Kulinarik
Wieder anstossen – am fünften Rebhüslifest in Niederneunforn gab es sieben Degustationsstände zu erkunden

Am Sonntag fand in Niederneunforn das Rebhüslifest statt. An der 450 Meter langen Fest- und Genussmeile gab es Wein und Essen. Doch die Rebleute haben derzeit mit den Folgen der heftigen Niederschläge zu kämpfen.

Roland Müller
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Geschützt vor dem Regen konnten die Gäste an sieben Ständen Wein degustieren.

Geschützt vor dem Regen konnten die Gäste an sieben Ständen Wein degustieren.

Bild: Roland Müller

«Es ist Zeit, wieder einmal anzustossen», stand auf dem Flyer, mit welchem zum fünften Rebhüslifest eingeladen wurde. Traditionsgemäss am letzten Sonntag im Juli. Über den östlich von Niederneunforn liegenden Reblagen «Pünte» und «Tröttli» stehen die schmucken und gepflegten Rebhäuschen. Das Fest mitten in der Natur ist ein Gemeinschaftswerk von knapp einem Dutzend Wein- und Traubenproduzenten der Rebbergkorporation Neunforn. Sie präsentieren ihre Weine gemeinsam mit einem prächtigen Ausblick ins Thurtal und weit ins Land hinein.

Zwar sorgten heftige Regenschauer zeitweise für eine Schirm- und Regenschutzpflicht, doch das konnte die gute Laune bei den Besuchern nicht dämpfen. Irgendwo fand man bei jedem der sieben Gastgeber an der rund 450 Meter langen Fest- und Genussmeile ein trockenes Plätzchen unter dem Dach, um die Köstlichkeiten im Glas und auf dem Teller zu geniessen.

Jeder Besuch bekam ein Glas, um die verschiedenen Weine zu probieren.

Jeder Besuch bekam ein Glas, um die verschiedenen Weine zu probieren.

Bild: Roland Müller

Ausgerüstet mit dem gekauften Degustationsglas machten sich die Besucher auf die Runde, um die sieben Degustationsstände zu besuchen. Zur Auswahl stand eine Vielfalt der Hauptsorten Blauburgunder und Müller-Thurgau. Die Besucher konnten Pinot-Weine in den Variationen vom hellen Federweiss über den Rosé bis zum schweren, im Barrique ausgebauten Rotwein verkosten. Die Gäste konnten auch neue Traubensorten kennen lernen, reinsortig oder in Cuvée ausgebaut, wie Pinot gris, Gewürztraminer, Sauvignon blanc, Merlot oder auch die Scheurebe. In den kleinen Festbeizli gab es zum Wein eine kulinarische Auswahl, etwa Fischknusperli, Schnitzelbrot oder Natura-Beef.

Dank Wilen viele Rebhäuschen

In den beiden Reblagen mit einer Fläche von etwas mehr als sieben Hektaren können sich die knapp ein Dutzend Rebhäuschen fast die Hand geben. Dieser Umstand ist auch der jüngeren Vergangenheit in der Rebbaugeschichte von Neunforn zu verdanken, wo man Motorfahrzeuge noch nicht kannte. Zahlreiche Familien im Dörfchen Wilen, welches direkt nördlich hinter dem «Brännbuck» und der «Winterhalde» und rund einen Kilometer von den Rebbergen entfernt liegt, bewirtschafteten Reben in Niederneunforn. Infolge des längeren Anmarschweges – oftmals nur zu Fuss – waren sie auf Schutzhütten und Lagerungsmöglichkeiten für die benötigten Hilfsmittel und einfachen Gerätschaften angewiesen. Entsprechend sind einige der Rebhäuschen für diesen Zweck entstanden.

Doch aktuell zeigt sich die Situation in den Reben nicht als sehr erfreulich. Der massive Hagelschlag am frühen Morgen des 13. Juli sorgte für Schäden an Laub und Trauben. Zugleich kämpfen die Rebbauern gegen den falschen Mehltau. Hinzu kommt, dass die intensiven Niederschläge das für die Boden- und Laubpflege sowie auch für den Pflanzenschutz notwendige Befahren der teilweise steilen Reblagen erschweren oder gar verunmöglichen. Die Rebleute sehen als Resultat dieser Faktoren, dass es wohl eine sehr kleine Ernte geben wird.

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