Kultur
Paradies für Leseratten: Der vierte Offene Bücherschrank beim Kantonsspital in Frauenfeld ist ab sofort für alle zugänglich

Die Stadt Frauenfeld hat diese Woche einen weiteren Offenen Bücherschrank eingeweiht. Dieser befindet sich an der ehemaligen Bushaltestelle beim Spital. Die Idee dafür hatten zwei Anwohnerinnen.

Kim Ariffin
Drucken
Teilen
Christof Stillhard, Marietta Wiederkehr, Marianne Heusser und Anders Stokholm vor dem Offenen Bücherschrank beim Spital.

Christof Stillhard, Marietta Wiederkehr, Marianne Heusser und Anders Stokholm vor dem Offenen Bücherschrank beim Spital.

Bild: Kim Ariffin

Neuer Lesestoff, rund um die Uhr, und dies auch noch kostenlos. Diesen Montag weihte das städtische Amt für Kultur von Frauenfeld den vierten Offenen Bücherschrank ein. Mit dabei waren unter anderem Stadtpräsident Anders Stokholm und Kulturamtsleiter Christof Stillhard. Die erste Kleinbibliothek beim Coop stiess 2017 auf grosse Anerkennung, woraufhin zwei weitere Exemplare folgten, eines am Schaffhauserplatz und eines bei der Abzweigung zum Plättli-Zoo an der Zürcherstrasse.

Die beiden Initiantinnen Marietta Wiederkehr und Marianne Heusser machten auf die stillgelegte Bushaltestelle beim Spital aufmerksam. Dank der Initiative des Quartiervereins Huben konnte dies nun umgesetzt werden. Marietta Wiederkehr erklärt:

«Der Sinn hinter dem Offenen Bücherschrank ist, dass Interessierte untereinander Bücher austauschen.»

Dies fördert den Austausch zwischen Frauenfelder Leseratten. Maximal zwei bis drei Bücher pro Person sollten hingestellt werden, um ein grösseres Chaos zu vermeiden. Marianne Heusser fügt hinzu:

«Freiwillige können eine kleine Widmung für den zukünftigen Leser schreiben und diese gemeinsam mit dem Buch in der telefonzellenartigen Kabine abgeben.»

Romane, Krimis sowie Sachbücher, die sich noch in gutem Zustand befinden, sind für einen Tausch geeignet. In der Zukunft soll es auch fremdsprachige Bücher geben.

Bücherregal in der Kabine beim Spital.

Bücherregal in der Kabine beim Spital.

Bild: Kim Ariffin

Der Bücherschrank ist keine Entsorgungsstelle

Bei der Umsetzung des Projekts handelte es sich um ehrenamtliche Arbeit, weswegen die Kosten relativ gering blieben. Sie liegen ungefähr zwischen 4000 und 6000 Franken. Die Zusammenarbeit mit der Herzog AG und dem Werkhof ermöglichte zudem die Umsetzung des Projekts.

Vandalismus kommt eher selten vor, in vereinzelten Fällen würden nächtliche Besucher dort ihre Zigaretten ausdrücken oder ein Buch zerreissen. Ein grösseres Problem stellen Leute dar, welche die Bücherschränke als Entsorgungsstelle missbrauchen. So kam es schon bei den Vorgänger-Schränken immer wieder dazu, dass zerfressene Schulbücher, vergilbte Kochbücher und sogar antike fremdsprachige Gebrauchsanweisungen in den Buch-Tauschbörsen landeten. Christof Stillhard sagt dazu:

«Damit es beim neuen Bücherschrank weniger zu solchen Vorfällen kommt, sollte man sich vor der Abgabe eines Buches überlegen, ob man es auch einem Freund empfehlen würde.»

Stadtpräsident Anders Stokholm meint: «Dieses Projekt passt perfekt zu dieser Stadt. Das ist typisch Frauenfeld.»

Aktuelle Nachrichten