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Neuer Prorektor für die Pädagogische Hochschule Thurgau: Der Hochschulrat wählt einen Kritiker – und fordert Loyalität

Für den wegen Meinungsverschiedenheiten an der Pädagogischen Hochschule entlassenen Prorektor hat der Hochschulrat einen Nachfolger gewählt. Doch dieser vertritt die gleiche Meinung wie sein Vorgänger.
Silvan Meile
An der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen soll wieder Ruhe einkehren. (Bild: Reto Martin)

An der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen soll wieder Ruhe einkehren. (Bild: Reto Martin)

Überraschende Neuigkeiten aus der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PH). Der Hochschulrat hat den langjährigen Dozenten und Studiengangleiter Matthias Fuchs zum neuen Prorektor Lehre gewählt. Er steht damit der mit Abstand grössten Abteilung am Thurgau Bildungsinstitut vor. Fuchs nimmt damit auch Einsitz in die Hochschulleitung.

Diese Schlüsselposition war seit der sofortigen Freistellung von Prorektor Matthias Begemann im vergangenen November vakant. Begemanns Entlassung wurde mit grundlegenden Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Hochschulleitung begründet. Er selber sagte gegenüber dieser Zeitung, dass er der Rektorin zu unbequem gewesen sei.

Matthias Fuchs, Prorektor an der Pädagogischen Hochschule Thurgau.

Matthias Fuchs, Prorektor an der Pädagogischen Hochschule Thurgau.

Matthias Fuchs war Stellvertreter des geschassten Prorektors und gehörte zu jenen Dozenten, die ihren Unmut über die Freistellung mit einem Brief an den Hochschulrat kundtaten und vom Regierungsrat eine Untersuchung der Vorgänge rund um die Freistellung verlangten. Seine nun erfolgte Wahl erstaunt, da ihm nachgesagt wird, die ähnlichen Positionen zu vertreten wie Begemann, der aufgrund seiner Haltung gehen musste.

Fuchs geniesst Rückhalt bei den Mitarbeitern

«Matthias Fuchs hat uns zugesagt, loyal zu sein», sagt Hochschulratspräsident Hans Munz. «Er hat zu den ihm angebotenen Konditionen ja gesagt.» Der Hochschulrat erachte die Wahl als «Chance für alle», dass an der PH wieder Ruhe einkehre und sich die Hochschule weiterentwickeln könne.

Die Wahl von Fuchs ist aber mit einer Besonderheit versehen. Denn seine Anstellung als Prorektor ist nur befristet, bis Juli 2021. «Bis dann sollten die institutionelle Akkreditierung und ein durch einen externen Fachmann begleiteter Organisations- und Führungsprozess abgeschlossen sein», sagt Munz. Dabei gehe es auch um die Kommunikationskultur.

«Es gab Differenzen, die bereinigt werden müssen.»

Bei der Chefin, die seit der Entlassung von Begemann Kritik aus der Belegschaft einstecken muss, besteht für den Hochschulrat offensichtlich kein Handlungsbedarf. Das Vertrauen in die Rektorin Priska Sieber sei im Hochschulrat uneingeschränkt hoch und «kein Thema», sagt Munz. Mit der Wahl von Fuchs als Prorektor ist auch der Leiter akademisches Personal, Christoph Suter, zu einem neuen Mitglied der Hochschulleitung ernannt worden, heisst es in einer Mitteilung. Mitarbeiter der PH berichten hinter vorgehaltener Hand, er stünde der Rektorin nahe.

«Nach den Vorkommnissen um die Freistellung des ehemaligen Prorektors Matthias Begemann konnte ich mir eine Kandidatur nicht vorstellen», sagt Matthias Fuchs. Seine Haltung hat sich inzwischen geändert. Er habe viele Gespräche mit dem Leitungsteam des Prorektorats Lehre sowie mit Mitarbeitenden geführt. Er spüre von ihnen einen starken Rückhalt.

«Wir wollen, dass die Probleme nicht noch grösser werden, sondern uns weiterhin auf die gute Ausbildung von Lehrpersonen im Thurgau konzentrieren.»

Kantonsrat ist zuversichtlich

Kantonsrat Peter Dransfeld beobachtet die Krise an der PH seit Beginn. Mit der Wahl Fuchs stünden die Zeichen gut, dass wieder ein kooperatives, offenes und motivierendes Arbeitsklima zurückkehre. «Der Verlust Herrn Begemanns, die misslungene Krisenkommunikation, die abscheulichen Machtintrigen, der grosse Geld- und Reputationsschaden dürften damit der Vergangenheit angehören. Dass die Regierung diese Missgriffe monatelang deckte, bleibt unverständlich; wir dürfen aber annehmen, dass sie daraus gelernt hat», sagt Dransfeld.

In den nächsten Wochen sollte der Regierungsrat einen Bericht veröffentlichen, nachdem auch die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rates die Umstände rund um die Freistellung Begemanns untersucht. Sein Nachfolger hätte bereits im Februar gewählt werden sollen. Doch die zwei aussichtsreichsten Anwärter zogen vor der Wahl ihre Bewerbung zurück. Fuchs war damals nicht dabei.

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