pusteblumen und einem metallenen Waloran, bis zum Eingang des Rotfarbkellers. Dort, direkt an der Wand angebracht, befindet sich das Cinque-Terre-Wandbild. Eine Miniaturstadt aus zusammengeschweisstem Metall und Bäumen aus krausen Stahlspänen.

Udo Lindenberg und die Religionsfreiheit

Cinque Terre, ein Werk von Francois Steinacher.

Cinque Terre, ein Werk von Francois Steinacher.

Bild: Janine Bollhalder

Auf dem Skulpturenweg gibt es auch Prominente anzutreffen, Skulptur Nummer vier zeigt «Das Duo», bestehend aus Udo Lindenberg und einer panflötenspielenden Frau. Ein paar Meter weiter, direkt vor dem Hauptgebäude des Rotfarbareals, steht die Skulptur «Eiscreme» – eine Glace mit Stacheln.

Der Skulpturenweg führt auch in den Wald, entlang der Lützelmurg. Skulpturen, die scheinbar aus Metall herausspringen, sind hier zu genauso zu sehen wie der Froschkönig oder Greta's Hoffnung – ein Gitterherz, gefüllt mit PET-Flaschen. Das wilde Wetter der vergangenen Wochen hat auch hier für Aufregung gesorgt: Im auf dem Wasser schwimmenden Schriftzug «Cocktail» ist ein Buchstabe auseinandergerissen worden.

Der Skulpturenweg in 800 Schritten ist kurzweilig. Es gibt Werke für jeden Geschmack, die Bewunderung wecken oder wie im Fall des beweglichen Kunstwerks «Religionsfreiheit» von Gery Zwahlen die Besucher sogar erschrecken.

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