Kommentar

Kritik am Thurgauer Baudepartement: Der Kessel ist explodiert

Politik ist ein hartes Geschäft. Das hat am Mittwoch auch die Thurgauer Baudirektorin am eigenen Leib erfahren.

Christian Kamm
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Christian Kamm.

Christian Kamm.

Bild: Urs Jaudas

Regierungsrätin Carmen Haag musste einem fast leid tun. So hart an die Kandare genommen wie jetzt die Baudirektorin hat der Grosse Rat kaum je ein Thurgauer Regierungsmitglied. Volle Breitseite.

Erfolgreiche Politik besteht nicht zuletzt darin, den Druck aus dem Kessel zu nehmen, bevor er explodiert.

Das ist in diesem Fall nicht geschehen. Zu lange wurden Warnsignale zu wenig ernst genommen und nicht realisiert, welch Sturm sich hier zusammenbraute. Kein Wunder, dass das politische Rettungsmanöver in letzter Minute mit der aus dem Hut gezauberten Projektorganisation nicht richtig verfing. Die Entladung des Donnerwetters war nicht mehr aufzuhalten.

Aber auch im Parlament selber traten die unschönen Seiten der Politik für einmal offen zutage. Statt sich über das Einlenken im Departement für Bau und Umwelt zur freuen, verbiss sich eine Minderheit in den Umstand, dass ein externer Projektleiter beauftragt (und bezahlt) werden soll. Das ist nicht nur kleinlich, sondern zeugt von mangelnder Weitsicht. Es gibt nichts Besseres als den Blick von aussen, um Missstände auszuräumen.