Krise verhindert Startschuss zur Sanierung des Greuterhofs in Islikon nicht

Der über 200-jährige Greuterhof in Islikon wird bis September saniert. Der Start des Bauprojekts für Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Franken ist erfolgt. An Hotel und Restaurant im Westteil des Areals werden derweil keine Bauarbeiten vorgenommen.

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Im Greuterhof: Die Architekten Michael Helbling und Gabriel Müller besprechen mit Stiftungspräsident Andreas Jäger (Mitte) die Baupläne.

Im Greuterhof: Die Architekten Michael Helbling und Gabriel Müller besprechen mit Stiftungspräsident Andreas Jäger (Mitte) die Baupläne.

(Bild: Reto Martin, Dezember 2019)

(red) Das historische Greuterhof-Geviert wird bis September renoviert. Ein anspruchsvolles Projekt, wie Andreas Jäger, Präsident der Stiftung Greuterhof, mitteilt. Um künftig den behindertengerechten Zugang zu den denkmalgeschützten Räumen sicherzustellen, wird im Südteil ein Lift eingebaut. Weiter werden dringend notwendige Unterhaltsarbeiten an Dach, Fassade, Fensterbänken und Nasszellen ausgeführt – alles, ohne die wertvolle historische Bausubstanz zu verletzen.

Hotel und Restaurant bleiben wegen Corona geschlossen

Die Vorschriften im Zusammenhang mit der Coronapandemie werden eingehalten, etwa indem eine Hygienezone eingerichtet worden ist. Hotel und Restaurant sind derzeit aufgrund der Pandemie geschlossen, an diesem Gebäudeteil werden allerdings keine Bauarbeiten vorgenommen. Das Greuterhof-Geviert ist ab September wieder für Veranstaltungen geöffnet – eine Einweihungsfeier soll im Oktober stattfinden.

Andreas Jäger, Präsident der Stiftung Greuterhof.

Andreas Jäger, Präsident der Stiftung Greuterhof.

(Bild: Reto Martin)

Bereits 2019 hatte der Stiftungsrat ein Nutzungskonzept für das Industriedenkmal Greuterhof erarbeitet. Auf dieser Grundlage haben die Frauenfelder Architekten Gabriel Müller und Michael Helbling ein Gesamtkonzept für die Sanierung erstellt, die kantonale Denkmalpflege hat den Prozess von Anfang an begleitet. Stiftungspräsident Andreas Jäger ist begeistert von der gemeinsam entwickelten Lösung:

«Der einzigartige Charme des Gevierts bleibt erhalten, während wir es gleichzeitig fit machen für seine Zukunft.»

Um eine allzu lange Schliessung zu vermeiden, haben sich alle Parteien auf einen sehr sportlichen Zeitplan geeinigt, meint Jäger. «Die kurze Bauphase ist eine Herausforderung, ganz besonders angesichts der aktuellen Situation. Zusammen werden wir sie aber meistern.»

Teil der Baukosten wird über Kredit finanziert

Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Franken. Die Stiftung und der Verein verfügen über Eigenmittel, die einen Teil dieses Investitionsvolumens abdecken. Zudem erlauben es Pacht und Mieterträge, einen Teil der Baukosten über einen Bankkredit zu finanzieren. Dennoch hofft die Stiftung auf die Unterstützung von Gönnerinnen und Gönnern. Der Stiftungsrat denke dabei insbesondere an Verbesserungen für die jungen Berufsleute, die im Greuterhof ihre Ausbildung machen. Jäger sagt:

«Die Jugendlichen verdienen ein Umfeld, in dem sie gerne lernen arbeiten.»

Daher will die Stiftung zusätzliche Mittel in die Infrastruktur für die Berufsbildung investieren.

Weitere Informationen zur Stiftung und zu den geplanten Umbauarbeiten online unter: www.greuterhof.ch

Über die Stiftung Greuterhof

Die Stiftung wurde 1981 vom Thurgauer Unternehmen Hans Jossi gegründet. Sie setzt sich ein für den Erhalt der Greuter’schen Liegenschaften als Stätte schweizerischer Industriegeschichte. Durch Veranstaltungen in den Bereichen Bildung und Kultur belebt die Stiftung das Greuterhof-Geviert und fördert den Austausch von Wissen und Erfahrung. Weiter beinhaltet der Stiftungszweck das Schaffen eines Kompetenzzentrums für die berufliche Aus- und Weiterbildung von jungen Erwachsenen. Heute ist der Hauptteil des Areals im Sinne dieses Stiftungszwecks an die Greuterhof AG verpachtet. Diese bildet als Verbundbetrieb des Lehrbetriebsverbundes WERT-VOLL Jugendliche mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf in den Berufszweigen Hotellerie, Gastronomie und Hauswartung aus.

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