Kultur

In Steckborn sind bis Ende Januar geschriebene und gedruckte Zeichen zu sehen

Cornelia Bein und Hans Streit zeigen in ihrer Kulturwerkstatt im «Zum Obern Haus» in Steckborn noch bis Ende Januar die Ausstellung «Zeichen».

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Cornelia Bein und Hans Streit in der Ausstellung «Zeichen».

Cornelia Bein und Hans Streit in der Ausstellung «Zeichen».

Bild: PD

(red) Hinter dem knappen Titel «Zeichen» verbirgt sich ein Gang durch Jahrhunderte Kulturgeschichte. «Zeichen» als Schrift, «Zeichen» auch als Schriftbild. Hans Streit, ausgebildeter Schriftgestalter und langjähriger Fachlehrer für Schriftgestaltung schreibt gekonnt verschiedene klassische Schriften.

So sind in der Ausstellung «Zeichen – geschrieben und gedruckt» in der Kulturwerkstatt «Zum Obern Haus» an der Kirchgasse 13 in Steckborn Schriftbeispiele aus den vergangenen zwei Jahrtausenden ausgestellt. Jeder Buchstabe ist formvollendet geschrieben und verbindet sich mit den übrigen Zeichen zu einem harmonischen Ganzen, einem Schriftbild. Verschiedene Arbeiten werden mit einem dazu passenden Bild ausgestaltet. Für seine Arbeiten benützt Hans Streit eine klassische Bandzugfeder und Tinte oder Tusche.

Einheit in der Vielfalt

Cornelia Bein hingegen geht vom Schriftbild aus, das sie umsetzt. Das einzelne Zeichen ist als solches nicht lesbar und Teil des gesamten Bildes und, obwohl in einer Art Geheimschrift, erzählt jede Schrift noch von ihrer Herkunft. Als Mittel zur Darstellung wählt Cornelia Bein die Technik der Kaltnadelradierung. Dabei werden die Zeichen mit einem Metallstift seitenverkehrt direkt in eine Zinkplatte geritzt. Danach werden die Platten eingefärbt und gedruckt. Cornelia Bein erinnert mit dieser Technik an die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes «Schreiben», stammt das deutsche Wort «Schreiben» doch vom Lateinischen «scribere» ab, das «Ritzen» oder «mit dem Griffel Eingraben» bedeutet.

Druckplatten wiederum schaffen die Möglichkeit verschiedener Abzüge, womit der Bezug zur klassischen Drucktechnik hergestellt wird. Die Arbeiten der beiden Schriftliebhaber ergänzen sich in ihrer Verschiedenheit. Die drei Räume und die Anordnung der ausgestellten Bilder unterstützen diese Einheit in der Vielfalt.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Besuche ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten sind auf Anfrage möglich, unter E-Mail corneliabein@bluewin.ch oder Telefon 052 770 22 13.