KULTUR
Ein kulturelles Geschenk zum Zehnjährigen: Der Aadorfer Skulpturenweg startet am Sonntag

Zehn Jahre Rotfarbkeller ist für die heutigen Besitzer Kurt und Gaby Gerber ein Grund zum Feiern. Vom 13. Juni bis 24. Oktober gibt es auf dem 800 Schritte langen Skulpturenweg rund um die ehemalige Spinnerei Kunst zu entdecken: 27 Künstler präsentieren dabei ihr kreatives Schaffen.

Christina Avanzini
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Gaby Gerbers Werk umfasst 1000 handgemachte Blüten.

Gaby Gerbers Werk umfasst 1000 handgemachte Blüten.

(Bild: zvg)

Für laute Töne sei die aktuelle Zeit noch nicht reif, betonen Kurt und Gaby Gerber als Besitzer des Areals Rotfarb. Dennoch wolle man nicht ganz auf kleine Feierlichkeiten verzichten. Nachdem im letzten Jahr die Ausstellung «BluesArt» schweren Herzens abgesagt werden musste, sei es nun an der Zeit, dass sich Kunstschaffende und Besucher wieder treffen und austauschen können, sagt Kurt Gerber.

«Solche Treffen haben gefehlt und vielen Menschen mehr zu schaffen gemacht, als sie jemals vermutet hätten.»

Mit dem Skulpturenweg «800 Schritte in die Normalität» wolle man der Gesellschaft auch etwas Verlorengegangenes zurückgeben und gleichzeitig 27 Kunstschaffenden die Gelegenheit bieten, der interessierten Öffentlichkeit ihr kreatives Wirken näherzubringen. Gut vier Monate lang sind auf dem 800 Schritte langen Skulpturenweg unter freiem Himmel über 60 eindrückliche Skulpturen, Plastiken oder Installationen aus verschiedensten Materialien wie Metall, Stein, Holz, Harz und Beton zu sehen. Die tonnenschweren Metallfiguren bis hin zu filigranen Windspielen sollen provozieren, staunen lassen und zum Nachdenken anregen. Der zweite Aadorfer Skulpturenweg, auf dem es wieder viel hochstehende Kunst zu entdecken gibt, soll den Besuchern einen spannenden Einblick in die nationale Kunstszene vermitteln.

Die Sinne anregender Skulpturenweg

Leidenschaft verbunden mit viel Herzblut für die Kunst prägt das Leben von Kurt und Gaby Gerber. Nach 2018 organisieren und präsentieren die beiden engagierten Ettenhausener auf privater Basis nun bereits den zweiten Aadorfer Skulpturenweg. «Dass auch bekannte und hochstehende Künstler aus der ganzen Schweiz zugesagt haben, ihre wertvollen Werke in Aadorf zu präsentieren, macht uns stolz und glücklich. Unter ihnen auch solche, die ihre Kunstwerke bereits an bekannten Ausstellungen im In- und Ausland ausstellen durften», sagt Kurt Gerber.

Mit leisen Tönen und passend zur ruhig vor sich hin plätschernden Lützelmurg kommt am Sonntag, 13. Juni, ab 14 Uhr auch die Eröffnung des stimmigen Skulpturenweges daher. Aufgrund der aktuell unsicheren Lage gibt es weder eine Vernissage noch ein Rahmenprogramm. Damit der 800 Schritte lange Spaziergang entlang der kulturellen Vielfalt mit allen Sinnen erlebt und wahrgenommen werden kann, bekommt jeder Besucher am Eröffnungstag ein Getränk und ein kleines Gebäck mit auf den Weg.

Ein Meer aus 1000 Blüten symbolisiert die gelebte Gemeinschaft

Ein besonderes Highlight auf dem Skulpturenweg sind sicher die drei beeindruckenden Werke des berühmten Tessiner Künstlers Ivo Soldini. Gaby Gerber wird mit einem Meer aus 1000 handgefertigten roten Blüten zu begeistern wissen. «Jede der einzelnen Blüten zeigt sich relativ einfach, in der Gesellschaft jedoch umso stärker. Die farbigen Felder symbolisieren, wie wichtig die Gemeinschaft untereinander ist», betont die motivierte Organisatorin.

Der Experte des Molliser Künstlerpaars Pialeto.

Der Experte des Molliser Künstlerpaars Pialeto.

(Bild: zvg)

Seit einigen Tagen ist auch bereits die Feuerskulptur «Der Experte» der beiden Künstler Pialeto auf dem Areal zu bestaunen. Der nachts beleuchtete Experte soll aufzeigen, dass belehrende Experten permanent und überall anwesend sind. Ein ähnliches Objekt der kreativen Künstler wurde per Helikopter auf einen Felssprung montiert und löst in und um Bad Ragaz helle Begeisterung aus.

Inspirierende Bilder und Skulpturen

Ein Besuch lohnt sich jeweils am Mittwochnachmittag von 14 bis 18 Uhr auch in der Rotfarbgalerie, wo sieben weitere Künstlerinnen und Künstler mit stimmungsvollen Bildern und kleineren Skulpturen von sich reden lassen. Spannung verspricht der «suchende» Wettbewerb, bei welchem am Schluss des gesamten Anlasses ein 20er-Goldvreneli verlost wird.

Der Eintritt zum vom 13. Juni bis 24. Oktober dauernden Skulpturenweg ist frei, es steht eine Topfkollekte zur Verfügung. Vertrauen in ihre Besucherschaft beweisen die beiden Initianten Kurt und Gaby Gerber mit einem Getränkestand, an welchem nach «Gutdünken des Betrachters» bezahlt werden kann. «Wir heissen ebenfalls Gruppen, Vereine, Schulen herzlich willkommen. Nach Voranmeldung bieten wir auch kleinere Führungen an», fasst Kurt Gerber zusammen.

Hinweis: Weitere Informationen gibt’s unter 079 221 95 02 oder 4kurt@bluewin.ch. Kurt und Gaby Gerber, Hauptstrasse 47, 8355 Aadorf – www.arealrotfarb.ch.