Kultur
Für 60 Minuten war Corona weit weg: Das erste Konzert im Kloster Fischingen nach dem Lockdown begeistert das Publikum

Die Klosterbibliothek lebt, die Kultur lebt – und das Ensemble Vitrail zelebriert Fantastisches, sind sich die Konzertbesucher einig. Nach langer Zeit der gespenstischen Ruhe finden wieder Konzerte in der Bibliothek des Klosters Fischingen statt. Das freut nicht nur Organisatoren und Besucher, sondern auch die Musiker.

Christoph Heer
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Das Ensemble Vitrail spielt in der ausverkauften Klosterbibliothek.

Das Ensemble Vitrail spielt in der ausverkauften Klosterbibliothek.

(Bild: Christoph Heer)

Einziger Zeuge der Coronapandemie ist an diesem Abend die Schutzmaske, welche von allen 50 Besucherinnen und Besuchern ausnahmslos getragen wird. Das ist dann aber auch schon das einzige Merkmal, welches auf Covid-19 hinweist.

Natürlich ist die Bibliothek nicht bis auf den letzten Platz besetzt, aber das Konzert ist ausverkauft. Hatte doch der Bundesrat mit seinen jüngsten Lockerungsmassnahmen die Besucherzahl solcher Anlässe auf 50 Personen beschränkt. Das Ensemble Vitrail hätte sich indes Hundertschaften an Zuhörern verdient, doch ein Anfang zum «Normalen» hin ist nun endlich gemacht.

Unter dem Titel «Colours Of Brass» versprachen die fünf Profimusiker ein farbenfrohes, buntes, lebendiges und einzigartiges Konzerterlebnis. Und was versprochen wird, soll eingehalten werden. Für eine Bestätigung genügt hierbei die Aussage von zwei Besuchern in der hintersten Reihe: «Das war schlicht und einfach fantastisch. Imponierend finden wir insbesondere Sebastian Benz.» Was die beiden damit meinen, ist die Tatsache, dass Benz nicht nur mit seinem angestammten Instrument, der Trompete, verblüfft, sondern gleichzeitig Trompete, Fusspauke und Schellenring spielt: hervorragend.

Von Pergolesi und Bach bis Vivaldi

Mit dem Programm «Colours Of Brass» wird der Zuhörer mitgenommen auf die Reise eines hochstehenden Hörgenusses. Die Spektren von Klang, Zusammenspiel und Dynamik kommen von Beginn an zur Geltung, ebenso weitreichend wird bewiesen, wie vielfältig Blechbläser-Kammermusik sein kann.

Amos Gfeller (Tuba), Simon Kissling (Horn), Olivier Koerper (Trompete), Sebastian Benz (Trompete) und David Rufer (Posaune) sind in Höchstform. Bezeichnend, dass sie nach der Bestätigung des Konzerts, vor wenigen Tagen, eine extra Übungseinheit absolviert haben. Eingangs ertönt die «Suite» von Giovanni Battista Pergolesi, die abgelöst wird von Vivaldis «Concerto Grosso» und in Tilman Susatos «Susato Suite» einen abschliessenden ersten Konzertteil erfährt. Die darauffolgenden Arrangements von Schumann, Bizet und Bach setzen dem Ganzen die Krone auf, was ein weiterer Besucher mit der Aussage «Phänomenal, perfekt, super!» ehrt.